Landschaftsästhetik aus der Vogelperspektive

Wann? 16.10.2015 bis 10.01.2016

Wo? KunstForum Gotha, Querstraße 13, 99867 Gotha DE
Gotha: KunstForum Gotha | Neue Ausstellung mit Fotografien von George Steinmetz im KunstForum Gotha

“Ich bin ein Fotograf, der fliegt, nicht ein Pilot, der Bilder macht. Mit meiner speziellen Art des Fliegens schaffe ich es, die entlegensten, extremsten Gegenden dieser Welt so zu fotografieren, wie sie kein Mensch zuvor je gesehen hat. Und von meinem speziellen Blickwinkel im Himmel gibt es immer mehr zu sehen, mehr zu entdecken, zu fragen und letztlich auch zu verstehen.” George Steinmetz

Er sitzt in einem der leichtesten, langsamsten Fluggeräte der Welt und macht die atemberaubendsten Bilder von den letzten Geheimnissen unserer Erde. George Steinmetz, Amerikaner, Fotograf mit einem akademischen Abschluss von der Stanford University, USA in Geophysik. Er lebt mit seiner Frau in New Jersey.

Das KunstForum Gotha zeigt vom 16. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016 die 40 beeindruckendsten Werke des Fotografen in den modernen Räumlichkeiten des Hauses.


Er entdeckte seine Liebe zur Wüste schon während seines Studiums, als er die Sahara durchquerte. Seitdem reist er in die entlegensten Winkel dieser Welt und fliegt seit fünfzehn Jahren mit einem Paraglider, einem motorisierten Gleitschirm über die extremsten Orte und Wüstengebiete, fotografiert eine fast surreale Landschaftsästhetik aus der Vogelperspektive und liefert uns spektakuläre Luftbilder von den natürlichen Kunstwerken und Wundern unseres Planeten.

George Steinmetz zu seiner außergewöhnlichen Arbeit: „[…] ein Nylon-Schirm mit Rucksackmotorantrieb, ausgelegt für eine Person. Das Ganze wiegt nicht einmal 40 Kilogramm und hat eine Einheitsgeschwindigkeit von rund 45 Kilometer pro Stunde. Mit einer Zehn-Liter Tankfüllung kann ich damit ungefähr zwei Stunden in der Luft bleiben. Zum Starten und Landen genügt eine Fläche von der Größe eines Basketballspielfeldes. Im Flug hänge ich unter der Schirmkappe, wodurch der Gleitschirm automatisch stabilisiert wird. Wenn ich zum Fotografieren oder zum Objektivwechsel die Lenkleinen loslasse, hält der Schirm im Idealfall über eine Stunde lang auch ohne mein Zutun den Kurs. Das Beste ist, dass ich für mein Fluggerät weder Flugplatz noch Landebahn brauche und damit auch in sonst unzugängliche Gegenden komme. Da Gleitschirme sehr leicht sind, die Kappe aus Nylon besteht und das Ganze zerlegt in wenigen Säcken Platz hat, kann man alles bei jeder Fluggesellschaft ohne weiteres als Standardgepäck aufgeben. Für meine Aufnahmen habe ich im Laufe der Jahre fünf Motoren, vier Gleitschirme und neun Paar Trekkingschuhe verschlissen, darüber hinaus drei Autos. Immer wieder kam es vor, dass ich nicht starten konnte oder unsanft landete. Einmal nahm ich sogar ein unfreiwilliges Bad im Pazifik. In China kollidierte ich beim Start mit einem Baum. Ich verlor das Bewusstsein und musste mit 17 Stichen im Gesicht genäht werden, war aber schon zwei Tage später wieder flugfähig. Die Aufnahmen habe ich mir hart erkämpfen müssen.

Die sogenannten hyperariden Regionen mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von weniger als zehn Zentimetern weckten mehr und mehr mein fotografisches Interesse. Je nach Ariditätsgrad gibt es die unterschiedlichsten Spielarten von Wüsten. Mich faszinieren allerdings vor allem die hyperariden wegen der surrealistischen Ästhetik der Landschaft und der unglaublichen Fähigkeit der Natur, sich selbst widrigsten Lebensbedingungen anzupassen. Die Wüsten dieser Welt weisen viele Gemeinsamkeiten auf, und doch ist jede auf ihre Weise einzigartig. Sie sind - wie Geschwister, die bei ihrer Geburt voneinander getrennt wurden - in gewisser Weise ein Beispiel für konvergente Evolution. Zu den typischen gemeinsamen Merkmalen zählen Sanddünen, Salzseen, Winderosionen, Überreste vergangener Zivilisationen und eine extrem gut angepasste Flora und Fauna. Aber in jeder Wüste sind diese Merkmale in unterschiedlicher Ausprägung zu beobachten, alle gleichermaßen interessant und von seltsamer Schönheit. Im Laufe meiner Forschungsarbeiten und Reisen ist mir im Übrigen fast niemand begegnet, der jede dieser Regionen bereist hat. Viele Aufnahmen zeigen Orte, die noch niemand zuvor gesehen hat und die wohl auch niemand mehr zu sehen bekommen wird.“

Um zu diesen bizarrsten Orten unserer Erde zu kommen, um die letzten Geheimnisse unserer Erde zu enthüllen, um solche wundervollen, traumhaften Bilder machen zu können, fliegt George Steinmetz auch manchmal ohne Erlaubnis und behördliche Genehmigung und mit hohem Risiko.

Das Kulturmagazin „ttt titel, thesen, temperamente“ des deutschen Fernsehens nannte seine Fotografien 2013 in einem ausführlichen Beitrag „spektakuläre Bilder eines fliegenden Abenteurers“. George Steinmetz publiziert seine Fotografien regelmäßig in internationalen Magazinen wie Geo, National Geographic, Architectural Digest, Conde´ Nast Traveler etc. und in Büchern und Bildbänden. Für seine fotografische Arbeit bekam er zahlreiche internationale Preise, z.B. von Pictures of the Year, Alfred Eisenstaedt Awards, u.a. , sowie zwei erste Preise von World Press Photo.

„Desert Air- Faszination Wüste“ mit Fotografien von George Steinmetz
16.10.2015 bis 10.01.2016
KunstForum Gotha, Querstraße 13
Öffnungszeiten: Di.- So. von 10 17 Uhr,
Eintrittspreise: 4,00 €, ermäßigt 3,00 €
www.kunstforum-gotha.de
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