Die Geschichte einer Zeitzeugin

Am 05.02.2014 besuchte die Zeitzeugin Edith Erbrich, die den Holocaust überlebte, das Gymnasium Gleichense. Sie berichtete den Schülern und Schülerinnen der 9. und 10. Klasse von ihren schlimmen Erlebnissen in dieser grausamen Zeit deutscher Geschichte.

Edith Erbrich, geb. Bär, wurde am 28.10.1937 in Frankfurt am Main geboren und verbrachte dort ihre ersten Lebensjahre zusammen mit ihrem jüdischen Vater Norbert Bär, ihrer katholischen Mutter Susanna Bär und ihrer vier Jahre älteren Schwester Hella Bär.
Wegen der im Nationalsozialismus unerwünschten Ehe zwischen Juden und Deutschen wurde wiederholt versucht, Ediths Mutter zur Scheidung zu überreden, was sie jedoch ablehnte. Am 14.02.1945 wurde Edith zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Vater von der Frankfurter Großmarkthalle zum Zug gebracht, der sie ins Ghetto nach Theresienstadt, heutiges Tschechien, deportieren sollte. Ihre Mutter meldete sich freiwillig zur Mitfahrt, doch wurde zurückgehalten, da sie Christin war. Edith Erbrich schilderte uns von dieser viertägigen Grauensfahrt.
Im Ghetto angekommen wurde die Familie voneinander getrennt. Der Vater und auch Ediths Schwester, die laut Nazis mit über 10 Jahren schon alt genug war, mussten in Theresienstadt schwere Arbeiten verrichten. Während dessen kam Edith in ein Kinderheim. Dort erlebte sie einen schrecklichen und eintönigen Alltag ohne Spielsachen, viel zu wenig Essen und Strafen wie das stundenlange Reinigen des Fußbodens mit nichts weiter als einer Zahnbürste.
Ihren Vater und ihre Schwester sah Edith nur einmal in der Woche. So wurden diese 3 Monate, die Edith vom Februar 1945 bis Mai 1945 in Theresienstadt verbrachte, zu den schlimmsten ihres Lebens.
In der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1945 wurde das Ghetto in Theresienstadt von der Roten Armee befreit und Edith, ihre Schwester und ihr Vater konnten diesen Schreckensort verlassen und kehrten Anfang Juli 1945 zurück zur Mutter nach Frankfurt.
Im Jahre 1988 besuchte Edith zum ersten Mal seit ihrer Befreiung zusammen mit ihrer Schwester Hella Theresienstadt.
Heute reist Edith Erbrich durch ganz Deutschland und besucht Schulen, um den Schülern von ihren Erinnerungen aus dem 3. Reich zu berichten.

Marie Kuge, Klasse 10/1
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