2. Vernissage im Kloster St. Gabriel

Bereits zum zweiten Mal lädt das neu gegründete Kloster St. Gabriel in Altenbergen zur Vernissage. Fünf Hobbykünstler der Kreativwerkstatt Gotha des Bildungswerkes für unternehmensbezogene berufliche Bildung zeigen einen Ausschnitt ihres künstlerischen Schaffens, unter anderem auch zu religiösen Themen. Mit Pinsel und Feder, Stift und Kreide, Messer, Schere, Spachtel und Kamera geben sie unter künstlerischer Anleitung von Studienrat Hans-Jürgen Roth ihren Bildern in Öl, Acryl, Aquarell, Graphiken, Collagen und Holzdrucken ästhetische Gestalt.

Für Toleranz im Glauben plädiert Dr. Ingeborg Cramer (1. v.links). Ihre Bilder pflegen den Gedanken: Nicht der übersinnliche Gehalt der Religion ist primär, sondern die Bestimmung, die im Umgang mit dem Nächsten erwächst. Sie nähren die Forderung: Verantwortung, Menschenliebe und hilfreiches Tun. Besonders der Erziehung zu diesen Tugenden gibt sie in ihrer Kunst den Vorrang. In dieser Ausstellung sind von ihr das Aquarell „Kreuz bei Kornhochheim“ und das Acryl „ Klagemauer in Jerusalem“ zu sehen. Sie inspirieren Glaube, Religion, Himmelserscheinungen im weitesten Sinne aus der Sicht der vielseitigen, produktiven Künstlerin. Himmelserscheinungen in vielen Variationen und satten Farben spielen in ihrer Kunst eine herausragende Rolle. In den Erscheinungen des Himmels und deren zeitgemäßes Verstehen der frühzeitlichen Menschen vermutet sie den Beginn des Götterglaubens und den Ursprung der Religion. Jetzt in ihrem Seniorendasein wurde das Malen der Augenärztin zur Quelle neuer Lebensfreude.

Ina Scholz (2. v. rechts) hingegen orientiert sich an gottgewolltem Denken. Nicht die Vielfalt der Völker und Kulturen ist nach ihrem Verständnis eine Folge der Sünde, sondern gottgewollt. Sie unterliegt der Sehnsucht, irgendwann einmal den Jakobsweg entlang zu pilgern auf der Suche nach sich selbst. Bisher gelang es ihr nur in der Literatur. Aber sie würde dann in der Realität auf dem berühmtesten Abschnitt des ganz Europa durchziehenden Jakobsweg mitten in den Pyrenäen beginnen, in dem romantischen Pilgerdorf Saint-Jean-Piet de Port. Von da aus ist sie schon jetzt theoretisch und künstlerisch auf dem „Camino Francèse“ unterwegs, der seit 1993 zum UNESCO-Welterbes gehört. „Der Weg ist das Ziel“ meint sie und hat ihren markanten Sehnsuchtspunkt schon mal in Pastellkreide fixiert. Hauptsächlich aber ist sie der Portätmalerei verfallen. Dabei sind es besonders die Augen, die sie zu künstlerischer Gestaltung führen. Sie vermag es, ihren Modellen in die Seele zu schauen und deren Wesen zu erfassen. Dadurch kommt sie auch zu Harmonie mit sich selbst und zu ihrem Nächsten. Deshalb werden ihre Porträts – ob in Kreide, Aquarell, Moorlauge oder Tusche – eindrucksvolle, lebendige Menschenbilder.

Malen hat Veronika Lehrke (2. v. links) schon immer ausgefüllt. Sie kann in diesem Medium festhalten, was ihr besonders gefällt. Und durch Selbstdarstellung kann sie letztendlich zu sich selbst finden. Ihre Lebenslust drückt sich besonders auf dem Rücken der Pferde aus. Sie liebt diese Tiere, nennt auch einige ihr Eigen. Das spiegelt sich selbstverständlich auch in ihren Motiven wider. Zum Beispiel malte sie eine vergnügliche Reiterin auf ihrem Lieblingspferd. Sie nennt das Bild „Lebensfreude“, ein anderes „Geheimnisvoller Wald“. Da kann man sich gut vorstellen, mit wem sie sich wo am liebsten aufhält, wenn sie dem Alltag entfliehen möchte.

Die Schriftsetzerin Jutta Brosig (rechts) ist Zeit ihres Lebens auf der Suche nach Wissen. Die Ergebnisse bringt sie auch in ihre Kunst ein. Sie malt vorzugsweise in Aquarell, Acryl und gestaltet auch akribisch genaue Federzeichnungen. Mit ihren Bildern Freude zu bereiten, ist für sie eine sinnvolle und erfüllte Freizeitbeschäftigung. In dieser Ausstellung zeigt sie eine Klosterzelle, die eine meditative Suche nach verborgenem Wissen inspiriert.

Jürgen Seifert (Mitte) ist der einzige Mann in dieser Künstlerrunde. Zwei Dinge, die sein Leben hauptsächlich ausmachen, sind ihm wichtig: Für andere da zu sein und Holz. Für ihn lebt Holz. Er gestaltet es künstlerisch in allen erdenklichen Variationen, zeichnet knorrige Bäume, schnitzt Holzdrucke und komponiert hervorragende Intarsienarbeiten. Als gelernter Tischler haben es ihm nicht nur die „groben“ Holzarbeiten angetan, sondern ganz besonders liegen ihm die filigranen Fähigkeiten, wie man sie beispielsweise für Intarsien braucht. Seine Seele aber hat er in die große Messerintarsienarbeit gegeben. Ein Motiv aus dem Johanne-Evangelium, in dem der Blinde Heilung erfährt, kann man getrost als sein Lebenswerk ansehen. 40 Nadelhölzer aus aller Welt hat er darin in filigraner Feinarbeit, zum Teil mit der Lupe verarbeitet. Mit der Seele dieser Arbeit hat er sich viele Jahre lang beschäftigt. Sie soll Kranken, Behinderten und Bedrängten Hoffnung geben und zur Heilung verhelfen.

Der Mönchspater Isa Oygur zeigt seine Ikonen, gibt eine Einführung in die Ikonenmalerei und hält eine Ikonen-Meditation.

Die Ausstellung wird am 9. Juni um 19 Uhr im Kloster St. Gabriel in Altenbergen, Nicolaus Brückner-Str. 20 a eröffnet und ist bis zum 23. Juni, jeweils montags bis samstags von 10 bis 11:30 und 14- bis 16:00 Uhr und sonntags von 14- bis 16:30 Uhr zu besichtigen.

Ursula Weidenbecher
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