"Eine Frau in Afghanistan hat zwei Götter: Allah und ihren Mann"

Gotha: HELIOS Klinik | Ausstellungseröffnung im HELIOS Kreiskrankenhaus

Mit der Ausstellung „Starke Stimmen – Frauen in Afghanistan“ beteiligt sich die Ausländerbeauftragte des Landkreises, Katrin Luster, an der diesjährigen Interkulturellen Woche. In Zusammenarbeit mit der Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale zeigt sie vom 17. September bis 15. Oktober im Foyer des Helios-Kreiskrankenhauses beeindruckende Bilder über das Leben afghanischer Frauen.

Im September 2011 dokumentierte die amerikanische Fotografin Elissa Bogos für medica mondiale das Leben afghanischer Frauen. Entstanden ist eine Ausstellung, die mit 15 Momentaufnahmen Einblicke in die Lebensperspektiven verschiedenster Frauen gibt: von einer Politikerin über eine Filmemacherin und eine Besitzerin eines Schönheitssalons bis hin zur Flüchtlingsfrau. In kurzen Statements berichten sie, wie sich ihre Situation in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban verändert hat und was in ihrem Leben heute Bedeutung hat. Sie erzählen von ihren Vorstellungen von Frieden und der Zukunft afghanischer Frauen.

In Afghanistan setzte nach dem Fall der Taliban 2001 ein Wiederaufbau ein, der Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckte. Doch diese Erwartungen wurden größtenteils enttäuscht. Nach anfänglichen Verbesserungen hat sich das Leben für viele Frauen in den letzten Jahren erneut verschlechtert. Gewalt und Rechtlosigkeit, vor allem in der Familie, gehören für Frauen und Mädchen weitgehend zum Alltag. Viele Afghaninnen in öffentlichen Positionen werden bedroht und müssen um ihr Leben fürchten. Die Müttersterblichkeit ist weltweit eine der höchsten; etwa vier von fünf Frauen müssen ohne ihre Zustimmung eine Ehe eingehen, mehr als die Hälfte von ihnen ist noch nicht einmal 16 Jahre alt. Über die Hälfte der Gefängnisinsassinnen ist aufgrund sogenannter moralischer Verbrechen inhaftiert, gemeint ist zum Beispiel der Vorwurf des Ehebruches. Viele dieser Frauen wurden jedoch vergewaltigt. Die Folgen der andauernden Gewalt sind oft psychosomatische Krankheiten und psychosoziale Probleme bis hin zur Selbsttötung der Frauen. Doch in den letzten Jahren erheben immer mehr afghanische Frauen ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeit und für Mitsprache bei der Neugestaltung ihres Landes.

Die Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale setzt sich seit fast 20 Jahren für Frauen und Mädchen ein, die sexualisierte oder andere Gewalt erfahren haben. Die Arbeit der Organisation reicht von psychosozialer Beratung, über trauma-sensible Gesundheitsförderung bis hin zu rechtlicher sowie ökonomischer Unterstützung. Darüber hinaus engagiert sich die Organisation politisch für die Durchsetzung der Rechte von Frauen. Nach dem Sturz der Taliban begann medica mondiale, sich in Afghanistan zu engagieren. Ergebnis war ein groß angelegtes Projekt zur Unterstützung von Frauen, das Anfang 2011 unter dem Namen Medica Afghanistan – Women Support Organisation in nationale Hände überging.

(Quelle: Pressestelle Landratsamt)
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