Das erste große Kino

  Gotha: Kino Capitol |

Helen Woigk spielt eine Hauptrolle in dem Kinofilm: "Das Leben ist nichts für Feiglinge", der am Donnerstag, 18. April, in den Kinos anläuft:

GOTHA. „Meine Enkelin spielt die Hauptrolle in einem Kinofilm“, erzählt Willi Woigk stolz und freut sich riesig über den Erfolg der 21-Jährigen. Helen Woigk wurde in Konstanz geboren und lebt heute in Berlin. Ihre Eltern, Vater Thomas Woigk und Mutter Gaby Kayser, die Nichte des bekannten Gothaer Malers Otto Kayser, wurden beide in Gotha geboren. „Und auch ich werde demnächst garantiert wieder einmal ins Kino gehen, um Helen auf der ganz großen Leinwand zu bewundern“, sagt Opa Willi. Denn am 18. April kommt der Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ in die Kinos. Vorab sprach AA-Redakteur Uwe-Jens Igel mit Jungschauspielerin Helen Woigk.

Herzlichen Glückwunsch zur Hauptrolle. Wie kamen Sie zum Film und wann haben Sie den Beruf Schauspielerin für sich entdeckt?
Antwort: „Dankeschön! Meine Tante Viola Woigk, Musikerin der Band `Viola Con Padrinos und Viola Mirage´ und Tochter von Wilfried hat, als ich 15 war, die Idee gehabt, meinen Cousin William und mich bei einer Schauspielagentur vorzustellen. Sie waren der Meinung, dass das zu mir passen könnte. Ich bin dann der Agentur beigetreten und habe bei dem wöchentlichen Schauspieltraining von Kristiane Kupfer mitgemacht und später mit den ersten Drehs meine ersten Erfahrungen gesammelt, viel gelernt, meine Schüchternheit überwunden, mich weiterentwickelt und gemerkt: Yes, das möchte ich für immer machen!“

In „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ spielen Sie die 15-jährige Kim, die sich nach dem Tod der Mutter total verändert und mit einem Jungen nach Dänemark durchbrennt. Wie leicht oder schwer ist es, sich in diese Rolle einzuarbeiten – sich mit Kim zu identifizieren?
Antwort: „Ich konnte nicht sofort genau nachempfinden, was in einem vorgeht, wenn eine der wichtigsten Bezugspersonen plötzlich stirbt. Ich habe versucht, mich intuitiv in die Situation hineinzuversetzen. Wie zeigt sich die Verarbeitung eines solchen Schmerzes? Was Für Gedanken kommen auf? Welche Kurzschlussreaktionen konnten passieren? Wie schützt man sich vor der Verzweiflung? Wie zeigt man sich nach außen hin? Gleichzeitig muss man natürlich genau analysieren, wie diese Figur Kim denkt, handelt und auftritt, denn es ist ja Kim und nicht Helen, die später auf der Leinwand zu sehen sein wird. Als ich Kim näher kennengelernt habe, merkte ich, dass ich mich durchaus mit ihr identifizieren kann, da sie mir in vielen Situationen ähnlich ist. Beispielsweise mit dem Hang zum `Anderssein´, in Form von Kleidung, Musik, aber auch einfach ihre Art. Unser Regisseur André Erkau sagte kürzlich zu mir: `Ich mochte gleich beim Casting dieses positive Seltsame an Helen, das Veträumte, leicht Verwirrte…´ Und die Kim ist ja auch manchmal seltsam, lebt in ihrer eigenen Welt und das macht sie als Figur so interessant. Außerdem habe ich auch einen Hang zu spontanen, impulsiven Handlungen ohne den Gedanken über die Konsequenzen, so wie Kim, als sie entschließt, einfach nach Dänemark abzuhauen.“

Wie verändert sich das Leben, wenn man regelmäßig vor der Kamera steht, mit bekannten Kollegen dreht?
Antwort: „Ich genieße die aufregenden Erlebnisse, wie die Screenings auf Festivals, bei der jetzigen Kinotour und der Premiere, das ganze Drumherum und das Zusammentreffen und Arbeiten mit den Kollegen. Ich lerne daraus und bewahre es gut in Erinnerung. Wenn ich allerdings zu Hause bin, geht mein Leben aber ganz normal weiter, genau wie bei den Menschen um mich herum. Ich fühle mich nicht anders, ich vergesse eher den Rummel um meine Person. Natürlich treffe ich mich mit Freunden, gehe feiern, einkaufen und besuche auch hin und wieder gern meine Familie in Thüringen.“
Nach „Desperados on the Block“, „Das Geheimnis in Siebenbürgen“ und „Die Gräfin“ ist die Kim jetzt ihre erste Hauptrolle. Woran arbeiten Sie gerade?
Antwort: „Ich bin gerade für meinen aktuellen Film auf Kinotour und stelle ihn in verschiedenen Städten vor Kinopublikum vor. Im Mai werde ich weiter für das Kinoprojekt "Ohne Dich" die Rolle des jungen, schwangeren Mädchens Motte übernehmen.“



Gehen Sie selbst gern ins Kino? Welcher ist Ihr Lieblingsfilm?
Antwort: „Ja, ich schau mir gern Hollywoodfilme an – seitdem ich selbst drehe, aber auch vermehrt deutsche Produktionen. Von den aktuellen Filmen `Oh Boy´ und `Schuld sind immer die Anderen´ war ich zum Beispiel sehr begeistert. Ich liebe auch Klassiker, wie `Leon der Profi´, `American Beauty´ oder `Der Schuh des Manitu´.“

Mit welchem Schauspieler möchten Sie gern einmal vor der Kamera stehen?
Antwort: „Ich hatte das Glück mit einigen Schauspielern und Schauspielerinnen, die ich sehr schätze, wie Wotan Wilke Möhring, Rosalie Thomass oder Christina Hecke arbeiten zu dürfen und freue mich darauf auch weitere kennenlernen. Es wäre natürlich interessant zu sehen, wie zum Beispiel Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu und Nora Tschirner wirklich so drauf sind, wie sie denken und arbeiten.“

Wann sind Sie wieder in Gotha? Nehmen Sie Opa Willi dann mit ins Kino – ich Ihren Film?
Antwort: „So bald wie möglich und klar, die ganze Familie kommt mit!“
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2 Kommentare
5.081
Joachim Kerst aus Erfurt | 22.04.2013 | 07:24  
480
Silke Rönnert aus Gotha | 23.04.2013 | 10:14  
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