Der Sport macht den Unterschied -Eindrücke vom Schüleraustausch Arnoldi-Gastonia

Abschlussparty bei Sunny und Simon am Lake Wylie
 
Washington - hier stand Forrest Gump!
Seit 1993 besitzt Gotha eine amerikanische Partnerstadt namens Gastonia. Sie liegt im Bundesstaat North Carolina an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika und ist mit ca. 75000 Einwohnern deutlich größer als ihre Partnerstadt aus Thüringen. Seit nun genau 20 Jahren führt unser Arnoldi-Gymnasium Gotha ein Austauschprogramm mit Gastonia für Schüler der oberen Klassen durch. Auch in diesem Jahr wurde dieses einmalige Erlebnis wieder interessierten Arnoldianern ermöglicht. Nachdem zehn amerikanische Austauschschüler im Juni dieses Jahres schon Gotha, die Arnoldischüler und deren Familien besucht hatten, stand vom 26. September bis zum 12. Oktober 2015 deren Gegenbesuch in den USA an. Natürlich war die Wiedersehensfreude riesig, auch nach dem für manch einen ermüdenden Flug von Frankfurt nach Charlotte. Begleitet wurden die zehn deutschen Jugendlichen vom Schulleiter des Gymnasiums, Clemens Festag, und dessen Frau. Bereits am Morgen des ersten Tages trafen wir John Bridgeman, den Bürgermeister von Gastonia. Den kannten wir schon, weil er im vergangenen Juni die im Westen Gothas gelegene Gastonia-Straße mit Gothas OB und uns zusammen eingeweiht hatte. Genau aus diesem Grunde war es uns jungen Gothaern eine große Ehre, zusammen mit der dreiköpfigen offiziellen Delegation aus Gotha den Gotha-Greenway, einen Wanderweg in einem Park mitten in Gastonia, einweihen zu dürfen. Auch durch solche Gesten merkt man schließlich die enge Verbundenheit unserer Partnerstädte.
Bei unseren folgenden Aktivitäten wurden wir übrigens von 10 Austauschschülern aus Peru begleitet. Sie stammten aus Santagio de Surco, einer weitere Partnerstadt Gastonias. Der kulturelle Dialog fand also zwischen drei Kulturen statt und hat viel Spaß gemacht.
Eine besondere Erfahrung für jeden Austauschschüler war das Erleben eines amerikanischen Schultages, denn es ließen sich viele Unterschiede zu Deutschland feststellen. Je nach Schulzugehörigkeit unserer Gastbrüder und Gastschwestern verteilten wir uns auf die Forestview High School, mit rund 1200 Schülern immerhin fast doppelt so groß wie unser eigenes Gymnasium, oder die Ashbrook High School. Diese ist mit fast 1400 Schülern noch größer und Forestviews größte Rivalin.
Es ließ sich beobachten, dass der Sport an einer amerikanischen High School einen viel höheren Stellenwert hat. Als Schüler kann man diverse Sportaktivitäten wählen. Neben Basketball, Cross Country und Baseball gab es auch Schwimmkurse und, natürlich, American Football. Jede High School hat ihr eigenes Team und ein eigenes großes Footballstadion. Auch andere Sportfelder, beispielsweise Baseballfelder sind natürlich vorhanden. Ein tolles Erlebnis, was sicherlich in Erinnerung bleiben wird, war es, an einem richtigen High- School-Footballgame als Zuschauer dabei sein zu können. Trotz Starkregen und Kälte – Hurricane Joaquin ließ grüßen - war es ein Highlight, welches man jedem USA-Besucher nur wärmstens empfehlen kann. Andere besondere Erlebnisse waren Besuche im National Whitewater Center, einem Wildwasser – Erlebnispark mit Kletterpark, ZIP-Line und schönem Wetter inklusive, auf der Bit of Hope Ranch, bei Scarowinds, einem gigantischen Freizeitpark, im Schiele-Museum und natürlich die Fahrradtour durch die größte Stadt in North Carolina, Charlotte. Das Radeln durch die imposante Skyline war ein ganz einmaliger Höhepunkt.
Schon am Abschiedsabend liefen am Lake Wylie die Tränen bei vielen, doch Termine zum Wiedersehen wurden bereits klar gemacht.
Nach den wunderschönen Tagen in Gastonia ging es für die Arnoldianer noch drei Tage nach Washington D.C. Neben den berühmten Sehenswürdigkeiten, wie dem Weißen Haus, dem Capitol und dem Washington Memorial standen auch der berühmte Arlington Friedhof und das aus Filmen bekannte Lincoln Memorial auf dem Programm. Im Capitol gab es eine interessante Führung durch Mitarbeiter des Büros von North Carolinas Senator Richard Burr. Wir durften zudem die ungewöhnliche Erfahrung machen, den 20. Jahrestag vom Million Man March on Washington, eine neuerliche Demonstration von Afroamerikanern unter dem Slogan „Justice Or Else“ („Gerechtigkeit, sonst gibt‘s was“), mitzuerleben. Hunderttausende demonstrierten am 10. Oktober 2015 auf der National Mall vor dem Capitol hauptsächlich gegen die von ihnen empfundene Willkür der Gesetzeshüter gegenüber Afroamerikanern.
Insgesamt kann man jedem Schüler empfehlen, einen solch spannenden Austausch einmal mitzuerleben, denn man verbessert nicht nur seine englischen Sprachkenntnisse, man findet auch gute Freunde und sammelt jede Menge spannende Eindrücke und Erlebnisse.
Die Arnoldischule dankt allen Organisatoren und Gastgebern aus Gastonia, der German Language and Culture Foundation of Charlotte, der Stadtverwaltung Gotha, dem Land Thüringen, dem Förderverein der Arnoldischule sowie dem Städtepartnerschaftsverein Gotha-Gastonia, ohne deren Hilfe der Austausch nicht hätte stattfinden können.

Johannes Boddenberg, Klasse 11
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