Begegnungen in Panama

    Auf unseren weiteren Weg an die Pazifikküste sollten wir noch vielen liebenswerten Menschen begegnen. Als wir in der Villa Romana ankamen wurden wir von einem reizenden Frauenteam begrüßt. Wer hier die Hosen an hatte, das wurde uns schnell klar. Eine Chefin mit streng nach hinten gebundenen Haaren führte hier das Kommando. Sie war so um die fünfzig Jahre alt und um sie herum etliche junge hübsche junge Damen. In einen kleinen Rezeptionshäuschen wurden die Formalitäten aufgenommen. Ein Blick von Mama Mira genügte und das weibliche Personal wusste, was zu tun war. Männer kümmerten sich überwiegend um die Gartenarbeiten und Hausmeistertätigkeiten. Das idyllische am Pazifik gelegene Hotel ließ keine Wünsche offen. Unser Hotelzimmer lag im 2. Stock und hatte einen Balkon mit Meerblick. Unter uns wohnte Harry mit seiner Frau.Harry war ein rüstiger Rentner und kam aus Nordamerika. Genau genommen aus Neuengland und war ein pensionierter Lehrer. Oft verbrachte er ein bis zwei Monate hier an diesem herrlichen Platz. Harry und seiner Frau ging es sichtlich gut. Die zwei jungen " Germans" boten ihn eine ideale Abwechslung. Stundenlang saßen wir auf der Terrasse und philosophierten über Gott und die Welt. Bei Mama Mira erkundigten wir uns nach den Ausflugsmöglichkeiten. Mit Einen verschmitzten Blick drückte sie uns eine Visitenkarte in die Hand. Ein Strandklub mit guten Service würde uns erwarten. Na, nix wie hin, dachten wir und nach kurzer Fahrt erreichten wir das Ziel. Ein gepflegter Gebäudekomplex erwartete uns. Im Eingangsbereich standen bequeme Sitzmöbel und ein weiterer Blick zeigte uns eine Bar und ein großes Schwimmbecken. Den Strand zum Pazifik erreichte man bequem über eine Treppe. Hier war der Treffpunkt der sesshaft gewordenen Ausländer. Vorwiegend Nordamerikaner genossen hier ihre freie Zeit. Kinder und ganze Familien tummelten sich am Pool. Man sonnte sich, stillte den Durst an der Bar und badete dann und wann im Schwimmbecken oder ging runter an den Strand. Gegen Abend holten die gut gelaunten Amis ihre Gitarren herraus und gemeinsam sangen wir Lieder oder hörten einfach nur zu. Hier trafen wir auch Gisela und Fred, als deutsche Aussiedler. Die beiden hatten Deutschland den Rücken gekehrt, um in Panama den Rest ihres Lebens zu verbringen. Das Paar, das aus Schleswig Holstein stammte besaß einst eine Anwaltskanzlei. Nach dem Fred ernsthaft psychisch erkrankte, gab ihm der Arzt den Rat eine Auszeit zunehmen . Aus der Auszeit wurde ein Neustart und nach dem Alles in Deutschland aufgelöst war, begann man in Panama ein neues Leben. Wir freundeten uns im Laufe des Tages an. Gemeinsam verließen wir den Strandclub und genossen den Sonnenuntergang am Pazifik .Anschließend fuhren wir in die " Tortuga" Restauration. Kanadische Aussiedler betrieben dort eine Spezialitätengaststätte in der raffinierte Teigtaschen mit pikanten Zutaten angeboten wurden. An der Bar gab es Barhocker die aus Pferdesatteln bestanden. Hier fühlte man sich wahrlich nach dem x- ten alkeholischen Getränk wie ein Cowboy. Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es zurück in die Villa Romana. Ein kurzer " Schwatz" mit Harry und ab ging es in die Federn. Der Abschied von der Villa Romana fiel uns schwer, doch das nächste Ziel erwartete uns schon. Die Hotelanlage Cubita in der Stadt Chicre war gar nicht so leicht zu finden. Das lag auch am falsch angebenen Strassennamen unseren Reiseunterlagen. In unzähligen Stadtrundfahrten in Chicre waren wir der Verzweiflung nahe. Ein aufmerksamer Polizist nahm sich unser an. Wir machten uns auch durch das ständige abfahren sämtlicher Straßenzüge sehr verdächtig. Er hielt uns an und nach der Durchsicht unserer Papiere stellte er fest, daß unsere Hotelanlage sich an einer ganz anderen Straße befand. Mit einer außerordentlichen Hilfsbereitschaft zeichnete er uns einen neuen Lageplan auf ein Stück Papier. Mit Erstaunen stellten wir fest, das wir an unseren Hotel ständig vorbei gefahren waren. Die Hotelanlage Cubita war wiederum ein Glücksgriff mit Pool, einen großen Hof und aufmerksamen Personal. Die jungen Damen an der Rezeption waren äußerst attraktiv, einfach zum verlieben schön. Ein weiterer Höhepunkt war der Valentinstag in Bouquette. An einen auffällig gestalteten Imbissstand fragten wir nach dem Weg zum nächsten Hotel. Dort lernten wir Igor kennen. Igor war Geschäftsmann und kam vom Böhmer Wald aus Tschechien. Mit einer neuen Geschäftsidee wollte er den Markt in Panama erobern. Er war in Begriff eine neue Imbisskette zu gründen mit dem Namen Senior 365. Hier sollte es schmackhafte Burger, Döner und andere Leckereien mit dazugehörigen Getränken angeboten werden. Am Valentinstag hat er seinen Stand besonders Chic gestaltet. Zwei hübsche Mädchen servierten in verführerisch engen roten Kostümen die Speisen. Im Anschluss gab es ein Photoshotting mit den attraktiven Damen. Die Gespräche mit Igor und das Photoshoting sowie die leckeren Speisen waren ein unvergessliches Erlebnis. Eine weitere Begegnung gab es am Strassenrand. An einer Autobahnraststätte trafen wir Max und Lisa aus Österreich. Die beiden waren auch auf der Autobahn unterwegs, aber halt nicht mit dem Auto sondern mit dem Fahrrad. Vollgepackt fuhren sie die Panamerikana entlang. Sie waren schon sechs Monate unterwegs von Alaska ausgehend. Die Autobahn Panamerikana durchquert Nord und Südamerika. Von Alaska bis Feuerland kann man diese internationale Straße fahren. Max und Lisa wollten nach Feuerland, an den äußersten Zipfel von Südamerika. Sie werden noch viele Monate unterwegs sein. In diesem Moment verehrter Leser, indem sie diese Zeilen lesen, strampeln die beiden durch Südamerika. Mit Hochachtung und Erstaunen hörten wir den beiden Radlern zu, wie sie von ihrem Leben berichteten. Max war Pathologe und Lisa eine Krankenschwester auf einer Intensivstation in Wien. An der Arbeit lernten sie sich kennen und lieben. Der Wunsch den eingefahrenen Lebensweg zu verlassen und gemeinsam Grenzerlebnisse zu erfahren bewegte sie. Im Vertrauen auf ihre Liebe und das Glück des Schicksals ließ sie sich auf dem Weg machen.
Sie verkauften alles was sie hatten und werden am Ende des Weges einen neuen Anfang wagen. Wir wünschten ihnen viel Glück und Gottes Segen. Für uns war die Begegnung mit dem Menschen unterwegs genauso wichtig, wie die wunderschöne Landschaft, Sonne, Strand und Meer. Lieber Leser was wir auf der karibischen Musikinsel erlebten und wie wir auf der Insel der Brüllaffen landeten, das erfahrt ihr in einer weiteren Fortsetzung.
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