Stadtschreiber schreiben

RebekkaKnoll und Reinhard Griebner. (Foto: Foto: Lutz Ebhardt)
Gotha: Oberer Hauptmarkt | Kurd-Laßwitz-Stipendiaten geben sich in Gotha die Klinke in die Hand:


GOTHA. Bereits zum sechsten Mal hat die Residenzstadt Gotha mit dem „Kurd-Laßwitz-Stipendium“ einen Stadtschreiberpreis für Kinder- und Jugendbuchautoren vergeben. Nach der Ausschreibung des mit 5000 Euro dotierten Stipendiums und dem Ablauf der Bewerbungsfrist befasste sich die vom Stadtrat berufene Jury mit den eingegangenen Bewerbungen.

Die Entscheidung der Juroren fiel auf die in Berlin lebende Studentin der Theaterwissenschaften und Autorin Rebekka Knoll. Sie tritt damit die Nachfolge von Christoph Kuhn (2008), Dr. Claudia Engeler (2009), Ursula Muhr (2010), Agnes Hammer (2011) und Reinhard Griebner (2012) an. Die 24-jährige Rebekka Knoll schließt im Wintersemester 2012/2013 ihr Studium der Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin mit der Masterarbeit ab. Im April 2013 möchte sie ihren insgesamt sechsmonatigen Gotha-Aufenthalt beginnen.


Rebekka Knoll überzeugte die Jury unter anderem mit dem in diesem Jahr bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienenen Roman „Das Kratzen bunter Kreide“ und einer Leseprobe ihres zweiten Buches, das im Frühjahr 2013 erscheinen wird.


Der diesjährige Kurd-Laßwitz-Stipendiat Reinhard Griebner wird noch bis Ende des Jahres in Gotha tätig sein, bevor er sich mit einer Abschlusslesung am 2. Januar 2013 bei den Gothaerinnen und Gothaern verabschiedet.


Vorab standen beide dem Allgemeinen Anzeiger Rede und Antwort.


Rebekka Knoll: Was waren Ihre Beweggründe sich für das Stipendium zu bewerben? „Dafür gab es mehrere: Ich verbringe den größten Teil meiner freien Zeit mit dem Schreiben und konnte dieses Jahr meinen ersten Roman „Das Kratzen bunter Kreide“ über eine Dreiecksbeziehung in Zeiten von Facebook veröffentlichen. Gerade schließe ich mein Studium ab und wollte mich danach gern voll und ganz aufs Schreiben konzentrieren. Da ist das Kurd-Laßwitz-Stipendium natürlich eine großartige Chance: Die Stadt Gotha bietet Unterstützung und spannende Aufgaben, ich werde mit Jugendlichen zusammenarbeiten und mich in einer neuen Stadt auf die Suche nach Geschichten machen.“


Mit welchen Vorstellungen/Erwartungen kommen Sie nach Gotha? „Ich versuche da ein wenig wie meine Hauptperson ranzugehen: Sie ist immer neugierig auf fremde Städte, offen und gespannt darauf, den Ort in ihre vielen Spiele mit einzubeziehen. Allerdings werde ich im Gegensatz zu ihr meine Kisten auch wirklich auspacken. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit verschiedenen kulturellen Einrichtungen wie dem Museum oder der Stadtbibliothek und auf spannende Workshops mit SchülerInnen und anderen Interessierten.“


Was planen Sie für die Zeit in Gotha, wie sehen Ihre Projekte aus? „Mit dem Gustav-Freytag-Gymnasium ist bereits ein wöchentlicher Workshop geplant und ich freue mich auch schon sehr auf den Roman, den ich in Gotha schreiben werde. Außerdem denke ich noch über weitere Projekte nach, in denen eventuell stille Orte neu belebt und beschrieben werden sollen - dazu kann ich momentan aber noch nicht mehr verraten, ich bin gerade mitten in den Planungen. In jedem Fall kann ich es kaum erwarten, meine Zeit in Gotha zu beginnen.“


Reinhard Griebner: Mit welchen Vorstellungen kamen Sie nach Gotha?
„Für mich war es wichtig, mich auf ein Abenteuer einzulassen, eine neue Stadt kennen zu lernen und interessante Menschen zu treffen. Das hat sich ( ... ) in vollem Umfang erfüllt. Dafür bin ich all den Gothaern, die ich treffen durfte, mit denen ich sprechen und arbeiten konnte, sehr dankbar.“


Was hat ihnen die Zeit in Gotha persönlich gebracht? „Ich habe liebenswerte Leute getroffen, neue Ideen entwickelt und ganz viele neue und aufregende Eindrücke gesammelt. Darüber hinaus hat sich mir die Chance geboten Gotha etwas zu erzählen, über mich, wie ich ticke und was ich mache. Während meiner Zeit in dieser schönen Stadt hatte ich die Möglichkeit an einem neuen Manuskript weiter zu arbeiten. Es wird ein Text für Kinder, der den Arbeitstitel `Mauerspechte´ trägt. Eine deutsch-deutsche Geschichte aus dem Jahr 1989.“


Wie wirkt sich die Zeit in Gotha auf Ihre weitere Arbeit aus?
„Die Zeit als Laßwitz-Stipendiat war für mich eine wertvolle Grunderfahrung, die mir wichtig ist, die ich annehme und die mir in meiner weiteren Tätigkeit sehr nützlich sein wird. Auch wenn ich jetzt nicht mehr ausschließlich für Gotha arbeiten werde, so wird diese Zeit mir als eine Bereicherung in Erinnerung bleiben und ich spüre heute schon eine gewisse Sehnsucht, möglichst bald zurückzukehren.“
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