Eröffnung des Themenjahres " Reformation und Toleranz " 2013

Wann? 18.01.2013 13:00 Uhr bis 18.01.2013 15:00 Uhr

Wo? Marktplatz, Waltershausen DE
  Waltershausen: Marktplatz | Sehr geehrte Damen und Herren,

im Themenjahr " Reformation und Toleranz " 2013 werden die Schattenseiten der Reformation in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. So wurden beispielsweise am 18. Januar 1530 sechs Täufer im vormaligen Kloster Reinhardsbrunn verhört, verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Im Gedenken an dieses Ereignis religiöser und politischer Intoleranz möchten wir gemeinsam mit Ihnen das Themenjahr 2013 der Lutherdekade " Reformation und Toleranz " in Thüringen eröffnen.
Hierzu laden wir Sie recht herzlich

am 18. Januar 2013 (Freitag),13:00 Uhr
in die Stadtkirche " Zur Gotteshilfe "
Waltershausen ein.
Anschließend wird in Reinhardsbrunn eine Gedenkstele enthüllt,
die an dieses Ereignis und an Hingerichteten erinnern soll.

Über Ihr Kommen würden wir uns freuen.
Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Chistoph Matschie Ilse Junkermann
Thüringer Minister für Bildung, Landesbischöfin der
Wissenschaft und Kultur Evangelischen Kirche
in Mitteldeuschland


18. Januar 2013
Stadtkirche" Zur Gotteshilfe " Waltershausen, Markt 1

13:00 Uhr Gedenkgottesdienst mit Predigt der Landesbischöfin
Ilse Junkermann
13:50 Uhr Rede des Ministers Christoph Matschie anläßlich der
Eröffnung des Themenjahres " Reformation und Toleranz " 2013
in Thüringen
14:20 Uhr Abfahrt zum vormaligen Kloster Reinhardsbrunn

Informations- und Ausstellungszentrum Spiritueller Tourismus,
Reinhardsbrunn 5, 99894 Friedrichroda
14:35 Uhr Enthüllung der Gedenkstele für die 1530 hingerichteten Täufer


Abhandlung über die Täufer von Hans Köhler - Pfarrer in Ruhestand
in Zella-Mehlis

Die Täufer

Nach dem das Bauernheer in frankenhausen geschlagen war,wurden diese spirituell-sozialrevolutionären Ideen weiter getragen.
Thomas Müntzer hatte noch vor Martin Luther den Gottesdienst in deutscher Sprache eingeführt. Hans Hut ( *1490 in Haina b. Römhild + 6.Dez.1527 in Augsburg ) zum Beispiel war ein mit lutherischen Schriften reisender Buchhändler, hatte sich an der Schlacht von Frankenhausen beteiligt, war entkommen und durch Hans Denck 1526 wieder getauft worden. Hans Hut erwartete den Anbruch des Reiches Gottes in Form einer gewaltsamen apokalyptischen Durchsetzung der Herrschaft des Christus für das Jahr 1528. Er traf sich schon vom 20.-27. August 1527 mit ca. 60 Abgesandten verschiedener Täufergruppen in Augsburg zu einer Synode, der sog. Augsburger Märthyrersynode. Dort wollte man u.a. Unterschiede in den Lehrmeinungen ausgleichen. Auf dieser Augsburger Märthyrersynode trafen pazifistische Schweizer Täufer des Schleitheimer Bekenntnisses mit den apokalyptisch-militanten süddeutschen Täufern um Hans Hut zusammen.

Einer der später führenden Theologen dieser gewaltfreien Richtung war Menno Simons (*1496 + 1561 ). Er war niederländisch-friesisch katholischer Priester, las Schriften Martin Luthers, identifizierte sich später mit den Gedanken- und Glaubensvorstellungen der Täufer und ließ sich 1530 wieder taufen. Berets früh wandte sich Menno Simons von gewaltbereiten Täufern ab.

In Zella St. Basii und Mehlis wurden einige Täufer durch Volkmar aus Hildburghausen gewonnen. Sie trafen sich im Haus von Hans Fock, dem alten Schultheiß in Zella St. Blasii,dort wurden sie durch Volkmar unterrichtet und noch einmal getauft.Wir erfahren diese Einzelheiten aus einem Protokoll, das Hans von Honigen über das Verhör Anders Kolbes seinen Briefen beilegte. Zwei Täufer, ein Kirchner und ein Schmied, lebten in Mehlis und waren in der Burg Hallenberg gefangen. Ein Brief des Kurfürsten Johann an den Grafen von Gleichen belegen dies. Da der Schmied nach eigenen Angaben verführt wurde und ein guter Arbeiter war, sollte er freigelassen werden.
Wir erfahren noch weitere Namen der Täufer in diesen Briefen, da sich 13 Täufer aus Zella St. Blasii der Verhaftung entziehen wollten. Sie hinterließen ihre Kinder, und der Verwalter Hans von Honigen mußte ihre Versorgung organisieren. So blieben diese Namen der " awssfluchtigen zw der Cella " bis heute erhalten.

Dieses Leiden dauerte nach den Briefen Hans von Honigens vom 2. September 1528 bis zur Gefangennahme und der Hinrichtung von sechs Wiedertäufern am 18. Januar 1530. Ohne die geringste Spur von Reue oder Furcht empfingen sie den Todesstreich schreibt Justus Menius über sie. Unter diesen Hingerichteten war auch Barbara Unger aus Zella St. Blasii,darum soll hier diser Brief der " awsfluchtigen zw Cella veröffentlicht werden, um dem durch Reformatoren zugefügten Leid Zellaer und Mehliser Bürgern ein Denkmal zu setzen.
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