Brandkatastrophe am Heiligabend – Was vor ein paar Jahren in Finsterbergen geschah

  Alles war wie in den vergangenen Jahren. Wir fuhren pünktlich am 24.12.2004 mit dem Auto 18.00 Uhr von Friedrichroda nach Finsterbergen los, um pünktlich zur Weihnachtsandacht am Heiligabend in
der Dreifaltigkeitskirche zu sein. Eine richtige Weihnachtskirche erwartet einen
in Finsterbergen. In dieser Kirche fand, einmalig in der Geschichte, ein gesamtdeutscher Weihnachtsgottesdienst in den Zeiten der deutschen Teilung statt. Dieser Weihnachtsgottesdienst
wurde in ganz Europa vom Fernsehsender ZDF im Jahre 1982 ausgestrahlt.
Der Abend war klar und die Sterne funkelten am Himmel. Eine kalte Luft umwehte uns beim aussteigen aus dem Auto und ab und an sah man Schneeflocken tanzen. Da lag sie vor uns, die für uns schönste Bergkirche in ganz Thüringen. Hell war sie angestrahlt von zahlreichen Lichtkegeln. Das schlichte Weiß der Kirche war das schönste Weihnachtskleid für das Gotteshaus. Mit den eintreten in die Kirche begann die Orgel zu spielen. Weihnachtslieder drangen unaufhörlich in die Ohren und der Blick ging nach oben an die Kirchendecke. In Deckengemälden wird in kurzer Form die christliche Botschaft erzählt. Angefangen mit der Geburt Jesu, fortgeführt vom Osterfest, Christi Himmelfahrt und abschließend mit der Aussendung des heiligen Geistes zu Pfingsten. Wer einmal in dieser Kirche war, der kommt immer wieder hierher. Der Weihnachtsgottesdienst war wieder von Feierlichkeit und Würde geprägt. Beim Ausgang gab der Pfarrer jeden persönlich die Hand. Alles war anscheinend so wie jedes Jahr.
Vor der Kirche spielte der ortsansässige Posaunenchor bekannte Weihnachtslieder.
Plötzlich mischte sich ein Sirenensignal mit Posaunenklängen. Verwunderte und verschreckte Blicke wechselten die Leute miteinander. Am Himmel erschien ein Lichtstrahl und Funken sprühten in die Luft.
Eine unheimliche Helligkeit machte sich über die Dorfhäuser Finsterbergens breit. Die Menschen begannen in Hektik zu verfallen. Einige Musikanten warfen ihre Instrumente in den frisch gefallenen Schnee und rannten in das nahe gelegene Feuerwehrhaus. Kurze Zeit hörte man die ersten Feuerwehrautos an der Kirche vorbeibrausen. Tatütata, überall Sirenen, umtriebiges wenig weihnachtliches Gewusel erfasste die Menschenmenge. Was war passiert? Ein nicht weit von der Kirche entferntes Haus war regelrecht in die Luft geflogen. War es ein Unfall oder war es ein Selbstmord eines einsamen Menschen? Die genauen Hintergründe werden wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Die Feuerwehr brachte den Brandherd unter Kontrolle und die letzten Flammen verlöschten. Nach dem Brandereignis hielten die Feuerwehrleute Brandwache. Bürger von Finsterbergen versorgten sie in dieser Nacht mit Getränken und Lebensmitteln und einen Wort des Dankes. So haben in dieser hoch heiligen Nacht die Bürger von Finsterbergen mit den Feuerwehrleuten mitgewacht.
Ein Grund mehr allen Bürgern einen Dank auszusprechen die Bereitschaftsdienst in den unterschiedlichsten Bereichen leisten und die Gemeinschaft vor Unheil bewahren.


Wissenswertes über die Kirche in Finsterbergen:
Die evangelische Dreifaltigkeitskirche wurde im Jahr 1730 erbaut, „ weil die Finsterberger sich so vermehrten…“ (so die Chronik der Kirchgemeinde) und damit sie nicht länger den beschwerlichen Weg über den Ölberg zur Kirche auf dem Johannesberg bei Altenbergen gehen mussten.
Die Ausstattung und Ausmalung entsprechen einer typischen protestantischen Kirche im damaligen Barockstil Der Hofmaler Dörfling hat die Geschichte der Bibel an die Kirchendecke und an die Emporenbrüstungen gemalt. Die Kirche wurde von 1974 – 1976 restauriert und trägt seitdem wieder ihren alten Glanz. Im Eingansbereich der Kirche sind Hinweise auf die Geschichte der Dreifaltigkeitskirche dargestellt. Im Altarraum befindet sich eine ausführliche schriftliche Führung durch die Kirche Die Kirche ist tagsüber bis 16.00 Uhr geöffnet und kann besichtigt werden.

Drei Glocken hängen im Turm: die Sonntagsglocke, die Betglocke und die Taufglocke.
Sie wurden 1959 aus Spendenmitteln angeschafft.
Kontakt: Ev. – Luth. Pfarramt Finsterbergen
Brunnenstraße 2
99894 Friedrichroda OT Finsterbergen
Tel.: 03623 306278
www.kandelaber.de
www.Feuerwehr- Catterfeld.de/ Feuerwehrchronik
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3 Kommentare
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Ulf Wirrbach aus Gotha | 28.12.2011 | 21:42  
2.016
Andreas Paasche aus Gotha | 29.12.2011 | 09:22  
5.691
Petra Seidel aus Weimar | 30.12.2011 | 14:33  
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