Hochkaräter lesen live

Gotha: Kulturhaus |

Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon wird die Lesereihe "Lesen live" fortgesetzt. In der nun mittlerweile vierten Auflage geben wieder vier hochkarätige Gäste im Gothaer Kulturhaus ein Stell-dich-ein.

25. Januar 20 Uhr: Dieter Moor - Amüsante Geschichten aus der arschlochfreien Zone:


In dem von unbeugsamen Brandenburgern bevölkerten Dörfchen Amerika scheint sich alles zum Guten gefügt zu haben: Die alpenländischen Aliens, die Moors, sind in die Gemeinschaft der Einheimischen aufgenommen und die anfänglichen Probleme um den Hof gelöst. Doch da gibt der geliebte Hürlimann-Traktor den Geist auf, und auf einmal steht nicht nur der häusliche Friede, sondern auch die Ehre des Neubauern auf dem Spiel. Helfen kann nur Hürli- Gott Jakob aus der Schweiz, auch wenn Bauer Müsebeck, Teddy und Krüpki so ihre Zweifel haben. Als dann auch noch ein Bayer im hellblauen Tangaslip die ersten Wasserbüffel nach Amerika bringt, stehen neue, skurrile und anrührende Herausforderungen ins Haus.

Dieter Moor, 1958 in Zürich geboren, ist Schauspieler und Moderator. Anfang der 90er Jahre moderierte er das preisgekrönte Medienmagazin Canale Grande auf VOX. Nach verschiedenen Stationen beim deutschen und eigenen Talkshows im österreichischen und Schweizer Fernsehen präsentiert Dieter Moor seit 2007 das ARD-Kulturmagazin Titel, Thesen, Temperamente. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja betreibt er in der Nähe von Berlin einen Demeter- Bauernhof.

8. Februar, 20 Uhr: Sergej Lochthofen - Schwarzes Eis - Der Lebensroman meines Vaters:

Es ist 1937, das Jahr des großen Terrors. In den Morgenstunden des 22. Oktober schlägt es an die Tür einer Wohnung in Engels, einer Stadt an der Wolga. Sie sind gekommen, ihn zu holen. Ihn, Lorenz Lochthofen, den Emigranten aus Dortmund. Unter dem Druck des heraufziehenden Nazi-Terrors hat er Jahre zuvor Deutschland verlassen und ist in die Sowjetunion gegangen, um als Schlosser und Journalist zu arbeiten. Er träumt den Traum von einer besseren Welt. Er wird verurteilt und nach Workuta geschickt, jener Insel des Archipels Gulag hinter dem Polarkreis, die zum Grab für 250 000 Häftlinge wird. Doch er überlebt.
Nach 20 Jahren Lager und Verbannung kehrt er nach Deutschland zurück und ist überzeugt, dass er in der DDR gebraucht wird. Ihm gelingt, was für einen Gulag-Häftling einmalig ist: Er steigt zum leitenden Manager eines international operierenden Unternehmens auf und wird 1963 ins Zentralkomitee der SED berufen. Doch er bleibt ein Fremder.
Lochthofens Geschichte erzählt sein in Workuta geborener Sohn Sergej. Gestützt auf mündliche Berichte und Dokumente aus dem Familienbesitz, vergegenwärtigt er das Erlebte seines Vaters wie in einem Roman, schildert Szenen von ungeheurer Dramatik und Intensität. Mit Erfindungsreichtum, Humor und der Hilfe des Zufalls kam Lorenz Lochthofen durch – ohne zu verbittern. Ein außergewöhnliches Buch über das 20. Jahrhundert, über Deutschland und Russland und über die ebenso stimulierende wie zerstörerische Kraft einer Utopie, die weltweit Millionen in ihren Bann schlug.

Sergej Lochthofen ist Journalist. Geboren 1953 in Workuta (Russland), kam er als Fünfjähriger mit den Eltern in die DDR, wo er eine russische Schule besuchte; er studierte Kunst auf der Krim und Journalistik in Leipzig. Von 1990 bis Ende 2009 verantwortete er die Zeitung Thüringer Allgemeine. Das Medium-Magazin wählte ihn zum regionalen «Chefredakteur des Jahres»; Fernsehzuschauer kennen ihn als Stimme des Ostens im ARD-Presseclub oder in der Phoenix-Runde

21. Februar, 20 Uhr: Bernhard Hoecker - ein merkwürdiges Bilderbuch längst vergessener Orte. So schön, verlassen und vergessen...:


"Lost places", so nennt man sie, die verlassenen Gebäude, die ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen, die vergessen wurden, die langsam verfallen und die keiner mehr betritt. Keiner? Nicht ganz. Zur eingeschworenen Gemeinde der "Lost-places-Liebhaber" gehören auch Bernhard Hoecker und seine Weggefährten Erik Haffner und Tobias Zimmermann. Tief dringen sie in unbekanntes Terrain vor, auf der Suche nach Bauwerken, die vor sich hin schlummern und darauf warten, wieder entdeckt zu werden. Dabei stoßen sie auf Unglaubliches und Bizzares. Oder hätten sie gedacht, das es bei Beelitz außer Spargel auch einen alten Krankenhauskomplex der Russen gibt, in dem noch OP-Besteck rumliegt? Kannten sie die alte Abhörstation der NSA auf dem Teufelsberg bei Berlin in der es ballsaalgroße Kuppeln gibt und Räume, deren Sinn man sich besser nicht ausmalen möchte? Die Schönsten, Spektakulärsten und Skurrilsten Bilder ihrer Geochachingabenteuer kombiniert mit witzig-schrägen Texten versammeln Bernhard Hoecker und seine Mannen in diesem etwas anderen Bilderbuch der längst vergessenen Orte. Für alle, die genau wie er selbst, den Indiana Jones noch in sich spüren.

26. April, 20 Uhr: Wladimir Kaminer - "Worüber die Fische schweigen":


Wladimir Kaminers Präsenz ist ungebrochen: Neben Kinoleinwand, Bücherregal und auch daheim auf heimischen Flimmerkisten steht er weiter auf deutschen Bühnen. Kaminer ist ein Entertainer, der den feinen Unterschied zur Stand Up-Comedy deutlich macht und trotzdem für Tränen sorgt. Der Spagat zwischen ernsten Zeilen und Beschreibungen unfassbarer Situationen gelingt immer wieder. Anspruch und Humor greifen ineinander und schließen sich nicht aus. Trotz seines großen Erfolges ist Waldimir Kaminer ein Star zum Anfassen geblieben. Er nimmt sich immer Zeit für seine Fans und beantwortet gerne und ausgiebig alle Fragen. Ab Frühjahr 2013 – Die neue Kaminer Show – Worüber die Fische schweigen.
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2 Kommentare
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 09.01.2013 | 20:46  
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 10.01.2013 | 21:10  
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