Ingeborg Stier, die Mutter der Wechmarer Kindertrachtengruppen wird 75.

Günthersleben-Wechmar: Landhaus Studnitz | Sie ist eine Wechmarer Institution und wohl jeder kennt die energische Frau, auf deren Pfiff ganze Generationen von jungen Leuten hörten. Am Samstag, den 11. Juni 2011 feiert Ingeborg Stier in Wechmar einen besonderen Geburtstag, sie blickt auf ein Dreivierteljahrhundert Lebenserfahrung.

Die Tochter des Wechmarer Schäfermeisters Gustav Denner ist seit Kindesbeinen mit der Geschichte ihres Heimatortes verbunden, dass sie selbst einmal Geschichte schreiben wird, hat die 1936 Geborene wohl nie vermutet. Ihr Beruf war ihre Leidenschaft, denn sie war Hortnerin und Erzieherin an der Polytechnischen Oberschule Wechmar. Dort begann sie am 1. September 1978 mit der Gründung einer Kindervolkstanzgruppe. Uta Kroll nähte für sie aus gelb-orangen Stoffresten die erste einheitliche Kleidung. Schnell ist die Gruppe im ganzen Dorf beliebt und die achtzehn Kinder erobern ihr Publikum. Ihre Kinder sind meist acht Jahre alt und so kann sie mit ihrer ersten Gruppe viele Jahre tanzen. Schnell entdeckt der 1974 gegründete Wechmarer Carneval Verein die leidenschaftliche Tanzmeisterin Ingeborg Stier und bittet sie, auch beim Fasching ein Kinderballett aufzubauen, eine Aufgabe, die sie gern für das nächste Jahrzehnt übernimmt.

Die Auftritte der Kindertrachtengruppe werden immer begehrter, nicht nur in der Schule, sondern auch bei den Weihnachtsfeiern der Volkssolidarität, bei der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe und bei den Dorffesten sind die Kinder mit dabei. 1982 spendiert Bürgermeister Günther Gäbler neue rot- und blau karierte Röcke. Als sich im gleichen Jahr eine Initiative bildet, um die 1200 Jahrfeier der Gemeinde Wechmar vorzubereiten, ist Ingeborg Stier mit dabei. Sie wird mit der Kindervolkstanzgruppe Mitbegründerin des Wechmarer Heimatvereins. Den ersten großen gemeinsamen Heimatabend absolvieren die Kinder gemeinsam mit dem damals noch kleinen Heimatverein am 9. November 1983.

Im Jahre 1984 ergreift Ingeborg Stier die Initiative und bildet aus Mitgliedern des ehemaligen Singeclubs einen Chor des Heimatvereins, der am 3. Oktober 1984 seine umjubelte Premiere im Flachbau der Schule zum 7. Heimatabend erlebt. Zum großen Festumzug anlässlich der 1200 Jahrfeier 1986 sind die Kinder in uralten Trachten ein echter Hingucker.

Ingeborg Stier ist nicht nur die Begründerin der Kindertrachtengruppe, die zum 1.Gesamtdeutschen Bundestrachtenfest 1994 erstmals originale Trachten erhielten, sie widmete sich auch dem Chorgesang und war über mehr als ein Jahrzehnt Mitglied des Vorstandes des Wechmarer Heimatvereins.
In dieser Funktion stammt von ihr, der leidenschaftlichen Rednerin im Wechmarer Platt, auch die Idee zur Gründung der „Wechmarer Mundartschwätzer“, einer Gruppe zur Pflege der Wechmarer Mundart, die heute aus dem Leben des Vereins nicht mehr wegzudenken ist.

Überall wo Ingeborg Stier auftritt, trägt sie mit Stolz die Wechmarer Tracht, die einst schon ihre Vorfahren als besonderes Zeichen der Verbundenheit wertschätzten, sie hat mit ihrem Mann Karl-Heinz viele Trachtenfeste im In- und Ausland besucht, auf mancher Bühne gesungen und ihre Schnärzchen erzählt. Natürlich freut sie sich schon heute, dass sie 2012 zum vierten Male auf der Theaterbühne stehen darf, wenn die nächsten Veit-Bach-Festspiele in Wechmar beginnen. Im Jahre 2000 übergab Ingeborg Stier die Leitung der Kindertrachtengruppe in jüngere Hände. Mit Bärbel Kreuch gab es somit in 33 Jahren Wechmarer Kindervolkstanzarbeit nur zwei Leiterinnen. In 22 Jahren Arbeit als Tanzleiterin haben bei Ingeborg Stier mindestens 300 Kinder das Tanzen gelernt.

Der Wechmarer Heimatverein gratuliert seinem engagierten Mitglied recht herzlich zum 75.Geburtstag, einer Jahreszahl, die man der Jubilarin nicht ansieht und wünscht ihr weiterhin noch viele gute Ideen, schöne Mundartgeschichten, flotte Lieder und „Inge, blieb wä dä bischt!“
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