Hände weg vom Gustav-Freytag-Haus!

Hajo Steinbrück vor dem Gustav-Freytag-Haus
 
Der vom Verein genutzte Pavillon
"Gustav Freytag ist ein Pfund, mit dem die Stadt Gotha wuchern könnte", ist sich Hajo Steinbrück sicher. Schließlich habe der berühmte deutsche Dichter von 1851 bis 1879 in Siebleben gelebt, von da an verbrachte er bis zu seinem Tod jeweils ein halbes Jahr hier. Seine berühmtesten Werke sind in seinem Haus in Siebleben entstanden.

Gustav Freytag im Mittelpunkt


Der Heimatgeschichtsverein des zu Gotha gehörenden Ortes hat sich vor allem der Pflege des Andenkens Gustav Freytags verschrieben. In dem einstigen Gartenhaus, dem sogenannten Pavillon neben dem eigentlichen Gustav-Freytag-Haus, betreibt der Verein eine kleine Gedenkstätte. Im Erdgeschoss geht es um die Heimatgeschichte des Ortes, in der ersten Etage befindet sich zu Ehren Gustav Freytags ein nachgestelltes Wohn-/Arbeitszimmer und eine Ausstellung mit Möbeln, Objekten und Originaldokumenten aus Gustav Freytags Privatbesitz. Schon jetzt ist der Platz viel zu klein. Viele wichtige Exponate können gar nicht gezeigt werden. Dabei könnten die Sieblebener die wichtigen Ausstellungsstücke von der Klassik Stiftung Weimar zurückbekommen, um sie am geschichtsträchtigen Ort zu zeigen.

Es war schon immer ein Traum des Vereins, das große, eigentliche Haus zu einer Gedenkstätte werden zu lassen. "Wenn wir dieses Haus schon im Ort haben, sollte es auch dem Andenken Gustav Freytags dienen", ist der Vereinsvorsitzende Steinbrück überzeugt.

Sorge um das Haus


Doch nun fürchten die Geschichtsbewahrer, dass bald niemand mehr das Haus mit Gustav Freytag in Verbindung bringen wird. Denn die Stadt Gotha hat das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben und weist in ihrer Ausschreibung lediglich auf den Denkmalschutz hin. "Wir können es nicht kaufen, sind nur ein kleiner Verein", resigniert Hajo Steinbrück. Auch die Sanierungskosten könnten die Heimatfreunde nicht aufbringen. Zwar dürften sie den kleinen Pavillon behalten, doch durch den Hausverkauf stünde ihnen so gut wie keine Außenfläche für diverse Veranstaltungen mehr zur Verfügung. Der Traum, die Gedenkstätte am eigentlichen Ort erstehen zu lassen, rückt in weite Ferne. Ist er gar ausgeträumt?

Protest als Brief


In einem offenen Brief wenden sich die Heimatgeschichtler an den Gothaer Oberbürgermeister. Sie hoffen, mit ihren Bedenken das Blatt noch einmal wenden zu können. Gerade jetzt trifft sie das Ansinnen der Stadt besonders hart, stecken sie doch mitten in den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 120. Todestag und 200. Geburtstag Gustav Freytags. Sie tun alles dafür, dass der große deutsche Dichter, dessen Werke selbst im 21. Jahrhunder als Theaterstücke aufgeführt und dessen "Technik des Dramas" noch heute an Theaterhochschulen gelehrt wird, nicht in Vergessenheit gerät.



Auszüge aus dem offenen Brief:


...Ein Haus, in dem Geschichte und Kulturgeschichte geschrieben wurde, in dem Napoleon, Goethe und Thomas Mann geweilt haben, soll in fremde Hände gegeben werden, ohne zu wissen, wie der neue Eigentümer mit dem Objekt umgehen wird...

Außer dem Hinweis auf den Denkmalschutz des Gebäudes wurden in der Ausschreibung keine Bedingungen für den Erhalt des geschichtlichen Wertes vorgegeben...

Kommt hier die gleiche Entwicklung in Gang wie beim Schloss Reinhardsbrunn oder dem Haus der Frau von Stein in Weimar?...

Im Hinblick auf die bevorstehenden Feierlichkieten zum 120. Todestag von Gustav Freytag im Jahr 2015 sowie zum 200. Geburtstag im Jahr 2016, für die unser Verein umfangreiche Vorbereitungen trifft, ist dieser Verkauf kontraproduktiv und schadet ganz gewiss dem Ansehen der Stadt Gotha...





Gustav Freytag



Der große deutsche Dichter, Dramatiker, Historiker, Journalist und liberale Politiker des 19. Jahrhunderts wurde 1816 in Kreuzburg/Schlesien geboren.

Lebensstationen waren Breslau, Berlin, Dresden, Leipzig, Siebleben bei Gotha und Wiesbaden.

In Siebleben erschuf er von 1851 bis zu seinem Tod 1895 seine großen Werke wie "Die Ahnen", "Soll und Haben", "Bilder aus der deutschen Vergangenheit", "Gesammelte Werke" und andere.
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