Ekhof-Festival beginnt

Gotha: Ekhof-Theater | Ein Gothaer spielt in Gotha: Jens Wassermann steht zum ersten Mal auf der Bühne im Ekhof-Theater – ein Kindheitstraum für ihn:

GOTHA. Noch bis zum 25. August läuft das Ekhof-Festival. Mit dabei auch der Schauspieler Jens Wassermann, der sich damit einen seiner Kindheitsträume erfüllt hat. Im Vorfeld sprach der AA mit ihm:

In Gotha geboren, in Ohrdruf aufgewachsen. Was verbindet Sie noch heute mit den beiden Städten?
„Total viel. Zwar bin ich mit 7 Jahren nach Mecklenburg gezogen, aber mein Papa stammt aus Crawinkel und meine Mama war Erzieherin in Luisenthal. Ich habe hier noch Freunde (die Petra aus Kindergartenzeiten) und Verwandte, die ich regelmäßig besuche. Und es ist immer wieder schön, wenn ich von der Autobahn kommend die Drei Gleichen sehe und weiß, gleich bin ich in der Heimat. Im Gothaer Kulturhaus haben ich oft Märchen gesehen, war mehrfach zu Ausflügen mit meiner Mama im Ekhof-Theater und wusste damals schon: Ich werde Schauspieler.“

Wie kam es, dass das Sonnentor Theater die Urfassung von Turandot zum Ekhof-Festival aufführt?
„Vor zwei Jahren hatte ich eine Rolle in Nordhausen und bin an einem freien Tag nach Ohrdruf über Gotha gefahren. Weil ich damals mit meinem Freund und Partner Oliver Eisenbickler eine große Revue hatte, fragte ich im Schloss Friedenstein nach, ob man die nicht eventuell im Ekhof-Theater spielen möchte. Ich solle erst bei Knut Kreuch vorsprechen. Gesagt, getan. Bei ihm wurde ich mit offenen Armen empfangen, er sprach mich sogar mit Namen an. Dabei kannte ich ihn doch überhaupt nicht. Er hatte bereits übers Internet nach Gotha und Schauspieler gesucht und mich gefunden. Nun ging alles ganz schnell. Wir haben uns als Sonnentor Theater beworben und den Zuschlag für das Schauspiel bekommen. Das Stück Turandot von Gozzi hat Schloss Friedenstein vorgegeben. Sonnenhof Theater ist übrigens ein Theaterprojekt aus Mecklenburg, das auch Produktionen für Andere realisiert, so wie jetzt beim Ekhof-Festival.“

Bei Turandot fällt mir sofort Puccini ein. Beim Ekhof-Festival kommt aber die Grundlage seiner Oper, das Märchendrama von Carlo Gozzi auf die Bühne. Wo sind Parallelen und die Unterschiede?
„Puccini ist die Oper, das Schloss wollte das Schauspiel. Also haben wir uns dieser Rarität zugewandt. Die von Max Reinhardt inszenierte und ins Englische übersetzte Fassung des Stücks wurde eigens für die Aufführungen am Ekhof-Theater von Klaus Wessels zurück ins Deutsche übertragen und für die kleine Bühne überarbeitet. Bei der Oper spielen und singen 13 Leute, beim Schauspiel sind es nur 7 Darsteller, in der einer sogar eine Doppelrolle hat. Es ist eine sehr lustige Variante mit verschiedenen Ebenen im Stück, aber auch ernsthaft und berührend zugleich. Darüber hinaus war es der Regisseurin Katrin Brunne wichtig auch Charakterschauspieler zu verpflichten.“

Wie gelingt ist es, die großen, farbenprächtigen Märchenbilder aus dem Reich der Mitte auf die kleine Bühne des Ekhof-Theaters zu bringen?
„Nachdem wir das Engagement hatten, haben wir uns die Räumlichkeiten angeschaut, alles fotografiert und vermessen und in Berlin vorgeprobt. Auf begrenzten Raum konnten wir so lernen auch mit wenig Platz auszukommen. Dabei ist das Ekhof-Theater gar nicht so klein. Ich habe schon auf kleineren Bühnen gespielt.“

In welcher Rolle werden Sie brillieren?
„In der Nebenrolle des Tartaglia. Hier werde ich auch meinen Heimatdialekt mit einbringen. Ich bin ein Minister am Hof des Kaisers und für die komischen Stellen zuständig. Der Traphadino berlinert beispielsweise. Darüber hinaus bin ich ganz froh über die vermeintlich kleine Rolle. Denn ich bin auch ausführender Produzent und so ganz glücklich. Das heißt aber trotzdem viel Arbeit und die nötigen Freiräume um meinen Kindheitstraum, einmal hier zu spielen, voll auszukosten.“

Mit dem Beruf Schauspieler und dem Sonnenhof Theater haben Ihre großen Kindheitsträume bereits verwirklicht. Was kann da jetzt noch kommen?
„Ganz viel. Gerade ist es ist ein Geschenk hier zu spielen. Dann entwickle ich mich ja ständig weiter, auch in Richtung Sonnentor Theater. Hier haben wir jetzt Tosca produziert. Der 1. Akt spielt in einer großen gotischen Kirche, der 2. und 3. Akt auf einem Schlossberg. Dann ist uns wichtig nicht nur die Revue zu machen, sondern auch einmal ein großes abendfüllenden Stück – wohl wissend, dass die Revue geht gut. Jetzt, hier im Ekhof-Theater zu sein, ist eine tolle Sache, weil es uns auch privat interessiert. Hier könnte ich öfter spielen.“


Termine

Ekhof-Festival 2012,
vom 29. Juni bis 25. August
Infos: www.ekhof-festival.de
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