Theater macht Kultur und soll dafür bezahlen ...

Szenenbild aus "Das tapfere Schneiderlein. (Foto: art der stadt e.V. Gotha)
Leserbrief, Meinungsäußerung, Kommentar, Stellungnahme des art der stadt e.V. zum „21. Treff: junges Theater in Thüringen“:


GOTHA. Vor einiger Zeit ging bei uns, wie auch bei vielen anderen freien Theatern, die Einladung zur Bewerbung zum „21. Treff: junges Theater in Thüringen“ ein. Jedoch werden wir uns in diesem Jahr zum ersten mal bewußt nicht bewerben. Dies liegt weder daran, dass wir uns nicht mehr zur Jugend zählen würden, noch eine geeignete Produktion vorliegen hätten, noch daran, dass es der zeitliche und organisatorische Rahmen nicht ermöglichen würde. Nein, wir haben uns bewusst dagegen entschieden und boykottieren diese Veranstaltung.

Stein des Anstoßes ist die Erhebung einer Teilnahmegebühr. Dabei ist die Höhe von 30 Euro pro Teilnehmer sogar zweitrangig. Wir fragen uns, wie man ernsthaft von ehrenamtlich tätigen Kulturschaffenden eine Gebühr für eine Veranstaltung verlangen kann, deren Teilnahme gleichzeitig als anerkennender Preis für ihr kulturelles Engagement im Land Thüringen gilt. Dies ist unseres Erachtens vergleichbar mit einem Bäcker, der sein selbst gebackenes Brot an Menschen weitergibt und dafür sogar noch bezahlt, dass er es weitergeben darf.

Kunst- und Kulturvereine sind seit Jahren (Wir feiern in diesem Jahr unser 18 jähriges Bestehen!) nicht nur wichtige Kultursäulen für dieses Land. Mit viel ehrenamtlichem Engagement bzw. einem Arbeitspensum, das weit über die bezahlte Stundenanzahl hinausgeht, wird hier auch eine nicht zu unterschätzende pädagogisch und sozial wertvolle Arbeit geleistet. Der Treff des jungen Theaters honorierte dies durch den Gewinn der Teilnahme.

Wir sind Teil einer vielfältigen Kulturlandschaft in Thüringen. Damit diese vielfältig und qualitativ hochwertig bleibt, ist es unabdingbar, Kulturschaffende mit Nachdruck zu unterstützen. Der Treff ist leider in diesem Jahr für uns keine geeignete Veranstaltung, um diese Unterstützung zu spüren und zu fördern.

Wir möchten mit unseren Zeilen andere Kulturvereine, Institutionen und Förderer zum Nachdenken anregen. Gern treten wir mit allen Beteiligten in einen konstruktiven Diskurs.

Nadine Sophia Kürsten
im Namen des Vorstandes des art der stadt e. V. Gotha
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
3.050
Antje Hellmann aus Jena | 24.07.2013 | 17:42  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige