Die Geschichte vom handyverrückten Jason

Schon vor der Pubertät war Jason
Der Handysucht verfall´n gewesen
Gleich nach dem morgendlichen Essen
Schrie Jason: „Ich will sm-essen!“
Bis abends als der Mond schon schien
Touchte er auf seinem Screen.

Nein, welch wundervolle Sachen
Konnte Jason damit machen
Telen, simsen, surfen, appen
Freunde adden, sogar chatten!
Online war er nie allein
Das Display groß, die Welt so klein.

Wenn abends er zu Bette ging
Dann nur mit diesem Zauberding
Kein Teddy, Märchen, Daumennuckeln
Mit denen konnte man nicht googlen
Nichts war so herrlich wie das Wissen
Ums Handy unter Kopfes Kissen.

So trieb er es, tagein tagaus,
verlies nur selten noch das Haus
Man sah ihn selbst im Klassenzimmer
Gebannt gebeugt über´s Geflimmer
Der Notenspiegel bald im Keller
Was solls, dann wird er Ebay-Seller.

Kein Doktor Kleist, kein Doktor Frank,
kein psychomorpher Zaubertrank
nichts auf der Welt war in der Lage
ihn zu befreien von dieser Plage
Nur, dass er´s gar nicht selbst so sah
Nein, Jason fand sich wunderbar!

Nur eins ließ ihm das Blut gefrieren
Was wär´, wenn er es tät verlieren?
Das durfte niemals nie gescheh´n
Er würde bald vor Gram vergeh´n
Doch der Gedanke wog zu schwer,
ein zweites Handy musste her!

Oder vielleicht ein Implantat?
Doch google riet ihm davon ab
Also geschwind zum Handydealer
tolle Schnäppchen für arme Schüler
Jason konnt´nur gaffend gieren
Fünfe gabs zum Preis von Vieren!

Und herrje, was für ein Riesen
Wahnsinnsangebot zum Leasen!
Die Taschen voll, die Börse leer
Er trug an Handys heimwärts schwer.
Schweißgebadet aber glücklich.
Doch was danach kam war schrecklich.

Denn kaum zu Hause angekommen
Sah Jason plötzlich ganz verschwommen
Es machte poff und stank nach Schweufel
Und vor ihm stand der Handyteufel!
Es war ein fürchterliches Bild
Der Teufel schrie und lachte wild.

Dann sprach er laut mit Donnergroll
„Du, Bürschchen, kriegst den Hals nicht voll!
Nun sollst du sehen was passiert,
wenn jemand stets nur tefloniert!
Von nun an wirst für alle Zeiten
Den ew´gen Klingelton erleiden!“

Jason wurde blass und blasser
Und in der Hose wurde´s nasser
Mit einem Summen fing es an
Dann brach ein Höllenlärm sich Bahn
Ein Klingeln, Piepen und Gegacker
Ein wahres Telefonmassaker!

Was einst als große Freud begann
Das endete in diesem Wahn
Mit hoher Stimm´wollt er beschwören
Mit diesem Irrsinn aufzuhören
„In die Ecke, Besen Besen!“
Doch vergeblich flennte Jason.

Und von den Tränen wurd´ er wach
Im dämmergrauen Schlafgemach
Was für ein Alptraum, dachte er
So will ich träumen nimmermehr!
Er setzt sich auf und holt tief Luft
Welch eigenart´ger Schwefelduft…
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3 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 13.06.2013 | 14:58  
3.050
Antje Hellmann aus Jena | 14.06.2013 | 08:13  
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Andreas Künzel Betreutes Jugendwohnen aus Gotha | 14.06.2013 | 12:35  
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