Gestohlener Hochwald

Friedrichroda: Spießberghaus | Eine gemütliche Fünf-Stunden-Tour mit Rucksack führte mich vergangenen Samstag an den Rennsteig. Natürlich wollte ich in mein angestammtes Pilz-Revier, welches ich seit 1988 zur Maronen- und Steinpilzjagd aufsuche.

Bei herrlichem Wetter war ich gut drauf und stapfte los - vom Rennsteig abwärts Richtung Kleinschmalkalden. Doch dann verging meine gute Laune. Nach rund einem Kilometer sah ich nichts mehr - mein Hochwald war weg.

Nur noch Ruinen von riesigen Fichten ragten aus der dörren Grasnarbe. Da war an Pilze nicht mehr zu denken. Also auf in ein neues Revier, tröstete ich mich über den Schock.

Mich zog es jetzt zwei Kilometer den Berg hinauf, zurück zum Rennsteig. Manchmal konnte ich mich im steielne Gelände nur auf allen Vieren vorwärts bewegen. Dann geschaff,t durchatmen und wieder bergab ins nächste Tal.

Von Pilzen keine Spur. Der Wald scheint ausgetrocknet. Also wieder rund drei Kilometer bergauf, richtig steil. Das ging schon etwas schwerer, also jetzt im Zick-Zack. Auf der gesamten Strecke begegnete ich keinem Menschen. Und keinem essbaren Pilz.

Da machte ich es mir an der Berggasthöfen Heuberghaus und Spießberghaus gemütlich. So war es nach dem Erklimmen der alten Natureis-Bobbahn - hier fielen die Weltmeisterschaften 1966 förmlich ins Wasser - doch noch ein richtiges Natur-Erlebnis.

Über diese Berg-Tortur war ich noch abends im Sessel glücklich. Nur gut, dass ich mich aufgerappelt habe.
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4 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 19.09.2011 | 16:22  
Thomas Gräser aus Erfurt | 19.09.2011 | 16:49  
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Petra Seidel aus Weimar | 19.09.2011 | 17:26  
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Antje Hellmann aus Jena | 20.09.2011 | 14:39  
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