Klostergründung im Landkreis Gotha - Kloster St. Gabriel

        Leinatal: Altenbergen | Eigentlich ist es in unserer Zeit üblich für nicht benötigte Kirchen neue Verwendungsmöglichkeiten zu finden. In einzelnen Fällen werden sogar Kirchen abgerissen. Gemeinschaften geben aus Mangel an Nachwuchs und
zunehmendes Desinteresse der Menschen ganze Klöster auf.
In Altenbergen geht man den umgekehrten Weg. Die antiochenisch syrisch - orthodoxe Kirche suchte in der Mitte Deutschland einen Platz für eine Klostergründung und fand ihn in Altenbergen. An diesen alten christianisierten Ort, der mit dem Missionswerk von Bonifatius eng verbunden ist, entsteht das erste Kloster dieser kleinen orientallischen Kirche in Mitteldeutschland. Der Vorstellungsabend der Mönche dieser Kirche am 21. April war ein voller Erfolg. Die Dorfbevölkerung nahm mit viel Neugier und Interesse ihre neuen Nachbarn auf und hörten konzentriert den Ausführungen von Metropoliten Severius zu.
Jeder ist eingeladen sich selbst ein Bild von dem neuen Kloster zu machen.
Im unteren Bildteil sind Zusatzinformationen enthalten.
So wird also in absehbarer Zeit aus einer Bungalowsiedlung ein Kloster entstehen. Wünschen wir den Kloster Sankt Gabriel alles Gute. Die neue Gemeinschaft wird eine kulturelle Bereicherung für Thüringen sein.
Kontakt:
Kloster St. Gabriel
Nicolaus- Brückner- Str.20A
99894 Leinatal,Altenbergen
Deutschland - Thüringen
Sekretariat,Tel&Fax:(0049) 036253/25142
E-mail: morseverius@hotmail.com; p.johannes@hotmail.com
Website: www.syrorthodoxchurch.com

Geschichte

Die Antiochenisch Syrisch Orthodoxe Kirche gehört neben der Kirche in Jerusalem zu der ältesten des Christentums. Sie hat ihren ursprünglichen Sitz in Antiochia und wurde durch den heiligen Apostelfürsten Petrus im Jahre 37 n. Chr. selbst gegründet. In der Apostelgeschichte ( 11,26 ) heißt es: " In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen." Die Sprache dieser Kirche ist bis heute Syrisch/Aramäisch, die Sprache Jesu Christi, unseren Herrn. Ihr Ritus ist der Antiochenische, dessen Liturgie noch heute die des hl. Jakobus, Bruder des Herrn, ist. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche ist Bestandteil der Altorientalisch-Orthodxen Kirche (Ägypten), Armenisch-Orthodoxen Kirche ( Äthopien ) und Malankara-Orthodxen Kirche ( Indien ).
Vom 4.bis zum 13. Jh. erlebte die Syrisch-Orthodoxe Kirche ihre Blütezeit. In diesen Jahren gingen unzählige heilige Kirchenväter aus ihr hervor. Unter ihnen sind Ephrem der Syrer ( + 373 ), Jakob von Sarug ( + 521 ), Severius der Große ( + 538 ) und Gregorius Bar Hebräus ( + 1286 ). Auch lebten in den Gebirgen des Tur Abdin ( heutige Süd-Ost-Türkei) zu einer Zeit mehr als 90 000 Mönche, unter ihnen unzählige und weltberühmte h eilige Asketen und Eremiten wieJakob von Nisbis ( +338 ), Simon der Stylit ( +459 ) und Bischof Gabriel des Klosters Mor Gabriel ( + 668 ),die das Mönchtum geprägt haben.

Bis zum Jahre 1960 waren die Gläubigen der Syrisch-Orthodoxen Kirche in ihren Ursprungsländern größtenteils noch ansässig: Syrien, Libanon, Türkei und Irak. Seitdem erlebte diese Kirche in ihrer Geschichte auf Grund von Unterdrückung einen unvergleichbaren Exodus in den Westen und deshalb lebt ein großer Teil in den USA, Kanada, Europa und Australien.Schon immer war sie eine Kirche,die unter Verfolgungen und Massakern gelebt hat und gilt bis heute mit der Koptischen Kirche als die Kirche, die die meisten Märtyrer in der Geschichte des Christentums hervorgebracht hat.Zuerst litt sie unter der Verfolgung der Heiden und seit dem 7. Jh. unter dem Islam. Im Jahre 1915 erlitten die Syrer das schwerste Massaker in der Türkei, durch das ca. 75% iherer Gläubigen auf Grund ihres christlichen Glaubens umgebracht wurden.

Der geistliche Schatz dieser und ihr hinterlassenes Erbe ist in der gesamten Christenheit immer in Ehren gehalten worden. Durch die tiefe Spiritualität ihrer heiligen Väter wurde das Mönchtum im Osten und im Westen grundlegend geformt. Der heilige Benedikt von Nursia ( + 547 ), der als Vater und Gründer der Benediktiner gilt, war von den östlichen Mönchsvätern so geprägt, dass seine Mönchregel diese Spiritualität wiedergibt und damit das Christentum im Westen tiefgreifend geprägt hat.

In Europa erlebt heute die Syrisch-Orthodoxe Kirche,wie alle anderen Kirchen auch,einen großen Umbruch. Sie versucht sich diesen Ländern anzupassen, ohne ihr wichtiges geistliches Erbe zu verlieren: Ritus, Sprache und Spiritualität. Heute leben in ganz Europa etwa 150 000 Syrisch-Orthodoxe Gläubige, die in vielen Gemeinden geformt sind.

Die Antiochenisch Syrisch-Orthodoxe Kirche ist ein Zweig der gesamten Syrisch-Othodoxen Kirche, der für alle Nationalitäten und Konfessionen offen ist für Dialog und das Miteinander in dieser zerissenen Welt. Diese Kirche will sich in ihrer kirchlichen Tätigkeit weder durch nationale noch durch konfessionelle Interessen leiten lassen. Sie möchte allen Menschen aller christlichen Konfessionen und aller Religionen durch Seelsorge und Veranstaltungen die Möglichkeit bieten, den Weg zu Christus,unserem Herrn, zu finden

Lehre der Antiochenisch- Syrisch-Orthodoxen Kirche

Die Antiochenisch Syrisch-Orthodoxe Kirche leitet ihre Lehre ab von der göttlichen Inspiration, geoffenbart in der Heiligen Schrift, wie sie von den heiligen Kirchvätern ausgelegt wird und von den heiligen Aposteln, den heiligen Konzilen empfangen haben. Diese Kirche folgt dem Glauben,wie er von den heiligen Ökumenischen Konzilen definiert wurde, von Nizäa ( 325 ), Konstantinopel (381) und Ephesus (431). Die folgenden zehn Punkte sind eine Zusammenfassung der wichtigsten Glaubenslehre dieser Kirche:

1. Sie glaubt, dass Gott der Allerhöchste ist, Einer in drei heiligsten Personen, jedoch mit einem einzigen heiligen Willen: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und dass diese drei Personen gleich sind in ihrer Erhabenheit.

2. Sie glaubt, dass die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit vom Himmel auf die Erde herabkam, im Leib der heiligen Jungfrau Maria wohnte, von ihr durch den Heiligen Geist einen vollständigen menschlichen Leib annahm.

3. Sie glaubt, dass unser Herr und Meister Jesus Christus sowohl ganz Gott ist als auch ganz Mensch, und dass er eine Person ist und eine Natur hat aus zwei Naturen ( Gottheit und Menschheit ), ohne sich zu vermischen, zu verschmelzen oder sich zu verändern.

4. Sie glaubt, dass der Menschgewordene Gott gekreuzigt wurde, gestorben ist und begraben wurde. Dabei wich die Gottheit niemals,weder von seiner heiligen Seele noch von seinem heiligen Leib. Sie glaubt, dass er am dritten Tag auferstanden ist von den Toten und die gesamte Menschheit vom Tod, vom Satan und von der Sünde errettet hat. Sie glaubt, dass er aufgestiegen ist in den Himmel und wiederkommen wird, um die Welt zu richten. Die Kirche erwartet sein Kommen zu jeder Zeit.

5. Sie glaubt, dass der Heilige Geist, die dritte Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, vom Vater ausgeht. Der Heilige Geist ist es, der alles heiligt und vervollkommnet.

6. Sie glaubt, dass die heilige, allzeit jungfräuliche Maria von ihrem Vater Joachim und ihrer Mutter Anna in der Erbsünde geboren wurde. Sie hat aber durch die Kraft Gottes niemals gesündigt, weder willentlich noch unwillentlich, weder bewusst noch unbewusst. Dann wurde sie von dieser Erbsünde gereinigt durch das Herabkommen des Heiligen Geistes auf sie. Das Wort Gottes wohnte in ihrem Leibe, nahm Fleisch von ihr an und wurde von ihr geboren. Deshalb wird sie als wahre Mutter Gottes ( Theotokos ) verehrt und steht über allen Heiligen.

7. Sie glaubt an die Fürsprache der Heiligen, der Märtyrer und der siegreichen Gerechten. Sie verehrt ihre Reliquien und feiert ihre Feste.

8. Die heilige Kirche betet für die Toten, indem sie für sie Gottes Gnade und Vergebung erbittet.

9. Die heilige Kirche spendet die sieben heiligen Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie,Beichte, Krankensalbung, Ehe und Priesterweihe.

10. Sie glaubt an die Auferstehung von Leib und Seele am Tage des Gerichtes beim zweiten Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Jeder wird die ihm zukommende Belohnung empfangen.

METROPOLIT UND PRIMAS

Seine Eminenz, der Metropolit von Europa und USA, Mor Severius Moses, ist der erste Metropolit und Primas der Antiochenisch Syrisch- Orthodoxen Kirche. Er wurde am 05. Juni 1981 in Füssen/Allgäu geboren und ist in Würzburg aufgewachsen. Mit 18 Jahren (1998), tat er in das Priesterseminat des Klosters St. Jakob von Sarug in Warburg ein und studierte dort syrische Theologie. Mit 20 Jahren trat er in das Kloster St. Ephrem der Syrer in Glanerbrug in den Niederlanden ein und wurde dort als Mönch eingekleidet. Nach einem weiteren Jahr, mit 21 Jahren, wurde er dort zum Priester geweiht. In den vier Jahren seines Aufenthaltes in den Niederlanden (2000-2006) war er Jugendseelsorger für sechs Gemeinden und hat als syrisch-orthodoxer Priester in diesem Bereich gezielt seelsorgerisch gearbeitet. Nach dieser Tätigkeit wurde er in Schweden von 2005-2006 als Gemeindepriester eingesetzt. Im Jahre 2006 kam er in die römisch-katholische Abtei Maria Einsiedeln in der Schweiz, um seine theologischen Studien weiter zu vertiefen. Im August 2007 errichtete und bestätigte die indische Synode der Syrisch-Orthodoxen Kirche auf Grund des Gesuches vieler Gläubigen eine neue Erzdiozöse von Europa. Durch diese Fügungen wurde Metropolit Mor Severius Moses am 21. November 2007 dür diese Erzdiozöse von der gleichen Synode zur autokephalen ( unabhängigen ) Kirche erhoben und der Metropolit zum Primas dieser Kirche ernannt. Seitdem hat Antiochenisch Syrisch- Orthodoxe Kirche eine eigenständige Synode unter dem Vorsitz Primas. Die Kirche ist in zwei Metropolitansitze und zwei Diozösen gegliedert.

Hauptsitz und Angebote des Klosters

Das Kloster St. Gabriel in Altenbergen, Leinatal ist der Hauptsitz dieser Kirche,in dem zukünftige Mönche und Priester ausgebildet werden.

Darüber hinaus ist das Kloster offen für alle,
- die Kloster auf Zeit begehen wollen.
- die einmal abschalten möchten vom Alltag.
- die Stille, Erholung und geistliche Begleitung suchen.

Das Kloster bietet
- tägliche Besichtigungen und Führung durch das Kloster.
- Unterbringung von Gruppen bis zu 40 Personen ( mit Halb- und Vollpension), die Urlaub machen möchten oder sich auf einer Bildungsfahrt befinden. Nicht nur das Kloster, sondern auch die Umgebung des Thüringer Waldes bieten Ruhe und Entspannung für alle, die dem Alltag für kurze Zeit entrinnen möchten. Die historischen Städte Weimar, Erfurt, Eisenach ( Wartburg ), Gotha, Suhl, Vacha und der Unescowelterbe- Nationalpark Hainich (Urwald mitten in Deutschland) laden ein zur Besichtigung. Bei den Planungen des Aufenthaltes stehen die Mönche ratgebend und helfend zur Verfügung.
- Nutzung der Räumlichkeiten für ihre eigenen Tagungen, Bildungsveranstaltungen und Festlichkeiten.

Seminare, die im Kloster angeboten werden:

- Was kann das Evangelium uns heute geben?
- Gebet & Spiritualität ( Grundlage: Vater unser im Himmel )
- Das Christentum, die christlichen Konfessionen und worin sie sich
unterscheiden
- Orient & Europa, Immigration, kulturelle Unterschiede
- Gesellschaft, Ehe und Familie, Erziehungsfragen etc.
- Das Gelingen der Zusammenarbeit im Betrieb aus geistlich- christlicher
Erfahrung
- Ikonenmalerei und ihre Spiritualität lernen

Weitere Seminare, die unter einem anderen Thema stehen,können angesprochen werden.

Referententätigkeit außerhalb des Klosters für Tagungen, Seminare oder Gespräche in Kirchengemeinden, Unternehmungen oder andere Veranstaltungen sind nach Absprache möglich.

Exerzitien im Kloster:

Exerzitien sind Tage bewusster Zurückgezogenheit aus dem Trubel des Alltags, um im Auf und Ab des Lebens nach dem Wesentlichen zu fragen, zu den Quellen zu gehen, sich auf die Mitte zu besinnen und neue Orientierung aus dem christlichen Glauben zu suchen. Der Exerzitienleiter hält täglich zwei kurze Vorträge bzw. gibt Anregungen zum Nachdenken, Meditieren und Beten und steht während des Kurses zu geistlichen Gesprächen zur Verfügung.

Bibelstudium:

Für Interessenten, die das Hl. Evangelium studieren und besser verstehen wollen, bieten wir einen Bibelkreis im Kloster an.
Jeden Mittwoch um 20.00 Uhr sind Sie dazu herzlich eingeladen.
Um Voranmeldung wird gebeten.

Intensivkurse für das Studieren des Hl Evangelium sind nach Absprache möglich.

Öffentliche Gebetszeiten:

Morgengebet:
Mo - Sa: 6:30 Uhr

Mittagsgebet:
Mo - So: 12:00 Uhr

Abendgebet
Mo - So: 17:00 Uhr

Nachtgebet:
Mo - So: 20:00 Uhr

Sonn- und Feiertage:
Morgengebet: 9:00 Uhr;Göttliche Liturgie im Anschluss: 10:00 Uhr
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2 Kommentare
1.203
Martina Giese-Rothe aus Gotha | 23.04.2012 | 08:39  
2.250
Ulf Wirrbach aus Gotha | 23.04.2012 | 18:50  
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