„Gotha adelt!“ am dritten Tag des 13.Thüringentages // Sonntag, den 10. Juli // Festumzug „Große Köpfe – große Traditionen“

 
Polinnen, die sich in ihrer Heimat mit Gotha beschäftigten und nun erstmals in Gotha waren
  (mit Video)
Nachdem ich meine Heide zur Stadthalle gefahren hatte, wo sie zur Festveranstaltung des Deutschen Schützenbundes (DSB) zu 150 Jahre nach seiner Erstgründung 1861 geladen war, war gerade noch Zeit einen Parkplatz zu finden, um rechtzeitig an „meinen Stand“ der Städtepartnerschaft „Martin“ (Slowakei) zu kommen.

Freundlich und freudig waren „wir“ wieder zusammen von den Partnerstädten und Partnerschaftsteams Salzgitter (Deutschland), Rommily-sur-Seine (Frankreich), Martin (Slowakei), Kielce (Polen), Gastonia (North-Carolina / USA). Gegenüber waren auch pünktlich 10Uhr die Parteien des Thüringer Landtages vor Ort.
Bald kamen auch und zeitweise mächtig gewaltig Besucher für unsere Partnerschaftsstände. Etwas verwunderlich war es schon, weil eigentlich dieser Sonntag der Tag des Festumzuges war und man damit nicht rechnen konnte.
Dann kam meine Ablösung und konnte ich durch die Stadt zur Tribüne in der Friedrichstraße eilen, um einen guten Platz zu ergattern.
Aber zuvor noch schnelle ein Foto von den beiden jungen wie hübschen Polinnen am Stand neben mir musste ich freilich noch schießen.

Am Unteren Hauptmarkt in Höhe der Gaststätte Schellenbrunnen hatte der MDR bereits einen Kameraturm errichtet. Die Absperrungsgitter waren weitestgehend aufgebaut und ließen nur einige Tore frei. Zwischen Ratskeller und Rathaus ging ich den Markt hinauf, sah Straßenschausteller und ein interessiertes Publikum und war relativ schnell bis zum Ekhof-Platz vorgedrungen, wo alle Straßen schon abgesperrt waren und viel Polizei in Anständen die ganze Straße hinauf und hinunter.
Den Chef des Sicherheitsteams, der Leiter des Ordnungsamtes Gothas, Herr Brendel, sah ich, wie er sich von allem persönlich überzeugte und (wie gewohnt) dabei das Handy strapazierte. Seinem Gesicht nach, konnten alle zufrieden sein und sich sicher fühlen!

Der Umzug war pünktlich gestartet und wurde, wie mir meine Heide sagte, bereits in der Ernststraße und Reinhardsbrunner Straße von vielen Zuschauern umjubelt. Der OB Knut Kreuch wurde namentlich immer gerufen. Einige Zuschauer hatten sich häuslich am Straßenrand eingerichtet und saßen auf Gartenstühlen.

Dann bog der Zug nach etwa 45Minuten vom Marstall in die breite Friedrichstraße, in der man über Nacht die Tribüne errichtete und zahlreiche Politiker, Mitglieder des DSB, viele Thüringer Bürgermeister und natürlich die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und der DSB-Präsident Ambacher Platz genommen hatten.

Der Festumzug war angeführt vom Fanfarenzug und Showorchester Gothas, welches vor der Tribüne wahrlich eine tolle Show darbot.
In der ersten Reihe liefen im Kostüm das Ehepaar Kreuch und das Ehepaar des Bürgermeister Kukulenz sowie die Finanzdezernentin Frau Mikolajczak. In den danach folgenden Reihen weitere Vertreter der Stadtführung und dann Mitglieder der Partnerstädte.

Der Schutzpatron Gothas „Gothardus“ folgte in einer Kutsche. Dann marschierte die erste Formation des DSB mit vielen unserer Gothaer Schützen.
In einem alten Ford kam das erste Thüringentagspaar an den Zuschauern vorbei – gefolgt von symbolisierten Sauriern, die darauf hinweisen wollten, dass Gotha solche mit einem Alter von über 290 Millionen Jahren besitzt.
Schier als Symbol für den Firmenchef der Oettinger Brauerei, Myconiuspreisträger 2011 Dirk Kollmar, kam ein attraktives altes Werbeauto.

Zwischendurch soll nicht unerwähnt bleiben, dass unser OB Kreuch als Sprecher die Festumzugsgruppen begrüßte und ansprach!

Der erste große Kopf stellte Lucas Cranach den Älteren dar. [Einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance / auch Gothaer Bürger]

Geschichtliches aus Gotha bzw. seinem Ortsteil Uelleben machte deutlich, was sicher wenige Besucher Gothas wussten: Letzte öffentliche deutsche Schwerthinrichtung 1839!

Nächster großer Kopf stellte Ernst Wilhelm Arnoldi dar. [Begründer des modernen Versicherungswesens.]

Dem Hofstaat des Schlosses gehörte auch der Direktor des Schlosses, Herr Schäfer, an, der wieder in einer wunderbaren Kleidung brillierte.
Der Wunsch, Elisabeth II. in Gotha zu Gast zu haben, wurde mit englischen Fahrzeugen gekonnt dargestellt.

Der große Kopf der Bertha von Suttner legte den Gedanken nah, dass diese großen Köpfe mehr sich untereinander ähnlich sahen, als charakteristisch für die jeweilige Person waren. [Schriftstellerin und bekannt geworden mit ihrem Antikriegsbuch: Die Waffen nieder]

Mit dem Fanfarenzug Salzgitters wurde der Reigen wunderbarer Fanfarenzüge und Formationen des Deutschen Schützenbundes eröffnet.



Das Auto der Volkssolidarität wollte daran erinnern, wie in den Anfängen der Nachkriegszeit mit Suppenküchen half. Die Kinder wiesen auf die Arbeit mit den Kindern, auf die eigenen Kindergärten hin.
Radfahrer bzw. Räder wurden in großer Vielfalt gezeigt und beeindruckten die Zuschaer sehr. Das gleiche Interesse galt freilich auch den Oltimer, aus deren erstem der Vorsitzende des Altstadtverein Gothas, Herr Wenzel, strahlte.

Der große Kopf Johann Georg Justis Perthes zeigte den Verleger der Landkarten, mit denen Gotha große Anerkennung in aller Welt erntete.

Am Beispiel des Marineclubs (mit Käptn Blaubeer auf der Motorhaube) soll gezeigt werden, mit welcher Liebe die einzelnen Umzugsgruppen sich, ihre Zeit und ihr Drumherum gestalteten. Das sieht man bestätigt durch die fliegenden Geister.
Ein origineller Gruß Erfurts war gleichzeitig einen Einladung in diese Stadt.

Der Akkordeonspieler ist Bürgermeister von Friedrichswerth, dem Ort des „Schweine-Meyer“ [Diesem werde ich bald einen Eintrag widmen.], ein voll dynamischer Mensch für seinen Ort. Ich sah und begrüßte ihn am Vortag in Gotha mit: Hallo, da kommt die Schweinerei! Wir lachten beide, wussten wir doch, woran wir dachten.

Nun will ich mal die Orden der Schützen wenigstens ins rechte Licht rücken. Vielfältige Gestaltungen bis hin zu „Gehängen“, an denen schwer zu tragen sein muss.
Dabei entdeckte ich auch den Jubiläumsorden zum 150. Jahrestages der Gründung des DSB.

Mitten im Umzug fiel ein Wagen „Geigenbauer“ auf, von dem ein kleines Violinkonzert geboten wurde:



Wunderbare Kostüme, Darstellungen von Handwerk und Traditionen waren reichlich zu sehen. Hübsch eine historische Kinderwagengruppe (bei welcher dem Kind rechts im Bild wegen Wegguckens der Wagen davon rollte). Ein Erlebnis war der „Bambini-Löschzug Pferdingsleben“.Schön, dass auch Hessen im Umzug vertreten war.
Der Wagen mit der Freiheitsstatue ließ die Zuschauer herzhaft lachen: Stoppte der Zug, fiel der linke Arm regelrecht nach unten, um bei Weiterfahrt fix wieder in Position hochzuschnellen. Dazu passte der Wagen mit dem „Kandelaber“ (Altenbergen / Catterfeld). Dass der Chef des „Zirkus Sarrasani“ aus Crawinkel stammt ist ebenso toll wie wohl den angereisten Besuchern nicht bekannt gewesen.

Schließlich möchte ich noch die wunderbar vorgeführten alten Autos des DDR-Alltags erwähnen und meiner Freude Ausdruck geben, dass Eisenach mit einer Abordnung des „Sommergewinn“ [größtes Frühlingsfest Deutschlands] dabei war.

Kaum war der Festumzug zu Ende, waren die Straßen wieder frei, die Absperrungsgitter weggeräumt, die Polizei abgezogen und stand dem frohen Tagesausklang nichts mehr im Wege.
Alles wunderbar abgelaufen! Das Sicherheitskonzept topp! Nur im Fernsehen, welches ausschließlich vom Unteren Hauptmarkt zeigte, konnte nicht alles gesendet werden. Der Umzug war zu gewaltig – auch in seiner Länge.

Schließen wir den Eintrag mit einem weiteren Video:

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