Zutiefst enttäuscht. Verein Wir für das KuK Gera löst sich auf

Der wider Erwarten doch noch Vorsitzende des Vereins „Wir für das KuK Gera“, Jürgen Schaab, zieht zutiefst enttäuscht einen Schlussstrich.
„Man wolle künftig mit Taten glänzen.“ So war die Aussage nach der Neuwahl des Vereinsvorstandes „Wir für das KuK Gera“ im Allgemeinen Anzeiger am 2. April 2014, auf der Internetseite bereits am 1. April, zu lesen. Welcher Art diese von den Vorstandsmitgliedern Ronny Häberer (Vorsitzender), Fayme Feliciano (Stellvertreterin), Marcel Blümm (Kassenwart), Jens Glinkemann (Pressesprecher) und Martin Beckert (Öffentlichkeitsarbeit) versprochenen Taten sind, ist nicht bekannt. Von dem Verein war seitdem nichts mehr in der Öffentlichkeit zu hören.

Ende vergangener Woche trafen sich die Vereinsmitglieder zur Versammlung. Auf der Tagesordnung stand ein einziger Punkt: Auflösung des Vereins. Wortführend an diesem Abend ist der Gründer und frühere Vorsitzende des Vereins, Jürgen Schaab.

Er war kurz vor der öffentlichen Podiumsdiskussion im Kultur- und Kongresszentrum im Februar des vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen als Vereinsvorsitzender zurück getreten. Auf der gut besuchten Podiumsdiskussion war die Rede davon, eine Kulturgenossenschaft zur Rettung des KuK zu gründen. Zu einem ersten diesbezüglichen Gespräch, durchgeführt zwei Wochen später als runder Tisch, traten mehrere Vereinsvorstände zurück. „Der Verein war somit handlungsunfähig“, erinnert sich Jürgen Schaab. Daraus resultierend wurde ein neuer Vorstand unter Vorsitz von Ronny Häberer gewählt. Von ihm gemeinsam mit seinen Vorstandmitgliedern stammt die Aussage „Wir wollen künftig mit Taten glänzen“.

Wie die ausgesehen haben, kann sich Jürgen Schaab mittlerweile gut vorstellen. Ende vergangenen Jahres bekam er einen Anruf vom Oberlandesgericht Erfurt, dass mittlerweile mit Vollstreckung gegen den Verein wegen Nichtbegleichung einer Rechnung vorgegangen wird. Angerufen wurde Schaab als Vereinsvorsitzender. Wie kann das sein, wenn Ronny Häberer seit der Neuwahl Ende März 2014 Vereinsvorsitzender ist? Laut Schaab wurde vom neuen Vorstand versäumt, sich vom Amtsgericht ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Demnach wird Schaab dort noch heute als Vorsitzender geführt und ist somit auch mit seinem Privatvermögen persönlich haftbar. Jürgen Schaab, seit Monaten an der Ostsee wohnend, betrachtet dies als unhaltbaren Zustand und hat daher die Auflösung des Vereins mit fristgerechter Einladung angeregt.

„Ich sehe mich gezwungen, den Verein aufzulösen. Der Grund hierfür ist in unseren eigenen Reihen zu finden: Herr Häberer. Er hat alles dazu getan, dass der Verein heute so da steht, dass er aufgelöst werden muss“, so Schaab gegenüber den Mitgliedern. Er machte kein Geheimnis daraus, dass er wütend darauf sei, dass Häberer nach seinen großen Tönen mit Taten glänzen zu wollen es nicht mal für notwendig erachtet, zu dieser Mitgliederversammlung zu erscheinen und Rechenschaft abzulegen. „Ein Kassenbuch wurde bis heute nicht geführt. So kann mit Geldern nicht umgegangen werden. Dank der schlampigen Arbeit von Häberer und Blümm hat der Verein seit seiner Neuwahl nicht den Stand der Gemeinnützigkeit erreicht“, zeigte sich Schaab zutiefst enttäuscht. Ohne die Gemeinnützigkeit kann kein Antrag auf Freistellung von Kontoführungsgebühren gestellt werden. Schaab unterstellt in diesem Fall nicht nur Fahrlässigkeit, sondern bereits Vorsatz.

Die Zustimmung zur Auflösung des Vereins erfolgte einstimmig. Das Protokoll darüber geht ans Amtsgericht. Das wird laut Schaab in den nächsten Tagen den gewählten Vorsitzenden Ronny Häberer und den Kassenwart Marcel Blümm unter Androhung von Zwangsgeld auffordern, die Liquidation des Vereins voranzutreiben.

Dass die Auflösung des Vereins der Stadtverwaltung beziehungsweise der Gera-Kultur GmbH in die Hände spiele, sind sich die beiden Gäste der Mitgliederversammlung, Heinz Klotz und Ernst-Dietrich Färber, beide von der IG Kulturgenossenschaft KuK, sicher. Sie wollten neulich vom Kulturdezernenten Dr. Rühling – eingeladen von der SPD-Fraktion des Geraer Stadtrates - ein Konzept zur Betreibung des KuK, des wieder übernommenen Clubzentrums Comma und des noch zu integrierenden Gera-Tourismus e.V. in Erfahrung bringen. „Den diesbezüglichen Ausführungen Dr. Rühlings war nach mehrheitlicher Übereinstimmung der Anwesenden wenig Konkretes zu entnehmen“, heißt es in der Stellungnahme und weiter: „Es gibt also weder ein Konzept für das KuK, geschweige für die erweiterte Gera Kultur GmbH“.
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16 Kommentare
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Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes | 03.03.2015 | 12:24  
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Renate Jung aus Erfurt | 03.03.2015 | 12:46  
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Ronny Häberer aus Gera | 03.03.2015 | 13:42  
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Jürgen Schaab aus Gera | 03.03.2015 | 16:50  
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Ernst-Dietrich Färber aus Gera | 03.03.2015 | 17:07  
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Fayme Feliciano aus Gera | 03.03.2015 | 17:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 03.03.2015 | 20:31  
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Renate Jung aus Erfurt | 04.03.2015 | 00:42  
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Fayme Feliciano aus Gera | 04.03.2015 | 10:20  
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Jürgen Schaab aus Gera | 04.03.2015 | 15:08  
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Amiaz Eridani aus Gera | 04.03.2015 | 17:48  
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Jürgen Schaab aus Gera | 04.03.2015 | 19:11  
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Amiaz Eridani aus Gera | 04.03.2015 | 21:25  
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Jürgen Schaab aus Gera | 07.03.2015 | 06:33  
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Mike Picolin aus Gera | 09.03.2015 | 08:46  
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Renate Jung aus Erfurt | 09.03.2015 | 13:27  
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