Bist du es, Goldener Herbst?

Fühl mich doch noch so jung und frisch,
nein, mich trifft das Altern sicher noch nicht!
Doch wenn ich in den Spiegel schau,
sehe ich die Falten ganz genau.
Früher war ich jung und knackig,
und an der Ostsee auch mal nackig.
Sport war meine Leidenschaft,
weil der ja viele Kräfte schafft.
Keine Party ließ ich damals aus,
ob mit Kollegen oder mit Familie zu Haus.
Ängste oder Sorgen kannte ich nicht,
sah am Horizont immer nur das Licht.
Doch heute ist es da hinten Nacht,
kein Funke der da Hoffnung macht.
Denn leider ist mein Geld sehr knapp,
muss noch viel arbeiten, bin nur auf Trapp.
Irgendwann komm ich ins Altenheim,
dort werde ich einsam und alleine sein.
Auch weil im Name "Residenz" wird prangen,
werde ich um mein Geld dort bangen.
Neffen und auch die Nichten werde ich sehen,
wie sie in den Startlöchern stehen,
wie sie auf mein Ableben spekulieren,
weil sie auf das Erbe gieren.
Doch es wird nichts mehr zu holen sein,
denn zur Pflegestufe sagt man nein.
Wenn mein Gespartes ist dann alle,
werde ich zum Sozialfalle.
Das erste Mal im meinem Leben, dem langen,
muss ich um die Existenz nun bangen.
Mit 88 werde ich um mein Recht noch streiten,
um jeden Cent muss ich dann fighten.
Wo bleibt die Achtung vor den Alten!
Man will mich ausnehmen und stur verwalten.
Mein Lebenswerk ist nichtig,
nur mein Geld das ist noch wichtig.
Den goldenen Herbst hab ich mir anders vorgestellt,
nicht als armer Schlucker auf dieser Welt,
sondern als Mensch in Würde und ohne Sorgen
und keiner Angst vor dem was morgen.
Thomas Rund
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