Das ist die Folge, wenn man Menschen mit Behinderung hilft

Erst war es reine Verwunderung, dass die beiden stark Sehbehinderten Schwestern immer wieder meine Veranstaltung „Musikalisches LiteraturCAFÉ“ besuchten – das auch, wenn die meisten Dinge über Beamer bildhaft an der Leinwand zu sehen waren. In kleinen Gesprächen merkte ich bald, dass sie sehr belesen und in Kunst und Kultur zuhause sind. (Erklärung dafür im Kommentar.)

Inzwischen habe ich ihnen nicht nur Bilder einer Kastanienkerze und einzelnen –blüte auf DIN A4 gedruckt, sie begleitet und beraten beim Kauf eines Kassettenrecorders mit CD-Player, mit meiner Technik bei ihnen daheim ein Musikvideo gespielt und gezeigt.

Immer wieder werde ich angesprochen und gefragt, ob ich ihnen helfen kann. Wenn es mir möglich ist, versuche ich zu helfen oder Hilfe zu beschaffen.

Spätestens jetzt wird sich der Leser fragen, ob man da nicht wie in einen Sog gezogen wird, zu helfen in allen möglichen Dingen und Bereichen?
Diese „Gefahr“ besteht nur, wenn man nicht klar gemacht hat, was man bereit ist zu geben an Zeit und Aufwendungen. Wenn das klar ist, wird es ein gutes Verhältnis werden können.


Natürlich muss man sich klar darüber sein, dass es eine weitestgehend einseitige Angelegenheit ist und werden wird. Wenn man aber dazu bereit ist – was einer gewissen „Herzenssache“ entspricht, wird man reichlich durch die verschiedenen Arten des Dankes beschenkt werden können.
Ja, Hilfe für Menschen mit Behinderung erzeugt – meine Erfahrung – auf beiden Seiten zwar unterschiedliches aber doch großes Glück. Wenn ich mir überlege, wie gut es mir geht, mich sehend in unserer Welt zur Recht zu finden und all das Schöne des Sehens zu genießen, dann ist Hilfe durch mich mir ein regelrechtes Bedürfnis.

Wenn ich Menschen an denen mit Behinderung vorüber gehen sehe, die benötigte Hilfe nicht sehen, wenn Menschen mit Behinderung abweisend Hilfeangeboten gegenüber verhalten, dann frage ich mich besorgt, was beide erlebten,, dass sie sich so verhalten?

Bleibt, zu wünschen, dass das Miteinander ein echtes allseitiges Bedürfnis werde!

Und was habe ich von meiner Hilfe? Mit ein wenig Zeit kann ich helfen, unterstützen, Ruhe in Aufregungen bringen oder einfach durch mein Dasein Sicherheit vermitteln. Gut, aber was habe ich persönlich denn nun wirklich davon? Es ist eine gelebte Lebenseinstellung, die mir Ruhe, Glück, Kraft gibt. Das Gefühl, wirklich gebraucht und nur dann gerufen zu werden, lässt mich freier atmen und wärmt mein Herz!
Ich habe schon einige echte Freunde unter den Menschen mit Behinderung gewonnen!

(Natürlich ist es auch löblich und wohltuend, Menschen ohne Behinderung zu helfen!)
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3 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 08.07.2011 | 16:49  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 10.07.2011 | 09:05  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 10.07.2011 | 09:27  
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