Das normale verrückte Leben

  Gotha: Lesecafe´ | Autor und Bürgerreporter Tobias Schindegger liest aus seinem ersten Roman:


GOTHA. Wie es einem Mann ergeht, der mit seinem Leben immer weniger zurecht kommt und sich für einen bedauernswerten Gnom hält, verrät Autor Tobias Schindegger in seinem ersten Roman „Gnom, unser“, der kürzlich als E-Book erschienen ist. Seine Hauptfigur, Ilt, der besagte Gnom, befindet sich in ärztlicher Behandlung. Er gibt sich seinen Wahnvorstellungen hin und bemerkt, dass diese sein Leben ziemlich aufregend gestalten. In diesem Leben hat er eine Mission. Er muss verschiedene Parallelwelten, welcher unserer ähnlich ist, vor einem bösen Wesen namens Cleaner retten. Dazu trifft er auf Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können. Ausgestattet ist er mit einem Omeziometer (einer technischen Erfindung des Autoren), welches ihm ermöglicht, durch Raum und Zeit zu teleportieren. Dummerweise scheint auch dieses Omeziometer seinen ganz eigenen Willen zu haben … Warum kann man in „Gnom, unser“ nicht richtig blättern? „Weil es als E-Book erschienen ist. Das erleichtet das Verlegen ungemein. Denn als Selbstverleger brauche ich nicht auf die nervenaufreibende Suche nach einem Verlag gehen. Außerdem geht der Trend immer mehr zum E-Book gerade bei Neueinsteigern“, sagt Tobias Schindegger, der als Selbstverleger aber auch deutlich mehr auf viele kleine Details achten muss.


Wo liegen die Fallstricke im Einzelnen? „Als Selbstverleger habe ich natürlich kein Lektorat. Das heißt, ich muss auf 1000 Kleinigkeiten selbst achten. Ganz wichtig sind die Urheberrechtsverletzungen und Gesetzlichkeiten, die Korrektur des Buches, die PR-Arbeit und Vermarktung bis zu solch entscheidenden Dingen wie dem Titel des Buches. Denn Titel-Dopplungen und ähnlich klingendes muss man unbedingt im Vorfeld vermeiden, wenn man Ärger aus dem Weg gehen möchte.“ Geht der Trend jetzt immer mehr zum E-Book? „Ja und nein. Bei bekannten Autoren eindeutig nein, bei Neulingen muss man hier eher ja sagen. Denn zum einen sind die Kosten für ein elektronisches Buch natürlich deutlich geringer was wiederum die Suche nach einem Verlag erschwert. Denn immer mehr Verlage schauen sich das Ranking bei den E-Books an und entscheiden dann, welches Buch sie verlegen. So können sie vorab schon sehen, ob und wie sich ein Werk am Ende auch als Buch verkauft“, resümiert Autor Schindegger, der schon mehrere Fachbücher auf seinem Gebiet verlegt hat.


Und nun der erste Fiktionaltext. Wie kam es dazu? „Ich habe mir das schon lange vorgenommen. Doch viele Jahre habe ich nur für mich geschrieben. Habe immer wieder Menschen beobachtet und ihre Reaktionen auf die unterschiedlichsten Dinge aufgeschrieben. Die Geschichte als solche hatte ich schon lange im Kopf. Über die Jahre habe ich sie immer mehr mit Leben füllen können, habe immer wieder Details hinzugefügt, ehe ich alles zu einem stimmigen Paket schnüren konnte. Ich habe Gesellschaftssatire in einen Fantasy-Roman gepackt. Vorbilder waren unter anderem Walter Moers und Terry Pratchett. Wie verbindet sich das mit dem reellen Leben? „Durch meine Arbeit und meine Interessen bin ich den unterschiedlichsten Menschen begegnet, habe ihre Charaktere und Eigenarten in meinen Notizbüchern festgehalten und sie mit neuem Leben erfüllt. Durch die Verknüpfung mit dem Alltag hat sich ein völlig neues Bild ergeben.“ Sie lesen aus ihrem Buch, wann und wo kann man sie erleben? „Bereits heute Nachmittag live und in Farbe. Denn ich bin dabei, wenn es ab 15 Uhr im Bürgersaal des Historischen Rathauses heißt `Gothaer Leserunde´. Darüber hinaus bin ich am Freitag, 8. März, zu hören im `Second Life´. Bei dem Verein `Brennende Buchstaben´ gibt es eine virtuelle Lesung über das Internet, die man von 20 bis 22 Uhr im Kafé Krümelkram verfolgen kann.“ Und wie geht es weiter? „Das Werk `Gnom, unser´ ist der erste Teil einer Trilogie, die das normale verrückte Leben beschreibt. Teil 2 erscheint Ende dieses Jahres und der dritte Teil ist auch schon in groben Zügen so gut wie fertig. Was dann allerdingst geschieht und wie es weiter geht wird noch nicht verraten“, macht Autor Tobias Schindegger neugierig.

HINWEIS: siehe ausch http://www.meinanzeiger.de/erfurt/kultur/atelier-t...
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