Serie Mein Museum: Mario Zaft führt in bierseliger Gemütlichkeit durchs Stutzhäuser Brauereimuseum

Die Würzepfanne im historischen Sudhaus.
Luisenthal: Stutzhäuser Gasthaus & Brauereimuseum |

Technik, die begeistert. Im Stutzhäuser Brauereimuseum in Luisenthal staunen selbst alte Brauer, sagt Mario Zaft, seit 2007 Hausmeister und Museums­führer in Personalunion.

Was gibt‘s Musehenswertes?
Bei uns geht es um Historie, Technik und Bierkultur. Das Stutzhäuser Brauereimuseum gibt es seit 1994. Die Brauerei wurde 1892 gegründet, bis zur Wende wurde noch gebraut – zuletzt 20 000 Hekto­liter im Jahr. Laut Brigadebuch haben hier mal 23 Menschen gearbeitet. Wir haben also Brautechnik aus der Jahrhundertwende, gemischt mit Technik aus den 70er-Jahren. Die Anlage ist offizielles Kulturdenkmal.

Museums-Rundgang:
Die Führung dauert eine halbe bis zu einer Stunde. Ziel ist es, die Leute nicht husch-husch durchs ­Museum zu schleusen. Ein gut ­gezapftes Bier braucht ja auch seine Zeit. Meine Führung ist gemütlich, nicht so starr oder engstirnig. Die Leute sollen ja etwas erleben. Mein Tipp: Am besten ist, die Gäste besichtigen vorher die Oettinger-Brauerei in Gotha und kommen dann ins Stützhaus. Dann erkennen sie die Unterschiede von hypermodern bis zum Ursprung.

Ihr liebstes Stück?
Mein Lieblingsstück ist der Maischefilter aus dem Jahr 1902 weil er noch vollständig und selten ist – eben etwas ganz Besonderes.

Bierbrauen noch ganz ohne Computertechnik



Sind auch Kinder ­museumsreif?
Für Kinder ist es bei uns, wie durch eine mittelalterliche Burg zu laufen. Sie sind irritiert, wie das Bierbrauen noch ganz ohne Computer funktioniert hat.

Museum for you?
Wir hatten schon Chinesen, Japaner, Australier, eine Brasilianerin und eine New-­Yorkerin hier. Sie freuen sich alle, dass es so etwas Historisches noch gibt und bitten uns, es weiter zu erhalten.

Woran führt kein Weg vorbei?
Schon das Gebäude am Hang ist außergewöhnlich. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen. Hier atmet man Zeitgeist. Besonders ist auch das seltene Sudhaus. Selbst Brauer mit weißen Haaren staunen über die Technik.

Ein Diplom für echte Bierkenner



Das muss gesagt werden:
Man muss der Familie Kollmar von der Oettinger Brauerei wirklich dankbar sein, dass sie den Wert der Anlage erkannt und zum Museum umgebaut hat. Die historischen Anlagen wie Sudkessel, Gärpfanne und Malzmühle wurden aufwändig saniert. Zu sehen sind auch Werkzeuge einer alten Böttcherei und Schlosserei. Der Luisenthaler Heimatverein stellt zudem bei uns Alltagsgegenstände aus vergangener Zeit aus.

Außer der Reihe:
Bei uns können Sie ein Bierkenner-Diplom erwerben. Zum Feiern bieten wir Gäste­zimmer und verschiedene Festräume an.
Protokoll: Michael Steinfeld

Zur Sache

Stutzhäuser Gasthaus und Brauereimuseum
Karl-Marx-Straße 8, 99 885 Luisenthal


Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr, größere Gruppen werden gebeten, sich vorher anzumelden.

Eintritt pro Person:
3 Euro

info@stutzhaeuser.de
www.stutzhaeuser.de
Telefon: 03 62 57 / 4 02 16
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