Ampel soll Kreuzung entschärfen

Eine Ampel soll die Gefahr aus der Kreuzung nehmen
 
Eine Ampel soll die Gefahr aus der Kreuzung nehmen
Tödlicher Leichtsinn: Immer wieder ignorieren Kraftfahrer in Hohenkirchen geltende Verkehrszeichen und bringen sich und Andere bewusst in Gefahr:||

Lothar Köllmer aus dem Mittelröder Weg in Hohenkirchen kann sich noch ganz genau an den 25. Juli 2008 erinnern. Es ist ein Freitag, als er erst Reifenquietschen, dann einen lauten Schlag und ihm bis ins Mark dringende Schreie hört.

„Wer so etwas erlebt hat, vergisst es nie wieder“, erzählt der Rentner, der an der Kreuzung Mittelröder Weg / Bundesstraße 247 wohnt und schon zehn tödliche und unzählige andere Unfälle hautnah miterlebt hat. An diesem Nachmittag im Juli verstirbt ein Motorradfahrer.

Die Kreuzung ist übersichtlich und „die Verkehrsführung durch Verkehrszeichen eindeutig geregelt“, sagt Dieter Günther von der Polizei Gotha: „Seit diesem Unfall und den danach stattgefundenen Baumaßnahmen ist diese Kreuzung kein Unfallschwerpunkt mehr, es hat auch noch nicht wieder gekracht – bis jetzt!“

Darüber hinaus führt die Polizei aber hier weiterhin sporadisch Kontrollen durch. Denn immer wieder werden die Verkehrszeichen ignoriert und Kraftfahrer – meist Einheimische – biegen von der Bundesstraße in den Mittel­röder Weg ab. Dass sie dabei sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, nehmen sie billigend in Kauf. „Wenn ich diese Leute anspreche und ihnen das erklären will, beschimpfen sie mich noch“, beschwert sich Lothar Köllmer, der Angst hat „über den Haufen gefahren zu werden“, wenn er sein Grundstück verlässt.

„Die Situation hier durch einen Kreisel zu entspannen ist geplant“, sagt Landrat Konrad Gießmann, der sich diesbezüglich beim Straßenbauamt Mittelthüringen für einen Kreisel stark gemacht hat.

Auf Anfrage teilte der Amtsleiter beim Straßenbauamt Mittel­thüringen Bernd Hoffmann schriftlich mit: „Auf Grund des Unfallgeschehens befassen wir uns mit der Vorbereitung verkehrssichernder Maßnahmen. Diese werden aus der Installation einer Lichtsignalanlage bestehen. Zu deren Errichtung sind bautechnische Voraussetzungen zu schaffen durch Straßenverbreiterungen im Zuge der Bundesstraße und Änderung an der beteiligten Gemeindestraße. Künftig sollen alle Fahrbeziehungen am Knotenpunkt zugelassen werden. Fußgänger und Radfahrer werden unter Signalschutz kreuzen können. Die Anordnung der Bushaltestellen ist in diesem Zusammenhang zu ändern.
Das beschriebene Planungskonzept liegt vor und wurde mit Vertretern der Verkehrsbehörde, der Gemeinde und der Verwaltungsgemeinschaft behandelt. Für die Planungsfortschreibung bis zur Ausschreibungsreife wird das Jahr 2012 noch benötigt. Der Zeitpunkt der Umsetzung ist anschließend von der Bereitstellung der benötigten Haushaltsmittel abhängig.

Planungen zur Herstellung eines Kreisverkehrsplatzes wurden aufgegeben. Maßgeblich hierfür waren unter anderem nicht lösbare Konflikte bezüglich der Abwicklung von Schwertransporten.“

Also heißt es für Lothar Köllmer aus Hohenkirchen wohl weiter äußerste Vorsicht beim Verlassen seiner Grundstücksausfahrt und 15 Euro Strafe für diejenigen unbelehrbaren Kraftfahrer, die immer noch durch dem Mittelröder Weg abkürzen. Und alles in der Hoffnung, dass ihre Ordnungswidrigkeit nicht wieder tödlich endet.
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