Quo vadis Reinhardsbrunn ?

          Quo vadis Reinhardsbrunn ?

Versuch einer Annäherung an die Geschichte des historischen Orts

Reinhardsbrunn

Versunken ist die Stätte
Die einst recht gut bekannt.
Ein Klagen erfüllt den Ort
Der leise nur genannt.
Wo seid ihr bloß geblieben,
ihr stolzen Leute hier ?
Der Nebel neigt sich nieder,
man hört ...
Dort sind wir
Gesegnet und verflucht
In diesem seltsam’ Tal.
Die Reinhardsbrunner Mönche
Sie raunen es tausendmal-
Bis dass der Nebel steiget.
Vergesst uns nicht,
vergesst uns nicht.
Wir prägten einst
Reinhardsbrunns Gesicht


Andreas B. Paasche





Schloss Reinhardsbrunn – Märchenschloss meiner Kindheit


Mittlerweile gehe ich auf die 40 zu, und meine Gedanken schweifen oft zurück in die Tage meiner Kindheit, zu meinen guten Eltern und Freunden und zu meinem Märchenschloss Reinhardsbrunn.
Der Park, von mächtigen Bäumen dominiert, umschloss eindrucksvoll die Gebäu-degruppe des Schlosses. Der hoch aufragende Turm war bei einem Spaziergang rund um das Schloss stets gut zu sehen. Jede der Sichtachsen des englischen Landschaftsparks ermöglichte immer neue, manchmal unerwartete Ansichten. Dieses Schloss war nicht einfach nur ein Gebäude, es war auch eine
„Augenweide.
Oft spielten wir im Schlosspark Verstecken. Ein Schulkamerad wohnte sogar in diesen sagenhaften Gemäuern. Seine Mutter war Kellnerin und wohnte mit ihm unterhalb des Daches in einer Dienstwohnung.
Oh, wie habe ich Jörg beneidet. Er wohnte in einem richtigen Schloss und hört wahrscheinlich nachts die Gespenster, wie sie fluchten. Es gab viel zu entdecken in meinem Märchenschloss. Zahlreiche Reliefs in Nischen erzählten Geschichten mit Symbolkraft. Unter den alten Bäumen im romantischen Schlosspark ließ es sich gut spielen und manch Kindergeburtstag endete in einer lustigen Rangelei. Auch gab es gut gekleidete Gäste zu bestaunen in meinem Märchenschloss. Ein Großteil war nicht von hier. Hinter vorgehaltener Hand flüsterten wir: „Die sind aus dem Westen „ Sie fuhren Autos mit schnittiger Form und reichlich glänzendem Chrom. Man konnte diese „Herrschaften“ nicht nur sehen, man konnte sie regelrecht riechen. Der Westen hatte seine ganz eigenen Duft, und wir schnupperten ihn mit Begeisterung .
Zum Träumen und Nase platt drücken lud auch der an der Schlossmauer befindliche Intershop ein. Beim Betreten befiel uns wieder dieser betörende Geruch des Westens. So bestaunten wir mit sehnsuchtsgroßen Augen die kunterbunte Konsumwelt.
Dieses Erleben war frustrierend und reizvoll zugleich: Träume von Spielzeugsautos der Marke „Matchbox“, Langspielplatten mit aktuellen Hits der Popstars.....
Ein Ritual aus meiner Kindheit ist mir noch unvergesslich in Erinnerung: Mutter sagte bedeutungsschwanger: “Wir gehen dann mal ins Schloss.“ Damit konnte man Eindruck schinden, und alle zogen die feinsten Sachen an, die Kleiderschrank oder Koffer hergaben. Herausgeputzt wie die feinen Herrschaften aus dem Westen spazierten wir dann zu meinem Märchenschloss. Beim Betreten des Turms schlug das Herz höher, in Erwartung der bevorstehenden Genüsse.
Vor dem Schlossrestaurant stand eine Empfangsdame. Sie hielt sich immer für sehr wichtig. und sorgte für die nach ihrer Meinung richtige Platzierung. Wenn man dann im Restaurant Einlass gefunden hatte, fühlte man sich schon großartig. Mal abgesehen davon, dass nach einem solchen Schlossausflug die Geldbörse chronische Schwindsucht bekam, fühlten wir uns immer richtig gut – Erlebnis pur.




Eine Reise mit einer überraschenden Erkenntnis

Vor einem Jahr begab ich mich mit Wanderfreunden auf eine Reise an den Chiemsee. Die lange Zugfahrt mit Rädern und Gepäck war beschwerlich, gehörte aber mit zum Reiseritual von ausgedehnten Rad- und Wandertouren. Allein die Zugreise war voller Begegnungen mit anderen Menschen, schnell und komplikationslos kam man ins Gespräch.
Im Abteil befand sich auch eine amerikanische Reisegruppe. Eine Oma gönnte sich mit ihren Enkeltöchtern eine Deutschlandtour. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns und ein paar Brocken aus dem lange zurückliegenden Englischunterricht waren hilfreich.
Ein englischsprachiger Reiseführer machte die Runde. Immer wieder wurden Seiten aufgeschlagen, um sich über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland zu informieren. Nachdem ich um Einsicht bat und den Reiseführer in den Händen hielt, schlug ich neugierig das Kapitel Thüringen auf. Eine Über-sichtskarte bildete das Land ab. In dieser waren 4 bedeutende Schlösser und Burgen abgebildet, die man sich unbedingt anschauen sollte. Mir zog es fast
„die Schuhe aus“, als ich neben der Wartburg Schloss Reinhardsbrunn erblickte.
Eine ganze Seite gab ergänzend die Geschichte des historischen Orts wieder.
Stolz und Trauer erfüllten mich in jenem Moment. Stolz, weil man in Amerika den Ort Reinhardsbrunn so hoch einstuft und zu den 4 wichtigsten Burgen und Schlössern Thüringens zählt. Trauer, weil hier in Thüringen eines der schönsten
Schlösser verfällt und dem Zufall überlassen wird.




Mit einem Ferienscheck ins Schlosshotel

Auch meine Familiengeschichte ist eng mit Reinhardsbrunn verbunden:
In den ländlichen Gebieten war es in den 50er und 60er Jahren noch üblich, Familienmitglieder nach ihrem Stellungsgrad einzuordnen. So war es durchaus möglich, dass einzelne Familienmitglieder schlechter behandelt wurden als andere und billige Arbeitskräfte innerhalb der bäuerlichen Großfamilie waren. Eine solche Knechtschaft erlitt auch mein Vater. Sein Großonkel hatte keine Skrupel, ihn auszunutzen. Die Perspektiven für die persönliche Entwicklung waren in einer solchen Situation denkbar ungünstig.
Was hatte mein Vater also groß zu verlieren als er seine Unterschrift unter einen Vertrag setzte, der ihn aus diesem Milieu herausriss. Er verdingte sich als Grenzsoldat und erlebte die Kameradschaft und Achtung der Soldaten untereinander bei seinen Wachaufgaben an der Grenze.
Die innerdeutsche Grenze war noch halb offen. Mit einem Pflug erneuerte er immer wieder den Grenzstreifen. Mein Vater hatte die Betreuung der Pferde und die Durchführung der landwirtschaftlichen Arbeiten zu gewährleisten. Die Zeit bei den Grenzsoldaten war eine gute für ihn, er entwickelte sich persönlich und wurde als Mensch und Kamerad geachtet.
Nach 5 Jahren Dienst kam es zur Ausmusterung. Reinhold Paasche erhielt als Dankeschön einen Ferienscheck und konnte zwischen Kühlungsborn an der Ostsee und dem Schloss Reinhardsbrunn- damals Erholungsheim des Ministeriums des Innern- wählen. Mein Vater entschied sich für Reinhardsbrunn
und blieb nach Ablauf des Urlaubs dort „hängen“. Er baute sich ein neues Leben in Friedrichroda auf. Was wäre wohl gewesen, wenn er sich für Kühlungsborn entschieden hätte ? Dann wäre ich wohl ein plattdeutsches Nordlicht und würde eine andere Geschichte erzählen...
In Friedrichroda war mein Vater einzigartig. Mit harter Arbeit, die oft über seine Kräfte ging, erschuf er sich seine eigene kleine Welt. Früh am Morgen als Heizer in eine Möbelfabrik am Ort, nachmittags mit dem Kuhgespann auf die Bergwiesen, um Futter zu machen. Jahrzehntelang bestimmte er mit seinem Kuh- und später dann Pferdegespann das Stadtbild von Friedrichroda mit.
Er war Bauer durch und durch und erlebte so die 4 Jahreszeiten viel intensiver als manch Anderer. Die Fruchtfolge auf den Feldern, die Heuernte, die Kartoffelernte, die lange Zeit des Winters, die Sorge um das Vieh und darum, ob wohl die eigenen Kräfte reichten ließen ihn rastlos tätig sein.
Mein Vater liebte seine Wahlheimat Thüringen. Sehr besorgt war, eines Tages ernsthaft krank zu werden, und er sagte oft: “Wenn es zu Ende geht, dann möchte ich umfallen und tot sein.“ Und so ging er eines Abends zu Bett und stand am Morgen nicht mehr auf. Der Hof wurde aufgelöst und Friedrichroda verlor seinen letzten Bauern, der sein Handwerk noch verstand.
Auf meinen Vater waren in den 80er Jahren die Filmleute der DEFA aufmerksam geworden. Sie drehten damals in Reinhardsbrunn den Märchenfilm „Rapunzel“, das Schloss bot dafür die ideale Kulisse. Natürlich verfügte die DEFA über ein umfangreiches Register zu den Statisten, die zu den jeweiligen Filmarbeiten
herangezogen werden konnten. Ein dringend für die Dreharbeiten benötigtes
Ochsengespann konnte plötzlich nicht eingesetzt werden, da der Halter verstorben war, die Ochsen schon auf dem Schlachthof. Woher in der Eile ein solches Gespann hernehmen ? Das Nachforschen am Drehort Reinhardsbrunn war erfolgreich. „Ja geht doch mal zum Paasche am Kalten Markt in Friedrichroda, der fährt doch immer mit den Kühen“. War schon toll, als die Filmleute von der DEFA bei uns klingelten. Es kommt ja nicht alle Tage vor und Filme machen ist schon etwas Geheimnisvolles.
„Ja, ihr lieben Leut’, ich fahr’ doch jetzt Pferdegespann“, sagte mein Vater er-
nüchternd. Die letzte Hoffnung der Filmleute schien sich zu verflüchtigen.
Aber mein Vater, Bauer durch und durch, holte 2 Kühe aus seinem Bestand und brachte ihnen das Wagen ziehen bei. Mit seinem Kuhgespann ging er in die Film- Geschichte der DEFA und die Reinhardsbrunns ein, indem er als letzter durch den Schlosspark fuhr und Teil des Märchenfilms „Rapunzel, Zauber der Tränen“wurde.


Geschichte und Geschichten um den Ort Reinhardsbrunn

Ludwig der Springer und Adelheid

Es begann mit einer Liebesgeschichte. Ein Mann verliebte sich in eine Frau, die bereits verheiratet war, und auch die Frau verliebte sich in ihn. Die warmen Gefühle waren da und das Bewusstsein – es darf nicht sein. Das Verlangen wurde immer größer, und ein böser Plan erfüllte die liebenden Herzen.
Der ungeliebte Ehemann soll aus dem Weg geschafft werden. Er soll den Weg frei machen für ihre Liebe, ein Mord wird ausgeführt. Mit blutigen Händen berühren sie sich, doch die Küsse schmecken bittersüß.
Gut getarnt war die böse Tat, jedoch die Ahnung der Menschen wird immer größer. Aus der Ahnung wird Vermutung, ein Schleier nach dem anderen wird heruntergerissen, und schließlich ist sie offenkundig, die schreckliche Gewissheit. Liebe, die auf Mord gebaut hat. Oh Gott, was haben sie getan ?
Sühne , Sühne, schreit die Welt, und um Sühne und Vergebung bitten, flehen die Herzen der Liebenden. Das Unrecht erdrückt die Liebe -etwas muss geschehen. Ein Akt der Liebe soll die Tat sühnen, ein Kloster soll gegründet werden, auf ein Gotteszeichen hin. So reitet Ludwig dahin und schreit gen Himmel den Schmerz der Untat. Nach langem Suchen findet er ein Zeichen in Lichtgestalt im Tal nahe seiner Burg – Reinhardsbrunn.
Benediktinermönche aus dem Kloster Hirsau geben den Anstoß und bereiten dem Glaubensleben einen fruchtbaren Boden, das Reinhardsbrunner Benedik-
tinerkloster entsteht. Die Klosterkirche wird der hl. Jungfrau Maria und Johannes geweiht. Gebet erfüllt den Ort – und unermüdliche Suche nach Gott.
Doch Ruhe können sie beide nicht finden: Ludwig trägt nun die grobe und einfache Mönchskutte, und Adelheid wird Nonne in Zscheiplitz.
Kloster Reinhardsbrunn wurde das Hauskloster der Ludowinger, ihre Grablege.
Es wurde mächtig und bestand bis zum Jahre 1525


Die heilige Elisabeth und ihr Mann Ludwig IV. der Heilige

Eine zweite große Liebe findet in den Mauern des Klosters ihr Ende:
Einst kam eine Königstochter aus dem fernen Ungarn als Kinde nach Thüringen. sie war einem Landgrafensohn als Gemahlin versprochen. Beide wuchsen gemeinsam auf und schlossen jung den Bund der Ehe, aus der 3 Kinder hervorgingen. Doch bald musste Ludwig zum Kreuzzug aufbrechen. Eine Vorahnung überkam beim Abschied beide, es könnte für immer sein. Der Weg ins heilige Land war hart, zu hart. Ludwig erreichte das Ziel nicht, er verstarb auf der Überfahrt. Die Nachricht vom seinem Tode traf Elisabeth schwer. In Bamberg empfing sie den Leichnam Ludwigs und geleitete ihn nach Thüringen, zum Kloster Reinhardsbrunn Wieder läuten die Totenglocken im Kloster Reinhardsbrunn – eine Liebesgeschichte findet ihr Ende. Elisabeth hatte nun eine schwere Zeit vor sich und erst ihr Tod erlöste sie von dem Leid, was ihr nach dem Tod Ludwigs angetan wurde. Elisabeth wird später als hl. Elisabeth von Thüringen in die Geschichte eingehen. Ludwigs Grab in Reinhardsbrunn wurde Wallfahrtsort, manches Wunder und Gebetserhörungen sind bezeugt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten friedliches Klosterleben und schwere Heimsuchungen. Doch weder Brandstiftung noch anderes Unheil lassen die Mönche verzagen. Immer wieder wird der benediktinische Geist neu belebt, bis schließlich im Bauernkrieg das Ende kommt: Wenige Tage nach der Zerstörung des Zisterzienserklosters Georgenthal wird auch Reinhardsbrunn gestürmt. Lange Zeit kehrte nun Ruhe ein, bis schließlich 1828 das Jagd- und Lustschloss Reinhardsbrunns entstand, wobei ein schon im 17. Jahrhundert gebautes Schloss einbezogen wurde. Die Dynastie der Coburg – Gothaer wird begründet.



Königin Victoria und Prinzgemahl Albert

Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha verfolgte eine ähnliche Heiratspolitik wie die Habsburger. So sind Nachkommen des ersten Herzogs , Ernst I., in nahezu allen Königshäusern Europas vertreten. Sein Sohn Albert heiratete die englische Königin Viktoria. Somit war ein wichtiger Zweig der Dynastie in Großbritannien begründet. Königin Viktoria weilte mehrfach in Reinhardsbrunn, sie liebte diesen Ort. Dem englischen Parlament missfiel dies, sie wurde aufgefordert, sich in ihrem Herrschaftsgebiet aufzuhalten. Daraufhin ließ sie in Schottland eine dem Reinhards-brunner Schloss sehr ähnliches Bauwerk errichten. Nach dem frühen Tod ihres Gemahls Albert legte sie die Trauerkleidung nicht mehr ab, kam aber noch mehrmals in das Herzogtum Coburg und Gotha, letztmalig 1894 zur „Fürstenhochzeit“ nach Coburg, wo sich zahlreiche Mitglieder des Hauses versammelten.


Reinhardsbrunn im 20. Jahrhundert und Anfang des neuen Jahrtausends


1918, im Zuge der sogenannten „Fürstenenteignung“, wurde der letzte Herzog
Carl Eduard enteignet, konnte aber nach einer Klage beim Reichsgericht seine
Besitztümer zurückerhalten. Es war aber nicht zu übersehen, dass die Bedeutung Reinhardsbrunns schon in jener Zeit abnahm, auch wenn die Herzogin Victoria Adelheid zeitweilig ein Erholungsheim für Offiziere einrichtete und der Marstall als Jugendherberge genutzt wurde.
Kurz vor Kriegsende bot Carl Eduard, der eng mit den Nazis verbunden war, der Reichskanzlei Reinhardsbrunn als Ausweichobjekt an. Zu einer derartigen Nutzung kam es nicht, lediglich Generalfeldmarschall Kesselring hielt sich gegen Kriegsende kurze Zeit im Schloss auf. Das Jahr 1945 markiert das Ende der herzoglichen Zeit in Reinhardsbrunn. Amerikanische und sowjetische Besatzung in Thüringen bekommen vor allem der Inneneinrichtung schlecht, zahlreiches Mobiliar wird abtransportiert. Das Schloss erfährt in den folgenden Jahren unterschiedliche Nutzungen: Feuerwehr-
schule , Erholungsheim der Polizei, und 1961 wird es Hotel des Reisebüros,
bis in die 90er Jahre. In diesen Jahren erlitt das Schloss einen kontinuierlichen Substanzverlust, wichtige Restaurierungsarbeiten wurden vernachlässigt, der
englische Landschaftspark verfiel. Nach der Wende fanden mehrere Besitzerwechsel statt, aber eine dringend not-
wendige Sanierung und Restaurierung des Schlosskomplexes ist trotz Ver-
sprechungen der jeweiligen Eigentümer nicht in Sicht


Schloss Reinhardsbrunn - quo vadis ?

I
m Jahre 2004, nach einem ausgiebigen Spaziergang mit meinem Hund Pepito, stand ich wieder einmal vor meinem Märchenschloss, umgeben von einem Gitter - Zaun mit der Aufschrift „Betreten verboten“. Oh mein Märchenschloss, wer hat dich verzaubert ? Wo ist die böse Hexe, die aus dir ein Dornröschenschloss in tiefem Schlaf machte ? Wo ist der Märchenprinz, der dich wach küsst ? Es muss doch etwas zu machen sein. Ich will nicht „meckern“ und klagen, und möchte auch selbst mitgestalten, um den Zustand zu verändern. In jenem Jahr wurde ich zum „großen“ Briefeschreiber. Ich schrieb mir die Finger wund. Von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, Andreas Prinz von Sa. Coburg und Gotha bis zu Benediktinerpater Anselm Grün OSB bekamen alle Post von mir. Ich schrieb „Gott und der Welt“ und erbat Hilfe für mein Märchenschloss. Außer ein paar warmherzigen Worten und tiefem Bedauern, nichts machen zu können, blieb mein Hilferuf ergebnislos.
Einige der Angeschriebenen hielten es noch nicht einmal für nötig zu antworten. Nach 4 Jahren beendet ich mein Flehen und Bitten in Briefform für mein Märchenschloss. Liebe Adressaten, ihr habt nun endlich Ruhe vor dem „Nervtöter“ aus Friedrichroda, der „sein“ Schloss retten wollte. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft für seine Ideale und Träume, der hat schon verloren. Getreu dem Motto „Gemeinschaft macht stark“ bin ich Gründungsmitglied des Vereins „Kirche und Tourismus“, der im Klosterpark in unmittelbarer Nachbar- Schaft des Schlosses seinen Sitz hat. Im Klosterpark sind in den letzten Jahren Nachbildungen der Reinhardsbrunner Klosterkirche entstanden, auch die Schauenburg und die kleine Johanniskirche
können besichtigt werden. Mein Wunsch ist, dass gemeinsam mit dem Schloss
Reinhardsbrunn wieder den herausragenden Platz einnimmt, als den ihn die Ge-
schichte Thüringens ausweist.

Möge die Zeit gnädig sein mit meinem Märchenschloss – damit Reinhardsbrunn
wieder ein Ort der Begegnung und Erholung wird.
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Julius Grieser aus Apolda | 05.04.2012 | 12:01  
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