Der Saubermann vom Gothaer Krahnberg

Gotha: Krahnberg | Clemens Fuchs aus Gotha trägt inoffiziell den Titel „Hüttenwart“ und sorgt für Sauberkeit im Wald|||

GOTHA. „Ich komme oft hier hoch und schaue nach dem Rechten, lese Papier auf, ­räume Flaschen weg und schaue, dass auf dem benachbarten Grillplatz alles in Ordnung ist“, erzählt Clemens Fuchs, als sei das die ­normalste Sache der Welt. Wäre es auch, wenn der groß aufgeschossene Mann damit sein Geld verdienen würde.

Clemens Fuchs aber geht einer anderen Arbeit nach, kümmert sich in seiner Freizeit um seine Frau, die Kinder und den Garten. Mit Freunden geht er wandern, wenn Zeit bleibt. Und doch findet er immer wieder Gelegenheit und Muße, um sich um sein Steckenpferd zu kümmern: der Sauberkeit und Ordnung auf dem Krahnberg. Ohne eine Spur von Honorierung oder Dankesworten kümmert er sich um das Gemeinwohl und sorgt dafür, dass man sich auf den Wanderwegen und Schutzhütten auf und um den Krahnberg wohlfühlt.

Zum wiederholten Male bringt Fuchs eine Klarsichtfolie mit einem kleinen Heft samt Kugelschreiber an die Wand der Hütte. „In diesem Wanderbüchern können sich die Besucher verewigen, können ihre Geschichte aufschreiben, das Wetter, ihr Wanderziel und ­andere Infor­mationen für die Nachfolgenden hinterlassen“, erzählt er mit Begeisterung. Wenn es doch noch mehr solcher „Füchse“ gäbe...

Begonnen mit seinen guten Taten im Hintergrund hat der Gothaer schon vor vielen Jahren. Damals war er mit seiner Frau und Freunden nahe Luisenthal unterwegs und sah zum ersten Mal die Wanderbücher in den Schutzhütten. „Das hat mir gefallen, das wollte ich in Gotha auch haben“, sagt er und bestückt die nächste Hütte erneut mit seinen selbst geschriebenen Erläuterungen zur Gegend, einem normalen Schulheft und einem Stift. Clemens Fuchs kauft alles selbst. „Besonders traurig ist es, wenn wieder einmal alles kaputt oder ­gestohlen ist“, ärgert er sich und würde sich über den einen oder anderen Sponsor ­riesig freuen. Doch bisher stieß er auf wenige offene Ohren. „Lediglich das Umweltamt und das Garten-, Park- und Friedhofsamt der Stadt Gotha, in Person des Herrn Wolf, haben mir bislang das eine oder andere Mal unter die Arme gegriffen. Sie haben den durch mich gesammelten Müll abgefahren oder mir Müllsäcke besorgt“, erzählt er weiter und würde sich in dieser Richtung, auch wenn die Zusammenarbeit gut klappt, noch ein wenig mehr Unterstützung wünschen.

Dabei ist die Idee mit den Wanderbücher nicht neu – aber gut. Das erste Wanderbuch auf dem Krahnberg hat Clemens Fuchs am 17. März angebracht. Der Versuch, auch den Seeberg mit einzubeziehen, scheiterte aber bislang. Denn immer wieder wurden die Bücher Opfer von Vandalismus oder Diebstahl. „Beim dritten Versuch hatten sich bis zum 25. August schon 30 Wanderfreunde hier eingetragen. Zwei Tage später war das Buch weg“, bedauert Clemens Fuchs, der sich mit seiner Arbeit eine Extra­portion Lob und Anerkennung verdient hat. Danke, Clemens!
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2 Kommentare
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Constanze Fuchs aus Gotha | 20.09.2012 | 00:23  
3.230
Tobias Schindegger aus Gotha | 26.09.2012 | 11:39  
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