Mehr Blau auf der Straße

Gotha: Polizei |

Polizei konnte Einbruchserie und gewaltsamen Tod eines Jägers aufklären:




GOTHA. Abgesehen von den täglichen Pressemeldungen der Polizei über Unfälle, das Kriminalitätsgeschehen und zum Teil skurrile Vorkommnisse im Dienst, meiden die Ordnungshüter in Blau meist den großen medialen Auftritt. „Wir machen lieber unserer Arbeit“, sagt Michael Menzel, der Leitende Polizeidirektor der neuen Landespolizei Inspektion Gotha, LPI. Und davon hatte Menzel im zurückliegenden halben Jahr genug. Denn nahezu geräuschlos erfolgte die Zusammenlegung der Polizeidirektion Gotha (PD) mit den Polizeiinspektionen (PI´s) Gotha, Eisenach und Ilm-Kreis zur LPI. „Jeder einzelne Dienstposten wurde auf den Prüfstand gestellt, mit jedem Beamten wurde gesprochen, die Verwaltung verschlankt“, erzählt der Polizeidirektor, der dadurch heute rund 60 Beamte mehr „auf der Straße hat“. Einer von vielen positiven Aspekten ist die Verschmelzung der Hundestaffel Erfurt mit Hundestaffel Gotha. Unter Gothaer Führung haben nun rund 20 Tiere in der Freundwarte ihr Domizil. „Von Gotha aus werden die Einsätze koordiniert“, berichtet Michael Menzel und ergänzt: „Jetzt können öfter und schneller Fährtensuchhunde angefordert und eingesetzt werden. Auch wenn in einem Fall der eingesetzte Hund den Täter nicht erschnüffeln konnte.

„Doch zum Glück halfen uns hier neben dem Kommissar Zufall vor allem der Kommissar Akribie“, berichtet der Leitende Polizeidirektor. Seit September 2012 häuften sich die Einbrüche in Firmen, Büros und Verkaufsräume in der Gothaer Innenstadt. Recht schnell war klar, dass es sich hier nur um einen Einzeltäter handeln könnte. Denn der Täter, der es vor allem auf Bargeld und EC-Karten abgesehen hatte, wurde mehrfach von Überwachungskameras gefilmt oder fotografiert. Lange Zeit konnte die Polizei immer nur das Ergebnis des nächtlichen Raubzugs dokumentieren. „Doch unserer Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt“, freut sich auch Hauptkommissarin Kathleen Schilling, die sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte, als sie von der endgültigen Festnahme des Diebes berichtet. Am 28. Dezember, um 3.45 Uhr, ging eine Einbruchsmeldung in der Schwimmhalle Karl-Schwarz-Straße bei der LPI Gotha ein. Schneller als die Polizei erlaubt war Selbige vor Ort und umstellte die Gebäude. Als der Einbrecher die Ausweglosigkeit seiner Situation erkannte, versuchte er sich in einen 50 x 50 cm kleines Lüftungsrohr zu zwängen. Es nützte nichts, nur wenig später klickten die Handschellen. Er hatte wieder die so oft fotografierte auffällige Jacke an. In seiner Wohnung fanden die Beamten so viel Diebesgut, dass ein Kleinlaster zum Abtransport nötig war. Dazu hatte er Schlüsselbunde gesammelt, Weihnachtskarten und Rechnungsunterlagen gehortet, die den einzelnen Tatorten zugeordnet werden konnten. Fall gelöst.

Auch im Fall des gewaltsamen Todes eines Jägers bei Hörselgau kann Michael Menzel „gelöst“ vermelden. Ein 59-jähriger Mann aus Gotha wurde kurz vor Weihnachten verhaftet. Die Hülsen seiner Waffe hatten ihn verraten. Nach der Tatort-Rekonstruktion am 1. Februar hat er die Tat gestanden. Jetzt wartet er auf seine Verhandlung.
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