Pferde im Schlosspark Reinhardsbrunn Ich denke oft an „ Balu “- eine Sonnenblume für ein Pferd

Friedrichroda: Reinhardsbrunn | Die Pferdehaltung hat in Reinhardsbrunn eine lange Tradition. Schon die Mönche des ehemaligen Klosters Reinhardsbrunn, hatten umfangreiche Stallungen auf dem Klostergelände. Pferde stellten seit Jahrhunderten das schnellste Verkehrsmittel dar. Auch nach dem Untergang des Klosters Reinhardsbrunn, befanden sich Pferde auf den Verwaltungssitz in Reinhardsbrunn. Mit der Aufwertung des Schlosses durch den umfangreichen Umbau durch Herzog Ernst von Sachsen – Coburg und Gotha im 19. Jahrhundert, wurde auch ein neuer Marstall mit Unterstellmöglichkeiten für Kutschen und Zubehör geschaffen. Es muss sehr herrschaftlich gewesen sein, wenn die Jagdgesellschaft im Schloss Reinhardsbrunn eingetroffen ist. Mittels Fuhrwerk wurden Mitglieder der Herzogsfamilie vom Bahnhof Reinhardsbrunn abgeholt. Die Adelsfamilie wartete in einem prachtvollen Wartehäuschen auf die Abholung durch Kutschen. Mit zunehmender Motorisierung im 20. Jahrhundert verlor der Pferdekutschbetrieb seine Bedeutung. Der Marstall wurde zurückgebaut und zum Teil anderweitig genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Räumlichkeiten als Garagen für Kraftfahrzeuge umgewandelt. In der Nachwendezeit verwahrloste der Schlosspark zusehends. Die leidvollste Geschichte des Schlosses nahm seinen Anfang. Seit 2 Jahren vernahm man wieder Pferdewiehern im Schlosspark. Eine private Tierhalterin hielt mit 2 bis 3 Pferden Einzug in den Park. Dies geschah mit Erlaubnis des jetzigen Schlossbesitzers. Eine begrenzte Nutzung des Schlossparks durch Pferde ist auch nicht von Nachteil für das Gelände. Durch diese stolzen Tiere belebte sich der Schlosspark und welch schöner Anblick bot sich, wenn die Pferde vor dem „Hohen Haus“ standen. Es war ergreifend, wenn man beobachtete, mit wie viel Liebe und Zuneigung die Tierhalterin sich um ihre Pferde kümmerte. Im Juli 2011 erkrankte ein Pferd so stark, das es eingeschläfert werden musste. Die Tierhalterin begleitete ihr Pferd in den letzten Stunden seines Lebens. Das Pferd mit dem Namen Balu wurde nur 20 Jahre alt. An der Stelle vor dem Kavaliershaus, wo Balu starb, erinnert eine Sonnenblume an das tragische Ereignis. Im Moment befinden sich keine Pferde im Schlosspark. Eine beängstigende Stille ist wieder in den Park eingekehrt. Kein freudiges Wiehern und Getrappel begrüßt den Besucher. Ich denke gerne an Balu zurück und bei meinen nächsten Besuch, lege ich wieder eine Sonnenblume nieder, an der Stelle, wo er starb.
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