Interessant und aufschlussreich, über „Ost-Frau“ zu hören von West-Frau !

Martina Rellin: Wie kann ich das am besten schildern?!
 
AA-Redakteur Igel schießt sich auf den "Lesetisch" ein
Martina Rellin war Chefredakteurin des „Magazin“ (1994-2001) und ist Autorin des wieder aufgelegten „Klar bin ich eine Ost-Frau“, woraus sie am Mittwoch (15.02.) in Gothas Heinrich-Heine-Bibliothek las. Etwa 60 Frauen und 4 Männer waren gekommen, um zu erfahren, was gelesen werden würde.

Vor allem aber war es das Kommen wert, die Bemerkungen der Autorin über die Entstehung der Geschichten, die Lebensumstände der beschriebenen Frauen und natürlich eigene Erfahrungen und Einsichten aufzunehmen.
Ihr Gesicht genüsslich, wenn sie über das Erstaunen von „West-Frauen“ spricht, mit blitzenden Augen, wenn sie einen klitzekleinen Teil dessen preisgibt, wie sie Klarheit in diese Erstaunten Frauen brachte – sehend, dass deren Erstaunen sich nur wandelte.

Eine Ost-Frau aus westlicher Sicht zu betrachten, ist demzufolge nicht ganz einfach – also schwierig!
Das wird sich mit der Zeit sicher geben. Aber mit einem Gesicht der wissenden Überlegenheit schildert Martina Rellin, wie die Probleme ganz schlich und ergreifend aufblühen, wenn künftige Westschwiegermutter der Ostschwiegertochter als „klar“ zu verstehen gibt, dass diese ihre Enkel daheim erziehen werde. Selbst durch Kindergarten gegangen und aus der Erziehung im Elternhaus ganz anders geprägt, selbstbestimmend und nicht an den Herd gefesselt, sind Dispute vorprogrammiert.

Interessant war freilich auch, in die Gesichter der Besucherinnen zu schauen, wie sie abwartend zuhörten, bestätigend nickten oder wenigstens nicht ganz zustimmen könnend voll interessiert und konzentriert dem Gehörten sowie der Körpersprache der Autorin lauschten.

Naja, als das Wort „Männer“ gegen Ende mehrfach ins Spiel gebracht wurde, da schienen alle bejahend aufzublühen. (Einer Frau schaute ich schmunzelnd ins Gesicht, worauf ihres umschwenkte fast entschuldigende Frage: Na, ist das so abwegig? – abgeschlossen mit diesem „gewinnenden Lächeln einer Frau“.)

Martina Rellin, die bereits das dritte Mal eine Lesung in Gotha gab, hatte deutlich machen können, dass sie sich als echte West-Frau doch sehr wohl im Osten fühlt und sehr gut die Meinungen und Befindlichkeiten der Ost-Frauen darstellt. Kein Zweifel!

Als ihr durch die neue Bibliotheksleiterin, Nicole Strohrmann, zum Abschluss einen Dankes-Blumenstrauß überreicht, sagt Martina Rellin betont und mit bedeutungsvoller Pause: Aha, ein Blumenstrauß!
Alle warteten nun auf erklärende Worte. Die knisternde Spannung voll auskostend, schilderte sie, was ihr da für Gedanken kommen „könnten“:
• Was soll ich mit einem Strauß, wie kann ich den heimbringen?
• Schenke ich ihn einer anderen Frau, hat diese das Problem
– war also grundsätzlich keine Lösung ist!
• Was kann ich meinem Mann sagen?
– Könnte sagen, dass es eine Auszeichnung anlässlich … - nein, das wäre zu unehrlich!
– Könnte sagen, dass ich ihn von einem Liebhaber bekommen habe – ja ja (!), denn das glaubt er mir sowieso nicht, womit das Thema erledigt wäre.

Ach ja: Liebhaber!
Martina Rellin las eine Geschichte über Liebe + Ehemann + Liebhaber einer Frau – total einfach, einfach prima – eben pfiffig sowie einfach "schlicht und ergreifend".
Na, ist das nicht lesenswert dieses „Klar bin ich eine Ost-Frau“!

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Ein weiterer Beitrag zu gleicher Veranstaltung:
Was ist typisch Ostfrau?
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2 Kommentare
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Silke Dokter aus Erfurt | 16.02.2012 | 15:05  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 16.02.2012 | 18:06  
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