Comedian und Liedermacher El Mago Masin macht in Gotha die "Rolle rückwärts" - Dieses Interview beginnt deshalb am Ende

Wann? 30.09.2015 20:00 Uhr

Wo? Londoner, Schlachthofbühne, Parkstraße 15, 99867 Gotha DE
„Rolle rückwärts“ heißt das Programm, mit dem Gitarrist, Comedian und Liedermacher El Mago Masin nach Gotha kommt. Der Clou: Die Show läuft verkehrt herum. (Foto: El Mago Masin)
 
Der Kolibri ist der einzige Vogel, der rückwärts fliegen kann. Kein Wunder, dass er das Tourplakat von El Mago Masin schmückt. (Foto: El Mago Masin)
Gotha: Londoner, Schlachthofbühne |

- „Rolle rückwärts“ heißt das Programm, mit dem Gitarrist, Comedian und Liedermacher El Mago Masin nach Gotha kommt.
- Der Clou: Die Show läuft verkehrt herum. Daher beginne ich dieses Gespräch mit ihm auch gleich am Ende.
- Dieses Rückwärts-Interview mit El Mago Masin dreht sich um einen magischen ­Ur-Ur-Ur-Großvater, einen Delphin-Defibrillatoren und die Geburt eines Kälbchens.

Danke für das Gespräch und viel Spaß in Gotha.
Ja, danke.

Und sind Esel die besseren Menschen – oder zumindest die bessere Begleitung?
Esel sind die besseren Menschen! Man denkt ja so klischeehaft, Esel sind störrisch oder sogar dumm. Aber sie haben einfach nur ihren eigenen Kopf und das ist gut. So viel Gutmütigkeit und Ruhe – also ich habe mir da ganz viel abgeschaut.

Du hast deinen Sommer nicht am Meer verbracht, sondern auf der Alm – mit einem Esel. Was waren die coolsten Erlebnisse auf dieser Tour?
Mit Abstand das Beeindruckendste war die Geburt eines Kälbchens. Da war ich live dabei und die Geburt war auch nicht ganz unkompliziert. Aber am Ende waren alle gesund. Dann sind alle Bauern mit mir in die Hütte gegangen und dann haben wir gefeiert. Aber das Kälbchen wurde leider ein Mädchen. Sonst wäre es ein Wolfgang geworden.

Du hast ja auch ein Lied darüber geschrieben, dass dir dein Name hinderlich bei den Mädels war.
Das ist richtig. Also in den 90er-Jahren als Jugendlicher Wolfgang zu heißen, war eher hinderlich bei der Suche nach der richtigen Frau.

El Mago, der Magier Masin – woher stammt dein Künstlername? Klang Wolfgang nicht magisch genug?
Das hat jetzt mit meinem künstlerischen Tun gar nichts zu tun. Ich habe mir den Namen eher früh verpasst. Wirklich, weil Wolfgang so schlimm war. Aber mein Ur-Ur-Ur-Großvater war ein berühmter spanischer Zauberer. Daher der Bogen.

Es gibt ja manchmal sogar Zweifel daran, dass sie echt sind. Es gibt bei Facebook ein Foto mit strombergmäßiger Halbglatze – ist dieses Bild echt und trägst du, wie es schon bezeichnet wurde, nur eine Tintenfischperücke?

Das möchte ich mal offen lassen. Man soll ja so einen Mythos auch nicht zerstören. Aber vielleicht werde ich das Geheimnis lüften auf der Bühne im Londoner in Gotha.

Das größte Wiedererkennungsmerkmal sind deine langen Haare mit den Rastafari-Dreadlocks. Deine „Frisur“ ist ja immer wieder Gesprächsthema. Zum Beispiel: Ob man deine Haare waschen kann?
Das ist richtig. Man kann die Haare waschen. Mach ich aber nicht.

Die Vita eines Liedermachers oder Comedians liest sich immer wie ein einziges Casting. Da sind dann immer die ganzen Preise von Kleinkunstwettbewerben aufgezählt. Nervt dieser ständige Wettkampf nicht?
Wenn man das Ganze nicht so sehr als Wettkampf sieht, dann macht so ein Wettbewerb auch wirklich Spaß. Ich hänge mich dann auch nicht so daran auf. Jeder macht solche Wettbewerbe, denn sie bringen was. Du kommst leichter in Bühnen rein, wenn du sagst, ich habe dies oder das gewonnen. Aber ich sehe das eigentlich ganz locker. Ich mache so 20 Wettbewerbe und ein paar gewinne ich und ein paar nicht. Also man muss diesem Wettbewerbszeug gar nicht so viel Gewicht geben. Und wenn man das macht, dann gewinnt man auch leichter, als wenn sich anstellt und ständig denkt: "Oh Mensch, ich muss hier gewinnen." Das ist so meine Erfahrung.

"Das ist schon gut, wenn man weiß, wo man ist."


Und wenn du dann so über die Straße oder durch die Fußgängerzone gehst – wirst du erkannt? Sprich: Führst du schon ein Prominentenleben?
Doch ab und zu. Ich kann auch gar nicht irgendwie einschätzen, wo jetzt mehr oder weniger. Manchmal so und manchmal nicht. Aber wenn: Dann sind es immer ganz nette Menschen.

Du hast mal in einem Interview gesagt, dass du als Vorbereitung gerne früh in die Städte anreist und dann mit der U-Bahn herumfährst. Wie vertreibst du dir denn die Zeit in Gotha so ohne U-Bahn?
Da muss ich mal gucken, wie wir das in Gotha machen. Vielleicht kann mich ja jemand rumfahren und wir tun so als ob. Aber ich atme da gerne etwas ein von der Stadt, in der ich spiele, um das abends dann auch zu verarbeiten auf der Bühne. Das ist schon gut, wenn man weiß, wo man ist.

Wenn alles rückwärts läuft – hast du dann nach der Show Lampenfieber? Oder bekommst du gar keines mehr?
Lampenfieber habe ich kaum noch. Aber ich glaube, das ist wie mit allem, das man häufig macht. Wobei man hier auch wieder differenzieren kann: Ich spiele jetzt auch nicht so viel Fernsehe. Wenn es also eine Fernsehgeschichte ist, dann bin ich schon ein bisschen angespannter als sonst. Aber im Normalfall: Was man dauernd und gerne macht, ist eigentlich kein Thema.

Das Publikum hilft ja auch immer wieder aus und wird einbezogen, singt mit oder spielt Luftposaune. Wer schüchtern ist, sollte sich weiter hinten verstecken?
Nein, der darf auch kommen, weil ich ich habe da einen ganz guten Blick und beobachte schon, wer für welche Aktion wirklich geeignet wäre. Deshalb erwische ich dann oft die Richtigen. Natürlich ist das immer ein Risiko, so viel mit den Leuten zu machen. Aber wenn es dann klappt, ist das Ergebnis für alle ein einmaliges Erlebnis einer Show. Dann finde ich es immer ganz schön.

"Ich sitze im südchinesischen Meer und defibrilliere einen Delphin."


Wer deine Kleinkunst beschreibt, vergleicht dich gerne mit Barden und Bänkelsängern. Schmeichelt dir der Vergleich und hättest du gerne in dieser Zeit gelebt?
Es ist schon naheliegend. Ich habe wirklich auch als Liedermacher angefangen. Deswegen ist diese Bezeichnung für mich o.k. Aber ich lebe schon gerne jetzt…. gerade.

Worum geht es denn in deinen Texten und wie kommst du auf die Ideen?
Das ist sehr weit gefächert. Oftmals entsteht ein Text nur aus einem Wort, das ich interessant finde. Zum Beispiel habe ich ein Lied, das heißt: Delphin-Defibrillator. Und da baue ich dann um dieses Wort die Geschichte herum. Diese Geschichte beginnt beispielsweise so: Ich sitze im südchinesischen Meer und defibrilliere einen Delphin.

Ist ja auch clever: Auf diese Weise fängt der Abend immer mit Standing Ovations für dich an. Wie verdienst du dir den Applaus denn?
Jaja, ich verdiene mir diese Standing Ovations natürlich durch einen grandiosen Abend. Und indem ich am Ende sage: "Standig Ovations hatte ich schon lange nicht mehr." Also die Ovationen, die vorher gewesen sein sollen, also die eigentlich noch kommen. Ja gut, ich fordere sie ein.

Hallo, du kommst mit deinem Programm „Rolle rückwärts“ nach Gotha und beginnst mit dem Aufhören. Läuft an diesem Abend wirklich alles rückwärts für das Publikum?
Der Name ist wirklich komplett Programm. Ich sitze draußen, gebe Autogramme, wenn die Leute reinkommen. Und es endet mit dem Soundcheck.

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