Wie aus einer Ruine ein Wohnturm wurde

Brigitte und Norbert Meister engagieren sich seit Jahren für den Mittelalterlichen Wohnturm.
Drei Gleichen: Wohnturm | Wanderer und Radfahrer, die rund um die Drei Gleichen eine Tour planen, sollten es nicht versäumen, einen Abstecher zum mittelalterlichen Wohnturm einzuplanen. 2006 übernahm der Geschichts- und Heimatverein Wandersieben das Objekt auf der Grundlage eines Vertrages mit der Gemeinde in seine Betreuung und investierte seitdem ungezählte Stunden in das historische Gebäude.

Es entstanden eine Hofküche, sanitäre Anlagen und von 2008 bis 2010 errichtete man das Gebäude an der Straßenfront neu.
Die Restaurierung des ehemaligen Mini-Adelssitzes begann noch im Jahr der Wiederentdeckung des Wohnturms. Die Interessengemeinschaft „Mittelalterlicher Wohnturm“ kümmerte sich bis 2005 um seinen Erhalt und die notwendigen Sicherungsmaßnahmen. Für die geleistete Arbeit wurde die Interessengemeinschaft 1996 mit dem Stiftungspreis der Deutschen Burgenvereinigung ausgezeichnet.

Ursprünglich war der Turm Teil eines Herrenhofes, durch von Witterde errichtet. Die von Witterde dienten den Grafen von Gleichen als „Ministerialen“. Ministerialen gab es bereits im 11. Jahrhundert. Zu dem kleinen, nur 40 x 40 Meter großen Anwesen gehörten neben dem Turm auch Wirtschaftsgebäude, eine steinerne Umfassungsmauer und ein Wassergraben.
Der zweigeschossige Wohnturm wurde im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts aus Bruchsteinen errichtet. Er besaß ein Walmdach, Rundbogeneingänge im Erd- und im Obergeschoss sowie ein Schlitzfenster auf der Nordseite. Die Kellertonne mit darüber liegender Küche, der noch an der Ostseite erhaltene Aborterker sowie die frühgotischen Spitzbogenfenster an der Südfassade entstanden allerdings erst später.

Als während des Sächsischen Bruderkriegs um 1450 die Burg Gleichen belagert wurde, blieb der Wanderslebener Wohnturm vom nahen
Kampfgeschehen nicht verschont - ein Brand vernichtete die gesamte Innenausstattung. 1599 wurde der Turm durch den Neubau eines
Herrenhauses umbaut (und eine Bohlenstube eingebaut).
1732 erfolgte der Umbau zur landwirtschaftlichen Nutzung. Um 1750 wurde das Grundstück geteilt.
Es entstanden zwei selbständige Bauernhöfe. Als Folge der Teilung wurden das straßenseitige Gebäude (1767), ein neuer Zugang zum Grundstück, Stallungen und Speicherräume gebaut, so dass eine geschlossene 4-seitige Hofanlage entstand.
Bis 1975 war das Gehöft im Privatbesitz. Die Landwirtschaft wurde seit Ende der 1950er Jahre aufgegeben. Es blieb bis 1981 bewohnt.

Besucher sind noch bis September jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr zu einer Besichtigung herzlich eingeladen, das Grundstück kann ganzjährig betreten werden.
Nähere Informationen finden Interessierte unter www.heimatverein-wandersleben.de oder direkt beim Geschichts- und Heimatvereines Wandersleben 2005 e.V..
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