Arnoldianer auf Biologieexkursion in Göttingen

  Am Mittwoch, dem 15.06.2016, unternahmen wir, der Biologie-Leistungskurs der Klassenstufe 11 der Arnoldischule, mit Frau Lang eine Exkursion nach Göttingen. Dabei besichtigten wir vormittags das Deutsche Primatenzentrum, während wir am Nachmittag einem Vortrag zum Thema „Geschlechterstellung im Islam: Gibt es einen islamischen Feminismus?“ zuhörten und uns aktiv beteiligten durften. Nach einer zweistündigen Busfahrt wurden wir gegen 10:00 Uhr im Hauptgebäude des Deutschen Primatenzentrums, einem Leibniz-Institut für Primatenforschung, freundlich empfangen. Unser Programm bestand aus einem Vortrag sowie einer anschließenden Führung im Bereich der Außengehege der Tierhaltung. Sylvia Siesleben, eine Mitarbeiterin des 1977 gegründeten Instituts, klärte in ihrer Präsentation Fragen wie: Welche Versuche werden an Affen durchgeführt? Wie sieht die rechtliche Lage aus? Was macht Primaten als hochentwickelte Organismen aus? Obwohl die Versuche an Affen lediglich 1% aller Tierversuche ausmachen, sind sie zum Erkenntnisgewinn aufgrund des nahen Verwandtschaftsgrades zum Menschen unerlässlich. Das Thema hat uns alle sehr bewegt, sodass eine Menge Fragen auftauchten, zu deren Beantwortung uns Frau Siesleben gerne zur Seite stand. Daran anknüpfend konnten wir die Außengehege der Primaten besichtigen, wobei wir interessante Informationen über die Tiere und deren Lebensweise erhielten. Insgesamt zeichnet sich das Institut durch das Vorhandensein von sieben Affenarten mit ca. 1300 Individuen aus. Vier dieser Arten konnten wir live erleben. Unser Rundgang startete bei den Mantelpavianen, welche als Zuchttiere genutzt werden. Im Anschluss daran bekamen wir die ursprünglich in Madagaskar beheimateten schwarzweißen Varis zu sehen, die in der Verhaltensforschung eingesetzt werden. Während sich die Kattas nicht blicken lassen wollten, schenkten wir unsere Aufmerksamkeit den Javaneraffen.  Auch die Rhesusaffen, welche mit über 800 Tieren die größte Zuchtgruppe des Deutschen Primatenzentrums sind, konnten uns mit ihrem Verhalten begeistern. Am Nachmittag besuchten wir unsere zweite Veranstaltung an der philosophischen Fakultät der Göttinger Universität zum Thema „Gibt es einen islamischen Feminismus?“. Diese anregende Frage stellte die Professorin Irene Schneider. Sie beschäftigt sich schon seit Jahren mit Islamwissenschaften und insbesondere islamischem Recht und Genderforschung und bereiste auch einige Länder des Nahen Ostens. Sie begann ihren Vortrag mit der These, dass Feminismus und Islam für uns westliche Bürger im Prinzip einen Widerspruch in sich darstellen – unser Bild, stellten wir dann aber während des Vortrages schnell fest, ist hauptsächlich durch die Medien geprägt, welche zu diesem Thema sehr einseitig berichten. So, erklärte uns Prof. Schneider, würden wir nur von der Unterdrückung der Frau hören (beispielsweise bei der Debatte um das Kopftuch), nicht aber von Versuchen, das islamische Recht zu ändern. Tatsächlich war es für viele von uns neu, dass Institutionen wie die Kinderheirat mit der Revolution in Ägypten 2014 abgeschafft wurden und es in vielen arabischen Ländern eine aktive Bemühung um die Änderung im traditionellen Rollenbild gibt. Außerdem wurden wir in die Komplexität des Islamischen Rechts (der Scharia) eingeführt und lernten, dass es auch unterschiedliche Gruppen von Frauenbewegungen im Islam gibt (islamistische, muslimische und feministische), welche ihre Ziele auf unterschiedliche Weise erreichen wollen. Generell entstand bei uns nach dem Vortrag ein wesentlich differenzierteres Bild des islamischen Feminismus. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere Exkursion äußerst erlebnis- und aufschlussreich war. Wir haben nicht nur die Universitätsstadt Göttingen kennengelernt, sondern gleichzeitig unser Wissen erweitert und neue Erkenntnisse gewonnen. Herzlichen Dank an den Förderverein der  Arnoldischule für die finanzielle Unterstützung der Fahrt und die Schaffung der Möglichkeit dieses gemeinsamen Erlebnisses für unseren Kurs.
Laura Arndt Abi 17a, Lara Maibaum Abi 17c
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