Dem Inselsberg fehlt die nötige Würdigung – außer „Stöhr“

Blick von Tabarz hoch zum Inselsberg
 
Blick nach Schwarzhausen / mittlerer Hintergrund links Hörselberge
„Schaut mal wieder auf den Inselsberg – aber erschreckt nicht!“ – haben wir letztens oft gehört. Also fuhren wir hinauf von Tabarz auf den 916m hohen Inselsberg, der damit nicht der höchste Berg des Thüringer Waldes ist.
Den Eindruck, dass die Spitze dieses interessanten wie beliebten Thüringer Ausflugzieles etwas verwildert ist, bekamen wir schon bei der Auffahrt.

Doch zuerst erfreuten wir uns an dem herrlichen Blick über Schwarzhausen hinweg bis zu den Hörselbergen, sahen das Hörselberghaus und den Antennenmast. Da atmet man einfach tief ein und genießt.
Umgedreht und die drei weithin sichtbaren Zeichen des Inselsberges im Blick! Die alte quadratische Wetterstation, der gläserne höherer Rundbau und schließlich der riesige Umsetzer sind schon imposant. Schmunzelnd die Werbung der Thüringer Rotbratwurst – tja, eigentlich hier oben immer bekommen und wahrlich sehr schmackhaft.

Weit öffnet sich der Blick hinunter ins Goth’sche Land zwischen dem Wegweiser und der Bank mit der entsprechenden eingeschnitzten Schrift. Leider auch hier deutlich die Vernachlässigung zu sehen.

Von einem Stein aus hat man einerseits wieder einen hübschen Blick auf die Wahrzeichen des Gipfels mit dem riesig herausragenden Umsetzer.
Aber der Blick zurück weist auf den „Berggasthof Stadt Gotha“, das Restaurant, in dem seit mehreren Monaten nix mehr los ist. Das Hinweisschild auf vorübergehende Schließung wegen Krankheit entspricht nicht den Tatsachen. Doch gleich aus welchem Grund: Zu ist zu! Das betrifft auch den Andenkenladen und die Holzhütte, wo es immer die genannte Thüringer Rostbratwurst gab!
Wirklich schade!

Da lobt der Gipfelbesucher den „Berggasthof Stöhr“, der seit 1899 im Familienbesitz ist und in Vielfalt wie gutem Geschmack seiner Speisen allein den Besuch dieser Thüringer Bergspitze rechtfertigt. Eine schnelle Zubereitung und Ausgabe von Essen und Getränken macht schon beim Zuschauen Freude. Auch die Chefin legt mit Hand an und hat ein Auge darauf, dass schnell serviert aber ebenso auch abgeräumt wird, damit ein fixer Gastwechsel möglich ist und dieser den Hauptteil seiner Zeit dem Wandern und der Aussicht widmen kann.

Bei dem herrlichen Wetter, welches wir erleben durften, sind die Plätze auf der Terrasse ideal und ist auch für ausreichend Schatten gesorgt.
Schnell noch ein Blick über das Land. Dann im kleinen Schankraum bestellt, was später oben aus der Küche hinaus in den Biergarten gebracht wird. „Wo sitzen sie?“ Gleich um die Ecke! „Also auf den Holzbänken!“.
Das Dingsleber Bier kann ich im Krug gleich mitnehmen. Weißweinschorle und die Speisen werden gebracht.

Fröhliche Bedienung trägt Speisen und Getränke vorüber, bei denen uns das Wasser im Munde zusammen läuft, deren Erhalt wir aber verneinen. Dann kommen Leber einerseits und Hefekloß mit Heidelbeeren andererseits für uns. Ja, der Hefekloß ist meine Gaumenfreude!
Das Personal zeigt sich die ganze Zeit in der wir es uns gut gehen lassen als freundlich, hilfsbereit, Auskunftsperson, schnell aber nicht rennend(!), immer zuvorkommend und schließlich sich darüber freuend, wenn es dem Gast (wie uns) geschmeckt hat.

So können wir abschließend feststellen, dass der Inselsberg nach wie vor eine gute Adresse für Wanderer und Liebhaber des Thüringer Waldes sowie herzhafter Speisen ist. Nicht nur die Rennsteigwanderer haben hier die Chance einer guten Rast.
Und vielleicht wird das Drumherum auch wieder schön und macht das Restaurant „Stadt Gotha“ wieder für die Gäste auf.

Dass auf das kleine Touristenbähnlein von Tabarz oder dem kleinen Inselsberg bis zur Spitze hinauf verzichtet werden muss, ist leider ein Attraktionsverlust dieses Ausflugszieles.
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