Es schlägt wieder drein …

   

Drei(n)schlag: Das große Open-Air-Spektakel erleuchtet am 16. August das Thüringer Burgenland.

Im schönen Thüringer Burgenland thronen, weithin sichtbar, die Mühlburg, die Burg Gleichen und die Veste Wachsenburg. Sie sind umwoben von Sagen und Legenden, grausame Raubritter, entführte Königsnichten und mittelalterliche Bigamie. Und eine dieser Legenden verdankt dem Gebiet seinen heutigen Namen. Denn es begab sich, dass in einer lauen Mainacht anno 1231 ein schweres Unwetter über diese sanfte Hügellandschaft zog. Furchtbare Donnerschläge trieben die Bauern aus ihren Gehöften. Sie schauten auf zum Himmel und erblickten schier Unglaubliches. Blitze schlugen ein. Sie trafen die Burgen mit einem Schlag und setzten sie in Flammen. Es schien, als ob auf den drei Bergen drei riesige Fackeln loderten, die die Dörfer, Wiesen und Felder hell erleuchteten. Und fortan – so die Sage – nannte das Volk die Burgen und das Land drum herum nur noch „Die Drei Gleichen“.

Im Jahr 2002 wurde diese Sage zur Grundlage einer großen Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 4. Mal stattfindet – dem Drein(n)schlag. Damals wie heute laufen bei Wolfgang Schröter alle Organisations-Fäden zusammen. Der Allgemeine Anzeiger sprach mit dem bescheidenen Macher.

Wie kam das und wer hatte die Idee dazu?
„Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung durch ein Regionales Entwicklungskonzept (REK) mit den umliegenden Gemeinden, Drei Gleichen, Ilmkreis und Gotha. So wollten wir den Tourismus ankurbeln. Federführend waren damals Ingo Armstroff, ehemaliger Chef der Agrargenossenschaft, Bettina Aschenbrenner, Chefin vom Tourismusverband Thüringer Wald/Gothaer Land e.V. und meine Wenigkeit. Ausgangspunkt war neben der Sage auch die Idee, so etwas wie „Rhein in Flammen“ als eine wiederkehrende Veranstaltung ins Leben zu rufen und unser Gut Ringhofen besser zu vermarkten. Dafür gab es auch Fördergelder. Dann lief 2007 das REK aus. Wir mussten weiter machen um das Geld nicht zurückzahlen zu müssen. Also haben wir den Regionalen Förderverein Thüringer Burgenland Drei Gleichen gegründet.“

Der erste Drei(n)schlag gipfelte in einem riesigen Verkehrschaos. Was lief schief?
„Ja, das war ein Problem. Denn der Andrang war größer als gedacht. Allein auf Gut Ringhofen kamen mehr als 6000 Besucher. Und die Autofahrer haben auf der Autobahn angehalten und sich das Spektakel angeschaut. Wir sind heil froh, dass da nichts passiert ist.“

Ein Jahr später die zweite Auflage. Hier lief alles bestens?
„Besser. Viel besser. Die Veranstaltung hat super eingeschlagen, wir mussten sie nur besser organisieren. 2003 war auch die Polizei mit im Boot. Sie hat die Autobahn kurzzeitig gesperrt. Ein deutlicher Sicherheitsaspekt. Dann haben wir auch eine FFH-Verträglichkeitsstudie (das steht für Flora, Fauna, Habitat und ist die höchste Stufe im Naturschutz) in Auftrag gegeben, um die Umweltaspekte zu berücksichtigen. Ergebnis war die Terminverlegung. Wegen der Kinderstube von bestimmten Pflanzen, Käfern und anderem Getier hat der BUND den Monat August vorgeschlagen. Die Idee haben wir dankend aufgegriffen. So konnten wir als Zugpferd auch das Open-Air-Spektakel auf Gut Ringhofen etablieren. Die Summe von allem brachte den Gewinn der Veranstaltung.“

Und wie ging es weiter?
„In den Jahren 2003 und 2004 waren in der Region 1300-Jahrfeiern, da hatte niemand Zeit den Drei(n)schlag zu organisieren. 2005 wollten wir wieder durchstarten. Leider machten der Tod von Ingo Armstroff, viel andere Arbeit, die Gründung der Einheitsgemeinde und weitere Komponenten uns einen Strich durch die Rechnung.“

2011 wurde der Drei(n)schlag in viele Jubiläen eingebunden – ebenso in diesem Jahr. Ist das die Adelung Ihrer Arbeit?
„Das waren schön wichtige Aufhänger für uns, denn viele Organisationsansätze waren schon da und wir konnten unsere Kräfte bündeln. Leider war die Autobahn wieder das Problem. Dieses Mal wurde der Verkehr auf der A4 umgeleitet. Weil aber viele Kraftfahrer nach Navi fahren, hat das GPS-Signal alle genau in unsere Veranstaltung rein fahren lassen. Daran hatte auch niemand gedacht. Die Anerkennung unserer Arbeit ist, wenn es allen gefällt und kritischen Stimmen leise bleiben.“

Apropos Kritik. Thema Wachsenburg. Da lief 2011 nicht alles nach Plan. Was wird sich ändern?
„Wir müssen bedenken, dass die Wachsenburg bewirtschaftet wird, es ein Hotel und ein Restaurant gibt. Anders als auf den beiden anderen Burgen, die nämlich Ruinen sind, kann man hier nicht Feuer machen ohne Ende. Mit dem Feuerwerker haben wir aber jetzt eine gute Alternative gefunden, die die Situation deutlich verbessert. Immer vorausgesetzt, wir haben nicht die höchste Waldbrandstufe.“

Worauf können sich die Besucher 2014 freuen?
„Bei der 2. Veranstaltung hatten wir das Augenmerk auf dem Höhenfeuerwerk, dann war es ein Jahr später das Abbrennen, also so wie es die Sage erzählt. In diesem Jahr soll wieder das Höhenfeuer mehr im Vordergrund stehen, weil das auch von Zuschauern weiter weg gesehen werden kann. Dazu haben wir wieder den EINSCHLAG auf Gut Ringhofen, unser Open-Air-Konzert „Classic meets Rock“ mit der Thüringen Philharmonie und der Gruppe Vital. Nach dem eigentlichen Drei(n)schlag folgt noch der NACHSCHLAG, die Tanzparty zum Abblitzen. Dafür hat der Kartenvorverkauf bereits begonnen.“

Also alles auf zum Gut Ringhofen?
„Ja, für alles, sie sich das tolle Konzert-Highlight nicht entgehen lassen möchten. Nein, für die Jenigen, die nur das Feuerwerk sehen möchten. Für diese Besucher haben wir wieder im Umkreis zwischen Erfurt, Arnstadt, Ohrdruf und Gotha etliche Aussichtspunkte mit ausreichend Parkplätzen ausgeschrieben. Auf vielen werden die Gäste sogar mit Essen und Getränken versorgt.“

Bei Ihnen laufen alle Fäden der Organisation zusammen. Wie schaffen Sie das?
„Ich wollte eigentlich nicht mehr, aber für unseren Verein mache ich das. Als Vorsitzender versuche ich alles zusammen zu halten und organisiere ab und zu mal einen Höhepunkt. In jedem Zirkus muss es eben einen Clown geben. Während Bettina Aschenbrenner in der Öffentlichkeit arbeitet, halte ich das Geld zusammen und organisiere ein bisschen. Wir sind aber in der glücklichen Lage, dass sich so viele Menschen, meist ehrenamtlich, engagieren, dass die Arbeit auf vielen Schultern lastet.“

Und was sagt Ihre Frau dazu?
„Grinsend: Die meckert mach mal, auch berechtigt. Trotzdem sehen wir uns noch oft genug. Außerdem ist diese Veranstaltung mein Kind und da hänge ich natürlich mit sehr viel Herzblut dran. Außerdem machen wir den Drei(n)schlag ja nur noch alle drei Jahre.“

Und was wird im Jahr 2017 sein, wie geht´s weiter?
„Jetzt ist Schluss. Wir werden schon jemanden finden, der es weiter macht. Ich bin aber sicher, dass es auch nach mir und ohne mich weiter geht. Allerdings, wenn es mal keine Förderung mehr gibt, könnte Schluss sein. Deshalb ist das Kartenkaufen für das Event am Gut Ringhofen für uns eine sichere Bank, genauso wie die Werbung, die eine tolle Veranstaltung bei den Besuchern macht. Dann sind wir frohen Mutes für die Zukunft. Aber erst einmal steht die Veranstaltung im August an.“

Stimmt. Gibt´s auch wieder Partys rundherum?
„Na aber klar. Auf unserer neuen Internetseite www.dreinschlag-drei-gleichen.de kann man alles nachlesen. Da sind Karten drin mit Streckenführungen, Parkplätzen und Aussichtspunkten. Viele werden bewirtschaftet da gibt es Bratwurst, Bier, Getränke, Musik und Ordner. Viele Feuerwehren, Kneipen und Vereine helfen uns ehrenamtlich und kümmern sich um die Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf. Auch verschiedene Orte machen Party: Bittstädt die Kirmes, Schwabhausen eine Beach-Party, Ichtershausen feiert mit Gunther Emmerlich und schickt einen Bus nach Bittstädt, in Wechmar ist Schützenvereinsparty und abends geht es gemeinsam zum Drei(n)schlag. Auch Apfelstädt will mittmachen und am Hotel ein Zelt stellen. Es wird sicher ein gelungenes Fest werden. Vielen Dank schon jetzt alles fleißigen Helfern.“
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 10.05.2014 | 18:54  
657
Birgit Baier aus Gotha | 11.05.2014 | 22:02  
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