Was schreibt man, wenn man die 100 überschritten hat ?

Goethe - Schiller Denkmal vor dem Nationaltheater Weimar
Es ist nicht das Alter, es sind keine Verschleißerscheinungen, weshalb sich mir diese Frage stellt.

Wenn nun aber bereits hundert Beiträge geschrieben stehen, frage ich mich zumindest, liest mich denn jemand, interessiert das überhaupt?
Dazu kann ich nur sagen, dass die Informationen zu jedem Beitrag sehr gut und in dieser gedachten Hinsicht sehr stimulierend und helfend sind. Nunja, da kann ich eigentlich ganz froh sein.

Über mein Gotha habe ich auch schon allerhand geschrieben. Bin ja weder Historiker noch Journalist – da könnte man meinen, dass die Luft ausgeht. Aber ganz im Gegenteil! Durch das Lesen anderer Einträge (gerade über die Auswahl einer interessierenden Gruppe) ergeben sich Parallelen und kommen Gedanken, dazu auch etwas schreiben zu können, erlebt zu haben.

Ach, ich werde einfach nach diesem kleinen Innehalten weiter so schreiben.
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Hier eine Begebenheit, die in meinem geplanten 2.Büchlein ihren Platz bekommen wird.
Sollte Sie das nicht interessieren, dann ist hier der Beitrag zu Ende!


Hochachtung gegenüber deutschen Schriftstellern

Als wir an einem Sonntag durch die angenehm bevölkerten Straßen Weimars gingen und auf dem Markt die Pferdekutschen bewunderten, mit denen viele Besucher der Stadt bei strahlendem Sonnenwetter eine herrliche Informationstour machten, führte uns der Weg auch vor das Nationaltheater. Am Fuße des Goethe/Schiller-Denkmals lag ein Kranz.

Da kam mir ein Erlebnis in Erinnerung, welches ich während des Studiums hier in Weimar hatte.

Meine damalige Verlobte und ich befanden uns in der Aufführung ‚Faust II.’ Während der Pause konnte man auf die Terrasse des Nationaltheaters treten und die Sicht auf den Vorplatz im Abendlicht auf sich einwirken lassen. Er war fast menschenleer.
Umso schneller nahm ich die beiden Offiziere der Sowjetarmee wahr, die von Westen aus der Wielandstraße den Vorplatz betraten. Sie gingen fast schlendernd auf das Denkmal der deutschen Schriftstellergrößen Goethe und Schiller zu. Auf der Hälfte ihres Weges blieben sie stehen, nahmen straffe Haltung ein und schritten im Gleichschritt vor das Denkmal, hielten militärisch an, um mit ebensolchem Gruß ihre Hochachtung gegenüber diesen Beiden deutlich zu machen! Ich war beeindruckt und bin auch immer wieder ergriffen von dieser gesehenen Würdigung.
Die Offiziere traten danach einen Schritt zurück und gingen nun interessiert ganz locker um das Denkmal herum, um dessen Eindruck in sich aufzunehmen. Wieder vor dem Denkmal angekommen sah ich noch ihre kleine Kopfverneigung – und schon gingen sie wieder woher sie gekommen waren.

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Während eines Studentenaustauschs der unsere Brigade nach Minsk führte hatte ich schon feststellen können, dass die Komsomolzen deutsche Lieder und Gedichte komplett und in großer Anzahl kannten, wie es ihnen keiner von uns auch nur annähernd gleichtun konnte – beschämend.

Als ich an diesem Sonntag nun vor dem Denkmal stand und mich erinnerte, blieb auch ich ganz selbstverständlich wenigstens einen Augenblick der Achtung still vor diesem stehen. Dann fiel mir an der linken Seite ein schon etwas abgerissener Aufkleber auf.
Ich schämte mich für diejenigen, die ihn achtungslos dort angebracht hatten und sich dabei sicher als die Stärksten gefühlt hatten.
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Martina Schreiber aus Gotha | 24.05.2011 | 21:04  
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