Wo liegt das Geschichtsbuch auf der Straße ?

"Geschichtsbuch" am Beginn eines gußeisernen Plattenstreifens mit Geschichtsdaten
Cheb (Tschechische Republik): Innenstadt | Ganz einfach: In Cheb laufen die Innenstadtpassanten der Fußgängerzone über ein hunderte Meter langes „Geschichtsbuch“! Ja, das stimmt genau!.

Als wir im vergangenen Jahr im Zipfel Deutschlands etwas nördlich von Bad Elster (Pension Untere Rauner Mühle) ein paar Tage urlaubten, führte uns der Weg nach Cheb, früher „Eger“.
Für sich schon eine interessante Stadt, wollten wir freilich auch die Innenstadt sehen, nach Einkaufsmöglichkeiten und ich nach mir unbekannten Kanaldeckeln schauen.

Die Augen somit oft auf den Boden gerichtet, wäre ich beinahe gegen ein riesiges metallenes „Buch“ gelaufen. Drei oder vier Meter hoch und ziemlich dick steht es einfach am Beginn der Fußgängerzone auf einer kreisrunden Bodenplatte.
Von dieser Bodenplatte weg liegen in der Mitte der Fußgängerzone Metallplatten, durch deren Ritzen das Regenwasser ablaufen kann.

Beim näheren Hinsehen stutzte ich, weil es aneinander gereihte Platten waren, auf denen jeweils links eine Jahreszahl zu sehen ist, während nach rechts eine geschichtliche Begebenheit in Tschechisch, Deutsch / Englisch steht. Als wir mit gesenktem Haupt diesen Geschichtspfad entlang gingen und lasen, wurden auch andere darauf aufmerksam. Bald lief eine ganze Reihe Wissbegieriger mit gesenktem Kopf langsam an diesen Abflussplatten entlang – muss lustig anzusehen gewesen sein.

Als wir an eine querende Hauptstraße kamen, brachen wir ab.
Doch kamen wir später noch einmal, weil wir wissen wollten, ob und wenn ja was man über die Neuzeitlesen konnte. Tatsächlich gehen diese gusseisernen Platten nach der querenden Straße weiter. Allerdings enttäuschend, weil von 1950 bis 2010 nur zu lesen ist: Entstehung eines Jugendorchesters – und – Befreiung vom Kommunismus.

Im Weggehen fiel mir auf, dass das "Buch" anders stand. Nach einer kurzen Weile stllte ich fest, dass dieses "Buch" sich langsam im Kreise dreht. Ob in 12 oder 24 Stunden, kann ich jetzt gar nicht sagen - ist aber wohl auch nicht so von Interesse.

Dessen ungeachtet ist es (bislang für mich) eine Einmaligkeit, die äußerst ansehens- und lesenswert ist. Man sollte sich das nicht entgehen lassen.
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5 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 28.09.2011 | 22:26  
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kristina cubonova aus Gotha | 28.09.2011 | 23:10  
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kristina cubonova aus Gotha | 28.09.2011 | 23:11  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 29.09.2011 | 17:59  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 30.09.2011 | 14:50  
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