Elefanten in Gothas „Ekhof-Theater“ zur Festivaleröffnung

"Guckloch" des Originalbühnenvorhangs
 
„Orchester CONCERT ROYAL“ (Köln)
(mit Video)
Am gestrigen Samstag begann das Gothaer „Ekhof-Festival“ im gleichnamigen „ältesten Barocktheater mit originalbespielbarer Bühnentechnik“. Die Aufführung der Oper „Pharao Tubaetes“ ließ wohl nur Kenner erwarten, was wie ein Feuerwerk der Arien, der phantastischen musikalischen Begleitung und vor allem der Verwandlungsvielfalt der Bühnentechnik die Besucher so begeisterte, dass es viel Zwischenapplaus gab und ein schier nicht enden wollender Beifall die Akteure immer wieder auf die Bühne holte.

Da die 11m tiefe Bühne ebenso groß ist, wie der Zuschauerraum, entsteht im Ekhof-Theater immer der Eindruck, dass man in der ersten Reihe sitze und alles nur für einen selbst geschehe. Da erlebt man viel intensiver. Die Kulissenwechsel mitten im Stück waren wieder brillant und ließen (zumindest beim ersten Mal) vielfaches „Ah!“ und „Oh!“ vernehmen. In 8 Sekunden verwandelte sich die Bühne durch Seiten- und Deckenkulissenwechsel!
Dass schier traditionell auch kein Donner / Blitz / Sturmgeräusch fehlen durfte
, war vielen Besuchern durch öfteres Kommen schon vertraut.

Während die Besucher nach und nach die Reihen füllten und die ersten Klingelzeichen den baldigen Beginn signalisierten, bewegte sich schon mehrfach das „Guckloch“ im Bühnenvorhang. Konnte man neugierige Blicke der Akteure vermuten. Als die Musiker des „Orchester CONCERT ROYAL“ (Köln) zum letzten Stimmen der Instrumente ansetzten, waren es nur noch wenige Augenblicke, bis die speziell für das Ekhof-Theater gekürzte Oper begann.

Liebe und Verwirrspiele in der Zeit der Pharaonen zogen nun für zweieinhalb Stunden (+ Pause) die Besucher in ihren Bann. Wundervolle Arien erfüllten das Theater und die Herzen der Zuhörer!

Als erstmals ein Seil über die Bühne gespannt wurde, war man schon verdutzt, als daran ein Vorhang mit einem darauf abgebildeten Elefanten den Wagen mit dem Pharao ankommen ließ.

Mehrfach noch konnte man Elefanten auf Säulen und Fanfarentüchern sehen – eine gute Verbindung zu der gegenwärtigen Ausstellung im „Schloss Friedenstein“: „Elefantastisch – Gotha ganz groß!“

Die Hauptthemen des Spannungsverhältnisses zwischen dem Pharao und dessen Sohn Ramesses sowie der Rachegedanken der den Sohn liebenden Nitocris (für den Tod ihrer Familie) gestalten die Oper. Das führt schließlich zur Hinrichtung der Verliebten durch die Königin Zama, welche allerdings das Urteil mildert, wodurch die Liebenden am Leben bleiben und letztlich sogar Hochzeit feiern.

Noch ein Wort zur Pause: Das Schlosshotel lud in sein Zeltrestaurant im Innenhof des „Schloss Friedenstein“, hatte Sekt, Wein, Kaffee vorbereitet und auch für eine Imbissmöglichkeit gesorgt. Die etwas abgekühlten Nachttemperaturen wurden in den zahlreichen fachsimpelnden Gesprächen wohl kaum bemerkt.

Strahlende Akteure, begeisterte Besucher und ein tolles Orchester ließen schließlich die Eröffnungsveranstaltung hochleben. Es war in jeder Richtung ein unvergessliches Erlebnis.
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Ein kurzes Video mag dem Leser den Kulissenwechsel sowie Gewitterstimmung etwas näher bringen:


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Wenn auch die zahlreichen Veranstaltungen des Ekhof-Festival für dieses Jahr zu 95% ausverkauft sein sollen, so kann man dennoch versuchen, für die Festivalzeit vom 24. Juni bis 27. August 2011 noch Karten zu bekommen.
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1 Kommentar
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Uwe Zerbst aus Gotha | 25.06.2011 | 09:37  
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