Und in Jene lebt sich’s bene . . . Bin ja selber drin gewesen . . .

links modernes Hochhaus / Mitte Johannistor / rechts "neue Mitte"
 
Markt mit Hanfried (Johann Friedrich I. der Großmütige / Gründer der Uni Jena) / Blick auf die Nordseite mit Fachwerkbau "Göhre" (Museum)
Wieder ein Mathematiker-Semestertreffen aber nun bereits im 40. Jahr des Studienabschlusses. Da trafen wir uns natürlich wieder in Jena – klar! Wo sonst!

Für mich ist Jena ja mehr als nur Studienort, dort habe ich Kindheit und Jugend verbracht. Viel hat sich verändert.

Manches hat nach der Wende eigentlich erst ein „Gesicht“ bekommen. So die Wagnergasse, wo „zu meiner Zeit“ noch die Straßenbahn durch fuhr (bis zur „Papiermühle“) und an eine Café-Meile wahrlich nicht zu denken war.

Rund um den Johannisplatz ein pulsierendes Leben und alles großzügiger angelegt, als es damals war, wo an der Ecke zur Bachstraße noch kein Café war, das runde Hochhaus dem „Eichplatz“ und der „Leutrastraße“ der Garaus machte und die „Johannisstraße“ plötzlich nur noch wie eine Plakatwand aussehen ließ.

Erst wenige Tage zuvor war ich in Jena, habe mich umgeschaut, gestaunt aber auch ab und an geseufzt über nicht mehr existierende Schönheiten der Erinnerung.

Nun hatten wir ehemaligen Studenten uns wieder getroffen in unserem Jena von 1966-71, gingen vom Hotel am Stadion durch das Paradies, am Volksbad vorbei zum Hahnfried auf dem Markt, wo wir uns mit den Späterkommenden zur Stadtführung trafen.

Gemeinsam gingen wir zum Universitätshauptgebäude, schlenderten weiter zum Planetarium, wurden im Grießbachchen Garten auf das Goethedenkmal hingewiesen, schauten uns die Mensa von außen an, bevor wir am Uni-Rechenzentrum vorüber zum „Abbeanum“ gelangten, unser „mathematischen Heimat der Studienzeit“.

Zahllose Erinnerungen wurden wieder zum Leben erwacht und die „alten Zeiten“ vor die Augen treten. Viel gab es auch gegenseitig zu informieren, was jeder nach dem vorherigen Treffen 2009 in Gotha so erlebte.

Den Rundgang durch Jena beendeten wir nach der Bewunderung der Kunst-„Schrotthaufen“ auf dem Abbeplatz im früheren Zeiss-Hauptwerk in „Collegium Jenense“, dem Ursprung der „Friedrich-Schiller-Universität“

Verständlich, dass der Abend alles zusammenfassen ließ und vertiefte bei einem wundervollem Abendmahl und süffigem Wein – oder Bier oder Wasser oder . . .

Jena ist immer eine Reise wert! Auch heutzutage und auch morgen.
Dass Gotha aber dennoch vorzuziehen ist, wird man erst verstehen und nicht nur als Werbeslogan sehen, wenn man Gotha einen „sehen und wissen wollenden Besuch“ abgestatte hat.
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Studentenlied:

Und in Jene lebt sich´s bene
und in Jene lebt sich´s gut
Bin ja selber drin gewesen
wie da steht gedruckt zu lesen
zehn Semester wohlgemut

Und die Straßen sind so sauber
sind sie gleich ein wenig krumm;
Denn ein Wasser wird gelassen
alle Wochen durch die Straßen,
in der ganzen Stadt herum.

Und ein Wein wächst auf den Bergen,
und der Wein ist gar nicht schlecht,
Tut er gleich die Strümpfe flicken
und den Hals zusammendrücken,
ist er doch zur Bowle recht

Die Philister und die Wirte
sind die besten auf der Welt,
Wein und Bier in vollen Humpen
tun sie den Studenten pumpen
und dazu noch bares Geld,

Wenn dem Burschen es behaget,
setzt er vor die Tür den Tisch,
Und dann kommt der Wirt gesprungen,
und da wird gezecht, gesungen
auf der Straße frei und frisch

Und im Winter und im Sommer
wird servieret auf der Straß´
Hei, wie da die Schläger blitzen,
hei, wie da die Stöße sitzen,
aber alles ist nur Spaß!

Auf dem Markte, auf den Straßen
stehn Studenten allzuhauf;
Mädchen an den Fenstern stehen
und nach den Studenten sehen,
und wer will, der schaut hinauf.

Und die allerschönste Freiheit
ist in Jena auf dem Damm.
In Schlafröcken darf man gehen
und den Bart sich lassen stehen,
wie ein jeder will und kann.
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Antje Hellmann aus Jena | 17.05.2011 | 00:05  
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