Da könnt ich ein Lied von singen – Liedguterweiterung

Gegenwärtig scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. Nix mit 1. / 2. / 3.Welt! Wie stark wir alle „eine Welt" sind, wird deutlich bei den Auswirkungen der Revolten (oder doch Revolution?) in Ägypten und anderen arabischen Ländern politisch wie wirtschaftlich. Von Griechenland gar nicht zu sprechen. Dazu dann noch die Unzulänglichkeit der EU und wirkungsvoll daneben tappende Bundesregierung, die Bildungs-Kleinstaaterei Deutschlands, sozialer Abbau begleitet von höchstem Lob eingeführter Reformen, die das Papier nicht wert sind, auf das man sie druckt.

Es ließe sich wahrlich ein mehrstrophisches Lied anstimmen, welches Moritatengesänge der Geschichte in Länge und Anprangerungen weit übertreffen dürfte.

Irgendwann ist einem bei all dem dann doch so übel, fühlt man sich derart beklemmend eingeengt und schier hilflos, schon weil die Anzahl der Fronten derart groß ist, dass man gar nicht überall kämpfen kann. (Bleibt dann auch noch die Frage, wofür und mit wem?)

Mich von dieser Bedrückung befreiend, hatte ich mal wieder in Liederbüchern gestöbert, meine früheren (DDRigen) mit heutigen verglichen. Dabei stieß ich erneut auf ein Lied, zu dem ich schon vor einiger Zeit eine mir fehlende vierte Strophe hinzugefügt hatte.
Nun nutze ich die Gelegenheit, dies auch hier öffentlich zum Besten zu geben:

Hab’ mein Wagen vollgeladen
(1)
Hab’ mein Wagen vollgeladen, voll mit alten Weibsen.
Als wir in die Stadt ’reinkamen, fing’n sie an zu keifen.
Drum lad’ ich all mein Lebetage nie alte Weibsen auf mein’ Wage.
Hü, Schimmel hü, ja hü!
Hü, Schimmel hü!

(2)
Hab’ mein Wagen vollgeladen, voll mit Männern alten.
Als wir in die Stadt ’reinkamen, murrten sie und schalten.
Drum lad’ ich all mein Lebetage nie alte Männer auf mein’ Wage.
Hü, Schimmel hü, ja hü!
Hü, Schimmel hü!

(3)
Hab’ mein Wagen vollgeladen, voll mit jungen Mädchen.
Als wir zu dem Tor ’reinkamen, sangen sie durchs Städtchen.
Drum lad’ ich all mein Lebetage nur junge Mädchen auf mein’ Wage.
Hü, Schimmel hü, ja hü!
Hü, Schimmel hü!

(Worte und Weise: Volkslied (17.Jh.), gelangte aus den Niederlanden nach Deutschland, wo es als Fuhrmannslied innerhalb kurzer Zeit weithin bekannt wurde.)

(4)
Hab’ mein Wagen vollgeladen, voll mit Männern jungen.
Als wir zu dem Tor ’reinkamen, hab’n sie auch gesungen.
Drum lad’ ich all mein Lebetage auch junge Männer auf mein’ Wage.
Hü, Schimmel hü, ja hü!
Hü, Schimmel hü!


__________________________

Noch ein Hinweis zum „Rennsteiglied“:

Da mitunter Strophen verwechselt werden, gibt es für das Rennsteiglied ein ganz einfaches Merkwort „IDA“
(1) Ich wandre ja so gerne, am Rennsteig durch das Land . . .
(2) Durch Buchen, Fichten, Tannen, so schreit’ ich in den Tag . . .
(3) An silberklaren Bächen sich manches Mühlrad dreht . . .
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