Auf Luthers Spuren durch Gotha

Stadtführerin Eleonore Voll
 
Die Augustinerkirche in Gotha

Die Residenzstadt hat für die Geschichte der Reformation, insbesondere für Martin Luther und die folgenden Reformationen, eine hohe Bedeutung welche in den nächsten Jahren interessierten Gästen durch spannende Erlebnisrundgänge näher gebracht werden sollen.

Luther kam gern nach Gotha



In Gotha, so soll Martin Luther einst ausgerufen haben, werfe der Teufel wohl mit Steinen nach ihm. Bei einer seiner Predigten fielen ein paar steinerne Brocken aus dem Giebel der Augustinerkirche. Bei einem anderen Aufenthalt
1537 in der Stadt wurde Luther schwer von Koliken und Blasensteinen geplagt.

Er nahm es nicht persönlich, es zog ihn trotzdem von Zeit zu Zeit hierher. In jene Residenzstadt, die wie ihre großen, von sich Reden machenden Schwestern ebenfalls für die Geschichte der Reformation von Bedeutung ist.

Auf Luthers Spuren



„Wir haben so viel zu zeigen und zu erzählen“, sagt Eleonore Voll, seit 25 Jahren
Stadtführerin in Gotha. Oft reiche einfach die Zeit nicht, um Gästen die Stadt noch näher zu bringen, beispielsweise in die Kirchen zu gehen, bedauert sie.

Mit neuen, unterschiedlich gestalteten Erlebnisrundgängen soll Gothas Bedeutung für Martin Luther und für die Reformation dem Interessierten nun ans Herz gelegt werden. Gotha möchte in der Luther-Dekade Zeichen setzen. „Allein unsere Augustinerkirche und das Kloster mit Sakristei und Kreuzgang
haben eine faszinierende Geschichte“, weiß Eleonore Voll. Auch in der Hospitalkirche, der Schlosskirche oder in der Margarethenkirche mit ihrer wunderbaren Akustik wandelt die Stadtführerin mit ihren Gästen auf den Spuren der Reformation.

Gründliche Recherche



In den vergangenen Monaten hat sich die Stadtführerin besonders intensiv mit dem Reformator beschäftigt. „Ich sehe ihn als einen unheimlich mutigen Menschen, der für seine Sache auch aufrecht auf dem Scheiterhaufen gestorben wäre“, sagt sie. Wochenlang hat sie sich für die neue Aufgabe durch dicke Bücher und allerlei Schriften gewühlt. „Es gibt sehr viel Literatur zu Luther, die vielen Informationen muss man erst einmal sortieren“, erinnert sie
sich an unzählige Recherchestunden.

Einflüsse bis in die Gegenwart



Besonders interessant findet Eleonore Voll, den Menschen und Umdenker
Luther nicht nur in seiner Zeit zu betrachten. Was war zuvor in Gotha, welche Auswirkungen haben sein Wirken bis in die heutige Zeit? Luther war beispielsweise eng mit Myconius befreundet, die sehr persönliche Korrespondenz beider Männer gibt ein beredtes Zeugnis davon. Friedrich
Myconius engagierte sich sehr für das Bildungswesen in Gotha, schuf sozusagen die Grundlage für das heutige Gymnasium Ernestinum. „Dieses Ansinnen ist eindeutig auf Luthers Einfluss zurückzuführen“, weiß die Stadtführerin.

Auch der für Gotha wichtige Lucas Cranach, der es meisterlich verstand, Luthers
Gedanken zu Bildern werden zu lassen, bleibt in Eleonore Volls Führungen nicht
unerwähnt. Ihm, so verrät sie, werde sich spätestens in zwei Jahren das Herzogliche Museum gesondert widmen. Auch sonst wird die Luther-Dekade
in den nächsten Jahren in Gotha eine große Rolle spielen. „Wir haben ja einiges zu zeigen“, weiß die Kennerin der Stadt und erzählt, dass eine Arbeitsgruppe eifrig dabei ist, Luther in Gotha mit neuem Leben zu erfüllen: „Ideen
dazu gibt es viele!“


Nächste Termine



Die nächsten Erlebnisrundgänge sind für den 29. November und den 20. Dezember um 15 Uhr geplant. Der Treffpunkt ist im Schlosshof. Zum Abschluss der erlebnisreichen Führungen erfreut KMD Uthmar Scheidig die Rundgänger mit Orgelmusik in der Margarethenkirche.
Karten für die Erlebnisrundgänge erhalten Sie in der Tourist-Information Gotha/ Gothaer Land am unteren Hauptmarkt. Infos: www.kultourstadt.de
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