Computerspiele in unserer Gesellschaft

Welche Rolle spielen Computerspiele in unserer Gesellschaft und was müssen Eltern beim Umgang ihrer Kinder mit diesem Medium beachten?

Die aktuelle JIM(= Jugend, Information, Multimedia)-Studie 2010 besagt u. a., dass Computerspiele für Kinder und Jugendliche eine der beliebtesten Nutzungsformen des Computers sind.

55% der Jungen und 14 % der Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren geben an, täglich mehrfach Computerspiele zu nutzen. Demgegenüber stehen viele besorgte Eltern. Häufig angesprochenes Problem in Erziehungsberatungsstellen, Schulen etc. ist die lange (Spiel-)zeit vor dem Computer.

Es gibt nur wenige Familien, die sich mit dieser Computerwelt, die ein großer Bestandteil der Kinder- und Jugendkultur ist, aktiv auseinandersetzen. Somit sperren sich viele Eltern und Pädagogen aus den Lebensräumen ihrer Kinder aus. Nur wenige nutzen das Potential und setzen Computerspiele positiv ein. Sei es als gemeinsame Lern- bzw. Lehrmethode, als gemeinsames Freizeiterleben o. ä.

Bisher gibt es nur wenig Familien, die das Computerspielen als gemeinsame Betätigung erleben. Dabei haben Umfragen innerhalb dieser Familien gezeigt, dass das Gemeinschaftsgefühl dadurch verstärkt wurde und Ängste gegenüber diesem Medium relativiert wurden.

Prinzipiell gilt, dass Kinder nicht mit dem Medium Computerspiel alleine gelassen werden und das diese als ergänzende Angebote genutzt werden sollten. Gute Kinderspiel- oder Lernsoftware erkennt man daran, dass diese auch zu Aktivitäten ohne den Computer animiert. Zum Beispiel Malbilder von auf dem PC entworfenen Kunstwerken, die gemeinsam mit Stift und Papier ausgemalt werden können, Gebilde, die auf dem PC geplant und später reell gebastelt bzw. gebaut werden, Rezepte, die später gebacken oder gekocht werden oder ähnliches.

eSport-Spiele eignen sich um sport- und computerspielbegeisterten Spielern zur Bewegung zu animieren. Nach einem realen gemeinsamen Fußballspiel kann man als Belohnung auf der Spielkonsole mit der Bundesliga gegeneinander antreten u. ä.

Das Medium Computerspiel ist schon omnipräsent. Ob es uns gefällt oder nicht. Es muss in aktuelle Bildungsangebote einfließen. Lernen ist nur dann am effektivsten, wenn es Spaß macht – also spielerisch geschieht. Durch die Interaktivität des Internets und des Computerspieles ist ein moderneres Lernen (und auch Lehren) gefragt. Wissen kann nun selbst erarbeitet und ergänzt werden.

Dazu muss der Generation Medienkompetenz mit ihren vier Teilkompetenzen gelehrt werden: Die Verarbeitungskompetenz (= die sozial verträgliche Verarbeitung von Medienerlebnissen), die Auswahlkompetenz (= selbstbestimmte zweck- und erlebnisorientierte Nutzung von Medienangeboten), die Gestaltungskompetenz (= Kreatives Handeln mit den Medien) und die Urteilskompetenz (= die Fertigkeit, Funktion und Bedeutung der Medien in der Gesellschaft beurteilen zu können).

Eltern, Pädagogen, lasst die Kinder und Jugendlichen mit den Medien nicht allein! Statt Verbote auszusprechen, sollte man sich lieber auf die “neue” Jugendwelt, die gleichbedeutend einer Medienwelt ist, einlassen – sich konstruktiv mit ihr auseinander setzen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei der Suche nach weiteren konstruktiven Methoden im Umgang mit Computerspielen unterstützen können, über ihre Erfahrungen sprechen oder einfach Fragen stellen.

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6 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 12.10.2011 | 16:10  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 12.10.2011 | 20:28  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 16.10.2011 | 19:25  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 16.10.2011 | 20:16  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 19.10.2011 | 10:03  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 27.04.2012 | 18:55  
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