Schatz in der Kur -- Kartenwochen starten

Alte Druckplatten werden restauriert: Prof. Bernhard Mai, Fakultät Bauingeineurwesen/Konservierung und Restaurierung (li.) und Dipolm-Restaurator Christian Kreienbrink
Gotha: Forschungsbibliothek | Die Kupferplattensammlung der Sammlung Perthes Gotha werden gerade restauriert:


Igel


GOTHA. Mehl, eine Zutat zum Backen und ein Grundnahrungsmittel. Aber in geringen Mengen eben auch ein hervorragender Stoff, um wertvollen Relikten aus der Vergangenheit wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Denn in einem einzigartigen Projekt der Fachhochschule Erfurt wird der Nachlass des Gothaer Verlags Justus Perthes vor den Zerfall gerettet. Diese bedeutende Sammlung Perthes enthält einen Bestand von 1650 Kupferplatten, die seit 2003 durch die Forschungsbibliothek Gotha aufbewart werden. Sie stellen wichtige und heute selten gewordene Zeugnisse für das bis in die 1930er Jahre im Verlag Justus Perthes Gotha für die Kartenherstellung eingesetzte Kupferstichverfahren dar. Ein vergleichbarer Kupferplattenbestand ist im europäischen Maßstab erst wieder in Großbritannien in der National Library of Scotland zu finden, die Kupferplatten des Kartenverlages Bartholomew and Son bewahrt. Die Kupferplattensammlung Perthes ist in bemerkenswerterweise in sich geschlossen und vollständig. Sie umfasst die Kupferplatten der jeweils letzten Auflagen der in Kupferstich ausgeführten Verlagsprodukte, darunter Stielers Handatlas, Berghaus' Physikalischer Atlas, Spruner-Menkes Historisch-Geographischer Handatlas, Perthes Taschenatlanten, Sydow-Wagners Methodischer Schulatlas, Vogels Karte des Deutschen Reiches, Berghaus' Chart of the World und der Globen.


“Der Großteil der Platten befindet sich in einem konservatorisch guten Zustand“, sagt Prof Bernhard Mai von der Fakultät Bauingenieurwesen/Konservierung und Restaurierung an der FH Erfurt. „Aber ein kleinerer Teil des Bestandes, insbesondere Platten die für den Druck in der Kupferdruckpressen mit einer Eisenoxydschicht versehen (verstählt) wurden, ist infolge unsachgemäßer Lagerung und von Alterungsprozessen erheblich geschädigt. Einfach gesagt, er rostet“, so Prof. Mai. „Nach der Erfassung der Schäden haben wir uns Gedanken gemacht und verschiedene Verfahren zur Restaurierung ausprobiert“, erzählt Diplom-Restaurator Christian Kreienbrink. Am Ende von verschiedenen Versuchen kamen die Spezialisten schnell auf die Methode des Strahlens. „Weil Sand, Korund oder Plastikgranulat zu grob sind und das glänzende Material nur geschädigt hätten, haben war es mit vielen weiteren Materialien, so auch mit handelsüblichen Weizenauszugsmehl Typ 405 probiert. Das ist die beste Methode“, so Kreienbrink.


HINWEIS:


3. Gothaer Kartenwochen, vom 16. Oktober bis 25. November - Ausstellung Afrikaforschung In der Forschungsbibliothek Gotha, Schloss Friedenstein, Spiegelsaal Die Ausstellung ist jeweils geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr. - Montag, 15. Oktober, 18.15 Uhr | Eröffnung der Kartenwochen - Mittwoch, 24. Oktober, 18.15 Uhr | Vortrag: Die Entdeckung des Sudans - Freitag, 26. Oktober, 18.15 Uhr | Lesung: Deutsche Wege nach


- Mittwoch, 7. November, 18.15 Uhr | Vortrag: Karten ohne Kenntnis - Donnerstag, 15. November, 18.15 Uhr | Filmvorführung: Verlagsgeschichte in bewegten Bildern.


- Dienstag, 20. November, 18.15 Uhr | Vortrag: Kartografie als Gottesdienst - Donnerstag, 22. November, 18.15 Uhr | Vortrag: Von der kosmopolitischen zur nationalen Übersee-Forschung
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