Singen fürs Südportal der Wechmarer Kirche

Wann? 14.10.2016 19:30 Uhr

Wo? Sankt-Viti-Kirche, Kirchplatz, 99869 Günthersleben-Wechmar DE
Thomas Riede liegt die St. Viti-Kirche in seinem Heimatort Wechmar sehr am Herzen. Deshalb singt er dort zum Benefizkonzert.
 
Der Erlös des Benefizkonzerts wird für die Renovierung des Südportals verwendet werden.
Günthersleben-Wechmar: Sankt-Viti-Kirche | Am 14. Oktober gibt es ein Benefizkonzert mit dem Countertenor Thomas Riede für die Wechmarer St.-Viti-Kirche


"Man sieht schon, dass hier noch einiges im Argen liegt. Wir haben locker Arbeit für die nächsten Jahre!" Thomas Riede tritt auf der Stelle den Beweis an, zeigt bei einem Spaziergang um die Kirche auf deren Schwachstellen. Einige der Fenster müssen erneuert werden, auch die Hauptportale, Außentreppen und Teile der Fassade mit den ausgewaschenen Fugen und gesenkten Steinen rufen nach sanierender Zuwendung. Sie soll wieder gut aussehen und möglichst unversehrt sein, die Sankt-Viti-Kirche, die schon von weitem mit ihrem besonders hohen Turm neugierig auf Wechmar macht, den Stammort der Musikerfamilie Bach.

Emsiger Förderverein


Seit fast zehn Jahren bemüht sich der eigens hierfür gegründete Förderverein um die Sanierung des Gotteshauses. Damit sind sie auch schon recht gut vorangekommen. Das Dach wurde neu gedeckt, einige der losen Steine ersetzt, Fugen mit Mörtel aufgefüllt, ein paar Fenster erneuert, Tür und Treppenaufgang an der Westseite saniert. Immer Stück für Stück, so wie das Geld da war, weiß Thomas Riede zu berichten. Auch er - der Countertenor - hat sich dem Förderverein angeschlossen, das ist für ihn selbstverständlich. Der freischaffende Sänger kommt durch seine Engagements im In- und Ausland gut herum, doch er kehrt immer wieder gern nach Wechmar zurück. Nach Hause. Dort bewohnt er mit der Frau und den vier Söhnen sein einstiges Elternhaus, hier schlägt sein Herz. Auch für die Kirche. "Dabei bin ich nicht mal getauft", gibt er lächelnd zu. Aber die Kirche gehöre nun mal dazu, ist in seine Liebe zum Heimatort einbezogen. Deshalb tut er für sie das, was er am besten kann: singen.


Am Freitag gestaltet Thomas Riede gemeinsam mit einem Organisten aus Wien ein Benefizkonzert für die St.-Viti-Kirche. So soll Geld für die anstehende Sanierung des Südportals gesammelt werden. Wer das Konzert in der Wechmarer Kirche besucht, darf sich auf ein ungewohntes Erlebnis freuen. Denn Thomas Riede ist Countertenor, einer der wenigen. Er singt mit seiner Kopfstimme in hoher Tonlage. So kann er den Klängen aus der Barockzeit besonders nahe kommen, sie authentisch neu beleben. Auf den Veranstaltungsort unweit seines Elternhauses freut er sich schon seit langem. Auch auf die gute Akustik in der Kirche. "Durch den Rundbau entsteht ein langer Hall", weiß er zu berichten, er hat hier schon mehrere Benefizkonzerte gegeben. Am besten aber komme der wunderbare Klang zur Entfaltung, wenn das Haus voll sei. Das müsste doch zu machen sein. Für den Hörgenuss - und vor allem für die gute Sache.



Das Konzert


Das Benefizkonzert ist am Freitag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr in der Kirche. Countertenor Thomas Riede gestaltet das Konzert gemeinsam mit dem Organisten Christian Lambour aus Wien. Das Programm beginnt mit Gregorianik und führt über Komponisten wie Monteverdi, Tallis und Purcell bis hin zu Sir Hubert Parrys Jerusalem. Um 19 Uhr beginnt im ehemaligen Pfarrhaus eine fünfzehnminütige Konzerteinführung. Der Eintritt zum Konzert ist frei, am Ausgang werden Spenden erbeten. Aktuell steht die Erneuerung des Südportals auf dem Plan des Fördervereins.

Was ist ein Countertenor?


Thomas Riede erklärt es: "Als Countertenor oder Altus bezeichnet man einen Sänger, der mit seiner sogenannten Kopfstimme in einer so hohen Lage singt, in welcher sonst die tiefen bis mittleren Frauenstimmen angesiedelt sind. Einige erinnern sich vielleicht an den Film „Farinelli“, wo es um das Leben eines der berühmtesten Kastraten der Barockzeit ging. Nun, diese Zeiten sind zum Glück vorbei, und es gibt auch heute einige wenige Sänger, denen es auch ohne Griff zum Messerchen gelingt, in dieser Lage voluminöse und wohlklingende Töne zu produzieren. Für die Anhänger der „historisch informierten Aufführungspraxis“ ist es ein Glück, diese Sänger heute zu haben, um dem vermutlichen Klang der Barockzeit wesentlich näher zu sein, denn das „Weib“ hatte (noch immer) in der Kirche zu schweigen, ausgenommen dem Gemeindegesang."


Die Kirche:


- Die St.-Viti-Kirche wurde 1842/43 erbaut und zeigt ein aufwendiges oktogonales Schiff mit schmalen Risaliten und hohen Rundbogenfenstern. Vor der Ostseite erhebt sich ein querhausartiger Vorbau und die Treppenanlage, mittig darüber der 68 Meter hohe Turm. Auf etwa halber Höhe des Turmes ist ein Rundgang, von dem man einen weiten Blick ins Land hat.

- Ihren Namen erhielt die Kirche nach St. Veit, dem Schutzheiligen gegen Feuergefahr.

- Die St.-Viti-Kirche ist der letzte und größte Zentralbau des 19. Jahrhunderts in Thüringen. Im Inneren zeigt sich eine weiträumige Gestaltung, die durch die Lang-Rundform des Kirchenschiffes ermöglicht wird. Über den zwei umlaufenden Emporen bedeckt eine flache Kuppel den Innenraum.

- Die Kirche besticht durch ihre schlichte, aber gefällige Gestaltung. In der Vorhalle befindet sich ein großes Kruzifix aus der Zeit um 1500.

- Das große Buntglasfenster im Altarraum stammt von 1843. Auf ihm ist die Sage vom Grafen Gleichen und darunter die Verbrennung der Bannbulle durch Martin Luther dargestellt.

- Die Orgel wurde 1856 von der Firma Ratzmann gebaut und hat einen sehr guten Klang.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige