Frieden durch Liebe

Wann? 16.08.2011

Wo? Drei Gleichen , Gotha DE
Bild 1
Gotha: Drei Gleichen | Bis zum großen Spektakel rund um den Drei(n)schlag blieben uns nur noch wenige Tage, um zuvor auch noch die letzte der drei Burgen in Augenschein zu nehmen. Also machten wir(Siggi und meine Wenigkeit) uns am Dienstag, dem 16.August, wieder auf den Weg in Richtung Wandersleben zur Burg Gleichen. Im Freudenthal am Fuße des Burgberges begrüßte uns leichter Nieselregen und das Schild der Gaststätte mit der Aufschrift: Montag und Dienstag Ruhetag. Dafür waren genügend freie Parkplätze vorhanden und die paar Tröpfchen von oben störten uns beim Aufstieg auch nicht. Beim Erreichen des Plateaus beeindruckte zunächst die stattliche Außenmauer des einst im barocken Stil errichteten Palais(Bild 1). Weiter ging es vorbei an den Resten der Zugbrücke, dann durchs Tor und schon lag der weitläufige Burghof vor uns. Seine stattlichen Ausmaße belegen, dass es sich bei der Burg Gleichen um die größte der drei Burganlagen handelt. Leider ist sie auch am wenigsten erhalten geblieben. Gleich neben dem Tor begrüßte uns eine freundliche Dame im mittelalterlichen Ornat, um unseren Eintritt zu kassieren. Ihr Kassenhäuschen, in den Ruinen untergebracht, war von dichtem Pflanzenbewuchs umgeben und erinnerte wie die Bewohnerin selbst eher an ein Märchen der Gebrüder Grimm als an eine der Frauen des Grafen.
Da inzwischen wieder die Sonne am Himmel lachte, fällt es nicht schwer, sich jenen Augenblick vor rund achthundert Jahren vorzustellen. Welch ein Jubel, welch eine Freude muss hier auf diesem Platz ausgebrochen sein, als ein Bote die Nachricht von der glücklichen Rückkehr des Grafen vermeldete. Gewiss war der Graf von Gleichen kein religiöser Fanatiker gewesen, der sich als Gotteskrieger fühlte. Vielmehr liebte er seine Gattin ebenso wie später auch Melechsala, die Sultanstochter. Vermutlich hat er ebenso wie sein Kaiser Friedrich II nur widerwillig das Kreuz genommen, um in den fünften Kreuzzug zu ziehen. Und es war bestimmt auch sein Glück, dass der Stauferkaiser weniger auf Krieg, als vielmehr auf Diplomatie setzte. Es könnten auch die guten Beziehungen des Kaisers zum Sultan al-Melik al-Kamil gewesen sein, die eine Rolle bei der Befreiung des Grafen spielten. Vielleicht war die Geschichte von der Flucht nur für den Pabst bestimmt, der mit dem Kaiser im Streit lag.
Wie auch immer, das Wichtigste war die Liebe der schönen Sultanstochter, die Glück und Frieden für die Menschen auf der Burg und im Tal brachte. Daran konnte wohl auch der Blitzeinschlag von 1231 kaum etwas ändern, denn sie sollen noch viele glückliche Jahre gehabt haben. Von der Geschichte inspiriert wollte dann auch Siggi einmal den Grafen geben. Mit ihrer stolzen Haltung auf dem Rittersitz, die Rechte aufs Schwert gestützt, könnte sie gut als der von Gleichen durchgehen(Bild 2). Als Abschluss unserer kleinen Burgentour genießen wir noch einmal die herrliche Aussicht von den Zinnen des Bergfrieds und freuen uns auf das Event am 20.August.
Bericht von Rainer Bernt
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