3 x der Friedenskuss in Gotha - davon: der Thron auf dem Buttermarkt

(oben links:) "Der Friedenskuss" Schloss Friedenstein | (unten:) "Zum Friedenskuss" Querstraße | (oben rechts:) "Fiedenskuss-Thron" Buttermarkt
 
"Friedenskuss-Thron" auf dem Gothaer Buttermarkt (eine freie Darstellung des Friedenskuss-Medaillons am Nordportal von Schloss Friedenstein)
Gotha: Buttermarkt | (mit Video)
„Friede Ernehret – Unfriede verzehret“ – steht auf der Hausmarke des „Schloss Friedenstein“ über dem Nord-Tor zur Stadt hin. Gezeigt wird der Friedenskuss: Die Göttinnen Gerechtigkeit(links) und Frieden(rechts) umarmen und küssen – vereinigen sich.

In der Querstraße, am Gebäude der Volksbank, gibt es eine inhaltsgleiche Hausmarke „Zum Friedenskuss“ .

Auf Gothas Buttermarkt steht der „Friedenskuss-Thron“ , auf dessen Rückenlehne der zweimal schon erwähnte Friedenskuss dargestellt ist.
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Zu den beiden Hausmarken (am Schloss und in der unweit davon liegenden Querstraße) sei hier nur so viel gesagt, dass es schon eine Besonderheit ist, dass eine Stadt mehrere gleiche Hausmarken besitzt. Okay, am Schloss ist es „Der Friedenskuss“, während die andere „Zum Friedenskuss“ heißt. Aber inhaltlich sind sie identisch.

Nun steht seit dem 13. Thüringentag in Gotha (08.-10. Juli 2011) auf dem Buttermarkt der „Friedenskuss-Thron“. Wie kommt er dorthin? Warum wurde er hergestellt und von wem?
Die meisten Gothaer und Besucher sehen diesen überdimensionalen Thron vorwiegend als Seltenheit aber vor allem Fotomotiv, machen sich weiter keine Gedanken.
Eine imposante Holzskulptur ist dieser Thron auf alle Fälle!


Vorgeschichte:
Der Holzbildhauer Heinz Günther aus Hüpstedt/Eichsfeld nahm am ersten Adventswochenende 2009 mit seinem Stand als vorführender Kunsthandwerker am Punschmarkt teil, den die KulTourStadt Gotha auf dem Platz vor dem Nordportal des Schlosses Friedenstein ausrichtete.
Seitens der KulTourStadt Gotha wurde er gewonnen für ein Skulpturenprojektes zum Gothardusfest 2010. Leider ließ sich das bis zum Termin nicht realisieren.
So wurde es für den Thüringentag 2011 geplant und unter das dafür gewählte Motto „Gotha adelt“ gestellt. Die Vergegenständlichung des Themas entsprach der bildhaften Umsetzung des gerade entwickelten Stadtmarketingkonzepts und versprach, parallel zu „Gotha adelt“ ein Renner zu werden.

Zur die Umsetzung des Konzepts wurden acht anerkannte Kunsthandwerker dafür gewonnen, Holzskulpturen entstehen zu lassen. Sie begannen bereits 10 Tage vor dem Thüringentag mit ihren Arbeiten, um rechtzeitig zum Festwochenende die Objekte beenden zu können.
Den Eichsfelder Holzbildhauer Heinz Günther begleiteten Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den Niederlanden. Vorgegeben wurde den Künstlern ausschließlich das jeweilige Motto, nicht jedoch das Motiv.
Unterschiedliche Aspekte flossen bildhaft in die Skulpturen ein, wurden abstrahiert oder auch persifliert und dazu geschaffen, später an passenden Plätzen den Besuchern Gothas ernsthaft oder auch augenzwinkernd ihre Botschaft zu vermitteln.
Durch Mitwirkung von 3 Holzbildhauer wurde eine größere Skulptur – nämlich der Thron - in Teamarbeit zu viert erstellt!


„Friedenskuss-Thron“:
Initialzündung war der bissige Begriff der "Samenbank Europas" für Gothas Aristokratie. Daraus hat sich die Idee entwickelt, einen monumentalen Hingucker für einen exponierten Platz zu schaffen, der Elemente und Symbole von "Gotha und der Adel" zu einer zentralen sinnbildlichen Darstellung von Monarchie und Macht verbindet: den Thron.
Dadurch, dass er besteigbar ist und allen Menschen zur Verfügung steht und auch viele gleichzeitig ihn "besteigen" und "besitzen" können, wird der Thron sozusagen demokratisiert.

Die Lehne enthält eine freie Darstellung des Friedenskuss-Medaillons am Nordportal von Schloss Friedenstein,
die Pfostenfiguren stehen für die ernestinischen Linien:
• Coburg (Mohr) - Gotha (Gothardus),
• Weimar - Eisenach (Georg und der Drache) und
• Meinigen – Hildburghausen (Landgräfin, mit Altenburger Kartenspiel).
Aufgrund seiner Dimensionen und seiner vielfältigen Elemente ist eine solche Skulptur in der kurzen Zeit nicht von einem Künstler allein zu schaffen, weshalb sie in Teamarbeit entstand und die Ideen und das Fachwissen aller Teilnehmer integrierte.
Der Thron hat die Maße (H/B/T) von ca. 350x150x160 cm, verwendet wurde Eichenholz

Beteiligte Künstler:
Heinz Günther, 1954, Hüpstedt/Eichsfeld
Ausbildung zum Holzbildhauer, Meisterabschluss, Fachschule für angewandte Kunst
Organisation internationaler Symposien, Teilnahme in Frankreich, Italien, Russland, Deutschland
Paul Brockhage, 1962, Schwarzenberg/Erzgebirge
Ausbildung zum Holzbildhauer, Meisterstudium, Ausbildung Zimmermann, Hochschulabschluss
Bildhauer B.A.
Ausstellungen und Symposien in Deutschland, Ungarn und der Schweiz
Czeslaw Podlesny, 1959, Zakopane, Polen
Studium an Kunstschulen Zakopane und Gdansk und an der Kunstakademie Warschau
Tätigkeit in den USA, zahlreiche Ausstellungen, Organisation von und Teilnahme an zahlreichen internationalen Symposien
Michael Steigerwald, 1955, Steinach/Baden
Ausbildung zum Technischen Zeichner, Holzbildhauer und Restaurator, Meisterabschluss
Sakral-, Chorraumgestaltungen, Orgelsprospekte,
Teilnahme an Symposien in Deutschland und der Schweiz


Standort:
War ursprünglich der obere Hauptmarkt avisiert, stellte sich sehr rasch heraus, dass der Standort Buttermarkt – wo die letzten Feinarbeiten erfolgten – bereits während des Festes zum Favoriten wurde.

Man kann täglich beobachten, wie Jung und Alt, Einheimische und Touristen, sich des Thrones annehmen, ihn buchstäblich in Besitz nehmen, dort zum Plaudern verweilen, ihn als Fotoobjekt oder -kulisse mit nach Hause tragen.
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Die Ausführungen zum "Friedenskuss-Thron" basieren auf einer dankenswerten Vorgabe seitens der KulTourStadt Gotha und sind weitestgehend übernommen.


Kleiner Rundblick über Gothas Buttermarkt:
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