„Unser Beitrag für die Welt“ -Land gibt eine Million Euro für Erforschung bislang unerschlossener Bestände auf Schloss Friedenstein in Gotha

  Die Forschungsbibliothek und das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt sowie die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wollen wertvolle naturkundliche, bislang unerschlossene Sammlungsbestände gemeinsam erschließen und wissenschaftlich aufarbeiten. Das Wissenschaftsministerium unterstützt den „Forschungsverbund Gotha“ bis 2019 mit über einer Million Euro. Damit setzt das Land eine Empfehlung des Wissenschaftsrats um. Mit den beantragten Mitteln sollen insbesondere die Stellen eines wissenschaftlichen Koordinators an der Universität Erfurt sowie je eine Mitarbeiterstelle an den beteiligten Einrichtungen finanziert werden.

Seit Gründung des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg im Jahr 1640 sind durch die Sammelinteressen der Herzöge große Bestände entstanden, die für Schloss Friedenstein heute profilbildend sind und europäischen Rang haben. Unter dem Titel „Gotha um 1800: Natur - Wissenschaft - Geschichte“ will der Forschungsverbund nun ein gemeinsames, auf die Sammlungen abgestimmtes Forschungsprofil entwickeln und Gotha so auf nationaler und internationaler Ebene als attraktiven Sammlungs-, Forschungs- und Begegnungsort profilieren.

Ziel des Forschungsverbundes ist es, diese bislang weitgehend unerschlossenen Bestände und Sammlungen wie etwa die herausragenden Naturaliensammlungen und einschlägige Buchbestände zu erforschen. In diesem Zusammenhang sollen die Sammlungen etwa in einem Gotha-Portal in Form eines Discovery-Systems präsentiert und ein Netzwerk für die bessere interne Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Arbeit der gemeinsamen Projektgruppe ist zunächst bis 2021 geplant.

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee, der den Förderbescheid über 1.000.599,00 Euro an Walter Bauer-Wabnegg, Präsident der Universität Erfurt, übergab, geht es mit dem Start des Forschungsverbundes vor allem um die dauerhafte Schaffung gemeinsamer Forschungsstrukturen: „Wir sehen dieses erste Projekt als Einstieg in eine langfristige gemeinsame Forschungsarbeit. Der Verbund soll einen Beitrag für die Profilierung Gothas als Forschungsstandort auf nationaler und internationaler Ebene leisten.“ Durch die Bündelung der Kompetenzen aller drei beteiligten Einrichtungen könne der Verbund so zukünftig auch Impulsgeber für aktuelle Wissenschaftsdebatten sein.

Walter Bauer-Wabnegg, Präsident der Universität Erfurt: „Auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs wird der Forschungs- und Sammlungsverbund Gotha ein attraktives, bestandsbezogenes Forschungsumfeld bieten. Dafür sowie für die Weiterentwicklung des Forschungscampus Gotha wird die Universität Erfurt ebenfalls Mittel in gleichem Umfang wie das Land bereitstellen.“

„Wir freuen uns sehr darauf, wenn nach Abschluss aller vertraglichen Formalitäten die gemeinsame wissenschaftliche Erforschung weiter intensiviert werden kann, bieten die Sammlungen auf dem Friedenstein doch ein bislang nur in Ansätzen genutztes Potential“, sagt Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein.
In Gotha forschen ist aber nur das eine. Das andere sind die Arbeitsbedingungen der Forscher hier vor Ort. Deshalb sollen auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Gotha und der Baugesellschaft Gotha die Grundlagen dafür geschaffen werden. „Dafür entstehen nahe dem Landschaftshaus, dass gerade wieder neue entsteht, in zwei Schritten Wohnungen. Am Anfang sind es 12, später könnten es dreimal so viele werden“, sagt Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch und freut sich auf und über den Forschungsverbund. Mit seiner bekannten Bescheidenheit formulierte er es in einem einzigen Satz: „Wir leisten damit unseren Beitrag für die Welt.“
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