BSW-Fotogruppe Erfurt auf dem Schlossgelände Reinhardsbrunn

Herr Joachim Ortlepp, sein "Assistent" Nicolas Reum und Ralf Schneider zu Beginn der Führung
 
Hinweis zu den Führungen im Schlosspark
Friedrichroda: Reinhardsbrunn | So viel sei vorweggenommen, die BSW-Fotogruppe Erfurt unter der Leitung von Ralf Schneider macht was los. Dieses Mal, das war am Samstag den 20. Juli 2013, stand der Besuch der Schlossanlage Reinhardsbrunn bei Friedrichroda auf dem Programm.
BSW steht übrigens für Stiftung Bahn-Sozialwerk.
Bei herrlichstem Sommerwetter begrüßte uns 22 Hobby-Fotografen Herr Joachim Ortlepp und sein junger „Assistent“, der Schüler Nicolas Reum, am Eingang zum Schlosspark. Nach einer sehr konzentrierten und hochinformativen Einführung durch Herrn Ortlepp ging es dann gleich auf Entdeckungstour durch den herrlichen Schlosspark und die Außenanlagen des Schlosskomplexes. Die einstige Kunst der architektonischen und gärtnerischen Gestaltung der gesamten Anlage ist noch gut zu betrachten und dennoch berührt es den Besucher, wie man ein solch kunsthistorisches Bauwerk mit großzügiger Garten- und Teichlandschaft dem Verfall preisgeben kann.
Die heutige Schlossanlage Reinhardsbrunn hat eine fast 1000jährige Geschichte. Der Landschaftspark ist der erste in Thüringen mit romantischer Prägung. Er ist reich an seltenen heimischen Bäumen sowie an nordamerikanischen, asiatischen und südeuropäischen Arten. Darunter Bäume mit einem besonders ausgeprägtem Wachstum; natürlich Objekte eines jeden Fotografen. Ich denke da an einen Baum, der in sich vereint zwei unterschiedliche Blattformen hat, oder an sehr weit ausladende Verästelungen. Eben so richtige Exoten.
Herr Ortlepp wies auf die Besonderheiten in der Anlage hin und erzählte mit großem Sachverstand die eine oder andere Anekdote zum jeweiligen Standort, an dem wir auf unserem Rundgang angekommen waren. Das Klicken unserer Kameras war allgegenwärtig. Ein Fotoobjekt schöner als das andere.
Der große Gartenschöpfer des 19. Jahrhunderts, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, kommentierte sein Erlebnis Reinhardsbrunn einmal so: „Reinhardsbrunn ist ohne Zweifel als Werk der Kunst und Natur zusammengenommen, jetzt die schönste Anlage und einer der sehenswertesten Punkte im Thüringer Wald.“
Unserer Fotogruppe wurde eine besondere Ausnahme ermöglicht. Wir durften in das Innere einiger Gebäude. Dafür ein großes Dankeschön an den Veranstalter der Gartenführungen Kirche und Tourismus e.V. Reinhardsbrunn 05.
Die Schönheit ließ sich im Prinzip nur noch erahnen. In einigen Räumen bewunderten wir einzigartige Deckenmalereien und Parkettverlegungen; in allen Räumen anders gestaltet. Alles natürlich restaurierungsbedürftig. Der Förderverein um solche Menschen wie Herrn Ortlepp und dem Nicolas hat erst einmal erreichen können, dass kein weiterer Verfall zugelassen wird und Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden. Das Land Thüringen unterstützt diese Initiative. Ministerpräsidentin Frau Lieberknecht selbst, setzt sich nach Aussage von Herrn Ortlepp für eine Lösung dieses einzigartigen Projektes ein. Zu wünschen bleibt nur, dass möglichst bald eine echte Lösung greift.
Wenn man bedenkt, dass der gesamte Schlosskomplex seit 1961 Hotel des VEB Reisebüro der DDR war und vor allem devisenträchtige Touristen aus dem Ausland anlockte und nach der Wende weiter genutzt sowie vom ADAC empfohlen wurde, kann man den derzeitigen Zustand der baulichen Substanz nicht begreifen und nicht akzeptieren. Gewissermaßen als Zeitdokument hat unsere Fotogruppe sehr viele traurig-interssante Aufnahmen gemacht, die bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden können.
Mich persönlich bewegt aus gutem Grund eine Frage, wie konnte man (die Politik der Bundesrepublik Deutschland) die Treuhandanstalt so schalten und walten lassen, dass ein kulturhistorisch bedeutsames Objekt in Thüringen und damit natürlich in Deutschland, eine funktionierende Hotelanlage, die nach meiner Schätzung mindestens 100 Menschen direkt und vielen Menschen im Umfeld Arbeit gegeben hätte, so verkommen lassen? Keine weiteren Fragen Euer Ehren.
Summa summarum war unser Fotoausflug nach Reinhardsbrunn mehr als nur ein Erlebnis. Es war mehr als nur fotografieren. Es war ein Geschichtsausflug mit Anregungen für das Tun in Gegenwart und Zukunft.
Beim anschließenden Essen in der nahegelegenen Fischaufzucht waren wir uns alle einig, wir kommen wieder, um vor allem den zügigen Wiederaufbau der Schloss- und Parkanlage Reinhardsbrunn fotografisch zu dokumentieren.

Bei Herrn Joachim Ortlepp und dem Nicolas Reum bedanken sich die Mitglieder der BSW-Fotogruppe Erfurt für die interessanten Stunden ganz herzlich.

Kontaktdaten BSW-Fotogruppe Erfurt
www.fotostammtisch-erfurt.de


In der Hoffnung, einen Besuch im Schlosspark Reinhardsbrunn angeregt zu haben, verabschiedet sich für heute

Ihr BürgerReporter

Jörg Hoffmann
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