Ein Casting für Pfarrer?

Mehrere Kandidaten haben sich für die Pfarrstelle der Augustiner-Gemeinde beworben. Drei Kandidaten stellen sich jetzt vor:


GOTHA. Private Fernsehsender suchen ihre Superstars - Gotha sucht einen neuen Pfarrer. Denn seit dem Weggang von Pfarrer Wöhlmann im Oktober 2012 ist die Pfarrstelle in der Gothaer Augustinergemeinde unbesetzt. Am 18. April hat der Gemeindekirchenrat Gotha aus den eingegangenen Bewerbungen eine Pfarrerin und zwei Pfarrer ausgewählt, die sich im Mai der Kirchengemeinde vorstellen werden. AA-Redakteur Uwe-Jens Igel sprach im Vorfeld der Vorstellungs-Gottesdienste mit Superintendent Friedemann Witting.


Wie gebräuchlich ist diese Herangehensweise? Antwort: „Es ist eine schöne Praxis, dass Kirchengemeinden die Möglichkeit haben, über die Besetzung einer Pfarrstelle zu befinden. Der Normalfall ist eine langjährige Bindung aneinander. Der Vergleich mit einer Hochzeit mag da naheliegend sein, auch da prüfen sich die Partner und haben sich im Vorfeld hoffentlich kennengelernt. Dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Abgleich von Vorstellungen auf beiden Seiten dient das Verfahren. In diesem Fall besitzt die Kirchengemeinde selbst das Wahlrecht, darf sich also mehrere Kandidaten, die sich beworben haben, zu Vorstellung und Kennenlernen einladen. Bei einer nächsten Besetzung würde die Landeskirche das Besetzungsrecht haben und der Kirchengemeinde einen Kandidaten, den sie für geeignet hält, vorschlagen. Auch dieser müsste sich vorstellen, und der Gemeindekirchenrat hätte noch immer die Chance, ihn oder sie abzulehnen, wenn es dafür nachvollziehbare Gründe gibt. Beide Verfahren, um zu einer Besetzung einer Pfarrstelle zu kommen, wechseln sich üblicherweise ab, sodass einerseits die Kirchengemeinde völlig selbstbestimmt ganz eigene Schwerpunkte setzen und suchen kann, während im nächsten Besetzungsfall die landeskirchliche Ebene fragt, wen oder welches Profil sie für die konkrete Kirchengemeinde im Augenblick als richtig oder notwendig betrachtet.“


Werden solche Stellen generell ausgeschrieben? Antwort: „Ja, freie Pfarrstellen werden, wenn sie wieder besetzt werden sollen, ausgeschrieben. In der Regel erfolgt die Ausschreibung im Amtsblatt der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Interessenten haben dann die Möglichkeit, während der sechswöchigen Ausschreibungszeit darüber zu entscheiden, ob sie sich wirklich bewerben wollen.“


Welche Kandidaten stehen zur Auswahl? Antwort: „Kandidat 1 ist Pfarrerin Angela Fuhrmann aus Sömmerda. Die 54-Jährige wurde in Dresden geboren und wuchs in Großgrabe in der Oberlausitz auf. Von 1981 bis 1988 studierte Fuhrmann Theologie in Naumburg. Nach ihrer Ordination 1991 war sie Pfarrerin in Naumburg, Aschersleben und Sömmerda. Fuhrmann ist verheiratet und hat vier erwachsene Söhne. Als Zweites haben wir Pfarrer Friedrich von Biela aus Oschersleben eingeladen. Der 43-Jährige wurde in Wernigerode geboren und wuchs in Derenburg (Harz) und Halberstadt auf. 1997 schloss von Biela sein Diplom-Theologiestudium in Halle ab. Im Jahr 2000 wurde er ordiniert und übernahm eine Pfarrstelle in Oschersleben. Von Biela ist verheiratet und hat zwei Töchter (15 und 24 Jahre alt) sowie einen 18-jährigen Sohn. Und der Dritte im Bunde ist Pfarrer Olaf Kersten aus Eisfeld. Er ist 48 Jahre als und wurde in Jena geboren, wo er nach seiner Ausbildung zum Heizungsmonteur mehrere Jahre in diesem Beruf arbeitete. 1987 begann er ein Theologiestudium in Erfurt, das er 2001 abschloss. Nach seiner Ordination 1993 wurde Kersten Pfarrer in Königshofen. 1996 bis 2012 war er Pfarrer in Eisfeld, 2006 bis 2011 auch stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld. Kersten ist verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 10 und 19 Jahren.“


Wie geht das Auswahlverfahren weiter? Antwort: „Die Kandidaten stellen sich der Gemeinde jeweils in einem Gottesdienst vor und sind gebeten, jeweils am Mittwoch nach diesem, einen Gemeindeabend vorzubereiten. Die Gemeindeglieder erhalten die Möglichkeit, die Bewerber kennenzulernen: als Prediger und in ihrem Verständnis von Gottesdienstleitung, als Theologen und im Gespräch. Der Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Gotha wird dann die Entscheidung treffen, wer aus dem Kreis der Bewerber geeignet und richtig erscheint, um an der Augustinerkirche in den kommenden Jahren als Pfarrer oder als Pastorin zu arbeiten. Nach dem Beschluss sind Einspruchsfristen und die Genehmigung der Landeskirche abzuwarten. Wir haben aber die Hoffnung, dass das Verfahren im Juni abgeschlossen sein wird, sodass im Idealfall nach den Sommerferien im Pfarrhaus in der Liebetraustraße wieder einen Pfarrfamilie wohnen wird.“


TERMINE: Kandidat 1: Gottesdienst in der Augustinerkirche, Sonntag, 12. Mai, 10 Uhr, Gemeindeabend im Augustinerkloster, am Mittwoch, 15. Mai, 19 Uhr Kandidat 2: Gottesdienst am Pfingstmontag, 20. Mai, 10 Uhr, Gemeindeabend, Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr
Kandidat 3: Gottesdienst, Samstag, 25. Mai, 17 Uhr, Gemeindeabend, Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr.
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1 Kommentar
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Antje Hellmann aus Jena | 17.05.2013 | 17:09  
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