Apoldaer Glockenmuseum – einen Ausflug wert

  Schon geraume Zeit hatten wir einen Besuch des Glockenmuseums in Apolda ins Auge gefasst. Ostermontag war es dann soweit. Eigentlich kennt sich keiner von uns so richtig in Apolda aus. Aber in der Bahnhofstraße sollte es sein.

Die Autobahn A4 von Gotha bis zur Abfahrt Apolda ließ sich prima fahren. Idiotisch Fahrende waren offensichtlich nicht im Straßenverkehr – keine Raser, keine gefährlich Überholende. So waren wir völlig entspannt bald in Apolda.

Zuerst suchten wir ein Restaurant fürs Mittagessen und stießen offensichtlich zufällig auf „Gasthaus & Hotel Falkenburg“, an das ich mich erinnerte, da wir vor Jahren zwar aus der Stadt hochlaufend diese Gastlichkeit schon einmal genossen hatten.
Schlich und einfach, das Flair einer langen Gasthausgeschichte und vor allem vorzügliches Essen machten den Besuch auch diesmal wieder zu einem Erlebnis – passend zum Ostermontag-Feiertag.

Danach fanden wir auch schnell die Bahnhofstraße in der Stadt, in der fast alle Straßen bergauf zu gehen scheinen oder in Etagen einen Ring bilden. Vor dem Glockenmuseum fix noch einen mir bislang unbekannten Kanaldeckel fotografiert und dann hinein, wo wir sehr wenige Besucher antrafen. So konnten wir den Film über Glockengießen schier allein ansehen und einen tiefen Einblick in den Beruf des Glockengießers sowie der Entstehung einer Glocke erhalten.
Für Kinder wird ein Besuch im Glockenmuseum gewiss ein tolles Erlebnis sein, weil sie die Glocken zum Klingen bringen und (fast) alles anfassen dürfen. Zwar kein Kind mehr, machte das auch mir große Freude!

Natürlich schlug ich auch auf die Tasten des Übungsklaviers für Glockenspieler, wobei man sich schnell vorstellen kann, dass solch Spiel auf Dauer reichlich Kraft fordert. Am Anger gab es mal die Möglichkeit, in einen Wunschbriefkasten Zettel einzuwerfen, um dann zu bestimmten Zeiten das entsprechende Glockenspiel gespielt zu hören.

In den unteren Räumen sind Maschinen der Textilproduktion zu bewundern. An einem „Rösschenstuhl“ entdeckte ich eine „Schusterkugel“. Sie ließ die Kindheitserinnerung wieder lebendig werden, als ich in Jena in der Oberlauengasse bei einem Schuster diese Kugel sah und ihr Sammeln des Lichtes zur gebündelten Verstärkung auf den Arbeitspunkt bestaunen konnte.

Im Hinausgehen schenkten wir der Frau an der Kasse noch ein „Viba“-Osterei. Sie dankte sichtlich verwundert und berichtete ihrer Telefonteilnehmerin, dass sie so was noch nie erlebte.

Heimwärts wollten wir noch mit einem „hübsches Käffchen“ den Feiertag ausklingen lassen. Da wir Apolda nicht durchlaufen wollten, fuhren wir über die Straßen, deren Rinnsteine voller Blüten der rosarot und weiß blühenden Bäume am Wegesrand schier überzulaufen schienen.

Erstes Ziel die nahe gelegene Wasserburg „Kapellendorf“ war ein Fehlgriff hinsichtlich Gaststätte (schon Ende der 90-er Jahre nicht mehr).
So führte uns der Weg schließlich nach Tiefurt (Weimar), von deren Remise wir gelesen hatten. Eine Gastlichkeit, die man nur empfehlen kann!

Auf der Heimfahrt ließen wir den Sonnentag, das wundervoll entdeckte und wiederentdeckte Thüringen noch einmal am geistigen Auge vorüberziehen. Ja, ein tolles Thüringen!
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